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Vettel erlöst Ferrari

"Sebastian war magisch"

GP Malaysia 2015 - Ferrari - Vettel - Formel 1 - 29.3.2015 Foto: xpb 79 Bilder

Sebastian Vettel durfte beim GP Malaysia erstmals nach zwanzig Rennen wieder auf die oberste Stufe des Podests steigen. Dementsprechend bejubelte der viermalige Weltmeister seinen ersten Sieg in Rot.

29.03.2015 Andreas Haupt

Nach seinem Sieg beim GP Malaysia 2015 sprudelte es aus Sebastian Vettel heraus. In der FIA-Pressekonferenz bedankte er sich zuerst bei seinem neuen Arbeitgeber Ferrari. Auf Italienisch versteht sich. Dann wechselte er die Sprache und sprach in hessischem Akzent: "Wir haben sie heute fertig gemacht."

Vettel an Senna dran

Der Heppenheimer erlebte am Sonntag zum ersten Mal seit 16 Monaten wieder wie es ist, ein Formel 1-Rennen zu gewinnen. Es war der 40. seiner Karriere. Damit fehlt ihm nur noch ein Triumph auf Ayrton Senna. Sein letzter GP-Sieg datierte vom 24. November 2013. In Brasilien auf Red Bull. "Ich habe nicht nur den Champagner vermisst, sondern vor allem die oberste Stufe des Podests", berichtete der Ferrari-Pilot.

Teamchef Maurizio Arrivabene applaudierte seinem Piloten: "Sebastian war heute magisch. Dazu hat das Team tolle Arbeit geleistet, die Strategie hat perfekt gepasst."

In Malaysia zeigte Vettel ein fehlerfreies Rennen. Und den Instinkt eines Toprennfahrers. Am Start wehrte er den Angriff von Nico Rosberg ab, indem er den Mercedes-Pilot gen Boxenmauer drängte. Dabei ließ er Rosberg aber genug Platz: "Es war ok. Er hat mir auf den Zentimeter genau Platz gelassen."

Danach ließ er sich auf Platz zwei liegend nicht von Lewis Hamilton abschütteln. "Wir haben am Freitag gesehen, dass Lewis auf den Mediums Probleme hatte. Im ersten Stint war es dann genauso und ich konnte seine Pace mitgehen", sagte Vettel. Als Marcus Ericsson in Runde vier in Kurve eins abflog und sowohl Hamilton als auch Rosberg in die Box abbogen, schlug die Stunde des viermaligen Weltmeisters. Er blieb auf den Medium-Reifen auf der Bahn und übernahm die Führung.

Eiskalt nach dem Restart

Hamilton und Rosberg lagen beim Restart nur auf den Plätzen sechs und neun. Vettels erster Verfolger hieß Nico Hülkenberg. Der Ferrari-Pilot nützte die Gelegenheit eiskalt in der malayischen Hitze. "Nach der Safety-Car-Phase wusste ich, dass ich jetzt abliefern musste und die Reifen am Leben halten muss."

Vettel setzte sich schnell ab. Als Lewis Hamilton Platz zwei eroberte, war er bereits 9,9 Sekunden enteilt. Bis Runde 17 streichelte Vettel seinen ersten Reifensatz. Nach dem Boxenstopp fiel er hinter Rosberg und Hamilton zurück, schnappte sich aber beide innerhalb weniger Runden. Danach kontrollierte er das Rennen, obwohl Hamilton nach dessen zweiten Besuch in der Box etwas Boden gutmachte.

In Runde 37 bog Vettel ein zweites und letztes Mal zu seinen Mechanikern ab. Die Führung verlor er nur für einen Umlauf an Hamilton. "Im zweiten Stint hat Lewis aufgeholt und es war echt schwer. Am Ende war ich aber in der Lage, den Vorsprung solide zu verwalten."

"Du wirst in Rot gewinnen"

In den letzten Runden konnte Vettel nur noch ein Defekt stoppen. Oder ein Konzentrationsproblem. Vettel erzählt: "Ich habe auf das Chassis geschaut und mir gedacht: Das ist ein rotes Auto und du wirst gewinnen. Dann musste ich mich wirklich zusammenreißen. Ich dachte: Ok, denk nicht darüber nach, sonst verpasst du noch die nächste Kurve."

Nach der Zieldurchfahrt brachen alle Dämme. "Das Team ist phänomenal, sie haben mich vom ersten Moment an super aufgenommen. Wir haben ein tolles Auto. Heute haben wir einen unglaublichen Job gemacht. Die Pace war super, die Strategie auch. Wir haben Mercedes fair und ohne Hilfe von außen auf der Strecke besiegt." Von den Fans zeigte er sich überwältigt: "Sie sind unglaublich. Ich habe nur zwei Rennen bestritten, aber die Atmosphäre ist einzigartig."

Reifenmanagement Schlüssel zum Erfolg

Und wie gelang es Vettel, beide Mercedes in Schach zu halten? "Heute kam es darauf an, die Reifen in Schuss zu halten. Ich glaube, dass wir darum die Lücke zu Mercedes verglichen zu Australien schließen konnten", sagte der ehemalige Red Bull-Pilot. "Ich denke, dass Mercedes zu diesem Zeitpunkt der Saison mit den heißen Temperaturen zu kämpfen hat. In China sollte es kühler sein, daher erwarte ich sie dort sehr, sehr stark."

In der Weltmeisterschaft liegt Vettel mit 40 Punkten nun drei Zähler hinter Hamilton. Ist in diesem Jahr gar der WM-Titel drin? "Ich hoffe doch. Deshalb habe ich hier unterschrieben. Aber wir wissen, dass Mercedes sehr stark ist, aber heute haben wir einen unglaublichen Job gemacht. Wir müssen daran anknüpfen, und das ganze Jahr versuchen, das Beste aus dem Auto herauszuholen."

Trotz seines Sieges verlor Vettel auch kritische Töne. In Bezug auf seine eigenen Leistung 2014: "Ich denke, wir hatte bei Red Bull ein sehr gutes Auto. Aber ich habe es einfach nicht auf die Reihe gebracht."

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