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Vettel entscheidet richtig

Reifenwechsel war besser

Sebastian Vettel GP Malaysia 2013 Foto: xpb 52 Bilder

Im Shootout der Qualifikation drehte sich auf der abtrocknenden Piste alles um die Frage: Reifenwechsel ja oder nein. Sebastian Vettel und die Ferrari-Piloten entschieden sich für neue Intermediates. Mark Webber und die Mercedes-Fahrer dagegen. Die Startaufstellung zeigt, wer Recht hatte.

23.03.2013 Michael Schmidt

Es war eine ganz knappe Entscheidung. "Der Schuss hätte auch nach hinten losgehen können, wenn der Regen zurückgekommen wäre", meinte Sebastian Vettel. In der letzten K.O.-Runde der Qualifikation standen die Fahrer fünf Minuten vor Schluss vor der Frage: Sollten sie ihre Intermediates gegen neue tauschen oder auf der Strecke bleiben?

Der Regen hatte aufgehört. Bei den Saunatemperaturen trocknete die Ideallinie rasend schnell ab. "Ungefähr 40 Prozent der Strecke waren trocken", erzählte Mark Webber. Dann präzisierte er: "Der letzte Sektor war bereits trocken. Für Slicks hätte es aber nicht gereicht. Dafür waren die Kurven 7 und 8 zu nass."

Red Bull überließ Entscheidung den Fahrern

Red Bull-Berater Helmut Marko verrät: "Wir haben den Fahrern vorher gesagt, dass die Entscheidung über einen Reifenwechsel allein bei ihnen liegt." Vettels Instinkte sagten, dass ein frischer Satz einen Vorteil bringen würde. "Die Strecke trocknete ab. Das war für mich der Schlüsselfaktor."

Teamkollege Mark Webber hielt am ursprünglichen Plan fest. "Es war nicht klar, ob ein neuer Satz besser sein würde als ein alter. Ich wollte meine Reifen abkühlen und dann noch mal angreifen. Leider hatten wir ein Kommunikationsproblem. Irgendeiner hat die Rundenzahl falsch ausgerechnet. So gab es diese letzte Runde nicht mehr für mich. Ich bin sicher, dass ich auf Platz zwei hätte fahren können. Für Sebs Zeit hätte es wohl nicht gereicht."

Massa verliert Zeit in letzten zwei Sektoren

Ferrari machte es wie Vettel. Felipe Massa bestätigte, dass es eine riskante Option war, zum Schluss noch einmal auf neuen Intermediates auszurücken: "Die Strecke ist rasend schnell abgetrocknet. Ich habe in den letzten beiden Sektoren schon Zeit verloren." Trotzdem reichte es für den Brasilianer noch für den zweiten Platz. "Auf trockener Piste wären wir wahrscheinlich nicht so weit vorne gestanden."

Manchmal sind gebrauchte Intermediates auf einer trockenen Spur besser, weil sich das Profil abgerubbelt hat und sie zu Slicks mutiert sind. Diesmal nicht. "Dafür hätten wir noch ein paar Runden mehr Zeit haben müssen. Es war besser, auf neue Reifen zu gehen", erklärte Massa. Fernando Alonso misst dem Reifenpoker wenig Bedeutung zu: "Der Startplatz spielt bei diesen Reifen eine untergeordnete Rolle. Du musst während des Rennens das Richtige machen."

Mercedes blieb Marschroute treu

Die Mercedes-Piloten trauten sich nicht, die Marschroute zu ändern. Und die lautete: Immer auf der Strecke bleiben. Nico Rosberg meinte: "Hinterher ist man immer schlauer. Aus jetziger Sicht war es besser, Reifen zu wechseln. Während des Trainings erschien es uns als die sicherere Variante." Motorsportchef Toto Wolff ergänzte: "Bei diesen Bedingungen ist Platz zwei oder sechs fast egal."

Jenson Button und Sergio Perez zählten ebenfalls zu den Fahrern, die auf der Strecke blieben. Sie entschieden sich gegen einen Reifenwechsel, weil sie am Freitag die Erfahrung gemacht hatten, dass frische Intermediates auf der abtrocknenden Strecke in der ersten Runde körnen können. "Wir wollten diese Schicht runterkriegen", erzählte Perez. "Ich war in meiner zweiten fliegenden Runde eine Sekunde schneller und musste annehmen, dass es später noch schneller gehen würde. Außerdem war noch etwas Regen angekündigt. Wenn du dich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zu einem Wechsel entschlossen hast, war es zu spät. Ich hatte diesen Zeitpunkt bereits überschritten."

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