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Vettel gegen Alonso

Zahlenvergleich spricht für Vettel

Vettel & Alonso - GP Kanada 2013 Foto: xpb 58 Bilder

Diese Weltmeisterschaft läuft wieder auf ein Duell Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso hinaus. Mit umgekehrten Vorzeichen wie im Vorjahr. Diesmal ist Alonso der Jäger und Vettel der Gejagte. Obwohl Alonso nach sieben Rennen 10 Punkte mehr auf dem Konto hat als im Vorjahr, stehen seine Chancen schlechter.

17.06.2013 Michael Schmidt

Dieses Duell wird zum Dauerbrenner. Zum dritten Mal nach 2010 und 2012 läuft die Weltmeisterschaft auf einen Zweikampf zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso hinaus. Nur Kimi Räikkönen könnte das Duell der Giganten noch stören, doch mit 44 Punkten Rückstand beginnt der Finne bereits den Anschluss zu verlieren. Räikkönen holte aus den letzten beiden Rennen drei Punkte. Das darf man sich gegen einen Vettel in Hochform und einen Red Bull, der standfest wie ein Panzer ist, nicht leisten.

Lewis Hamilton, Mark Webber und Nico Rosberg liegen mit 55 Zählern und mehr bereits aussichtslos zurück. Da müsste Mercedes schon eine Wunderwaffe auspacken und plötzlich die Reifen verstehen, damit Hamilton und Rosberg noch in den WM-Kampf eingreifen können.

Alonso setzt auf Vettels Pech

Nach sieben von 19 Grand Prix steht es 132:96 für Vettel. Vor einem Jahr lagen die beiden WM-Rivalen nach dem GP Kanada noch Kopf an Kopf. Da hatte Alonso mit 86:85 knapp die Nase vorn. "Ich habe zehn Punkte mehr auf dem Konto als im letzten Jahr, bin aber nur Zweiter. Das liegt daran, dass Vettel jedes Mal das Maximum an Punkten herausgeholt hat. Ich muss an ihm dranbleiben und darauf setzen, dass jeder von uns mindestens ein Mal pro Saison Pech hat", macht sich Alonso Hoffnung.

Der Spanier hat seine Nullrunde bereits hinter sich. Beim GP Malaysia rasierte er sich in der Startrunde an Vettels Red Bull den Frontflügel ab. Ferrari versäumte es, den Spanier sofort an die Box zu holen. Es gibt aber auch Stimmen im Fahrerlager, die behaupten, Alonso hätte auf eigene Faust entschieden weiterzufahren, um sich mit dem kaputten Flügel so lange durchzukämpfen, bis er auf der abtrocknenden Strecke den Wechsel auf Slicks riskieren konnte.

Vettel macht mehr aus den schlechten Rennen

36 Punkte Vorsprung sind eine Menge Holz. Alonso klammert sich daran, dass er 2012 vor der Sommerpause bereits 42 Punkte Vorsprung hatte und dieses Guthaben innerhalb von nur vier Rennen komplett einbüßte. Doch Vettel und sein Red Bull machen im Augenblick nicht den Eindruck, als dass sie Alonso und Ferrari einen Gefallen tun würden. Selbst wenn es für den Titelverteidiger mal schlecht läuft, kommt er noch mit einem blauen Auge davon.

Alonso dagegen fällt dann gleich richtig hinten runter. In drei der sieben Rennen kam Alonso vor Vettel ins Ziel. Doch er machte jedes Mal nur kleine Punkte gut. In Melbourne 3, in Shanghai und Barcelona je 13. Wenn Vettel seinen Gegner schlägt, dann meistens mit einer großen Punktedifferenz: In Malaysia hängte Vettel seinen Rivalen um 25 Punkte ab, in Bahrain 21, in Monaco 12 und in Kanada 7.

Red Bull fährt höheres Entwicklungstempo

Der Ferrari und der Red Bull haben ihre Vorlieben. Das rote Auto braucht ein flüssiges Layout mit langen Kurven, während sich der Red Bull eher auf Stop-and-Go Kursen wohl fühlt. Der Ferrari ist bei wärmeren Temperaturen stärker, der Red Bull bei kühlen Verhältnissen. Die nächsten vier Grand Prix sprechen vom Layout eher für Alonso.

Trotzdem wird es für den Weltmeister von 2005 und 2006 immer schwieriger, Vettel Punkte abzujagen. Erfahrungsgemäß ist die Entwicklungsgeschwindigkeit bei Red Bull größer als bei Ferrari. 2012 schlug das Pendel nach der Sommerpause um. Ferrari stagnierte. Red Bull ist jeder Einsatz Recht, das Auto wieder auf die Siegerstraße zurückzubringen. Es gehen Gerüchte um, dass Adrian Newey eine komplett neue Heckpartie in Arbeit hat, um den Reifenverschleiß auf schnellen Strecken zu verringern.

Beim Verständnis der Reifen hat Red Bull bereits Fortschritte gemacht, wie Teamchef Christian Horner in Montreal bestätigte: "Wir haben die Probleme von Barcelona verstanden und wissen jetzt besser, welches Setup die Reifen verlangen. Auch auf Strecken mit schnellen Kurven." Ferrari arbeitet an seiner Qualifikationsschwäche. "Wenn wir Fernando in die ersten zwei Startreihen bringen, dann kann er das Rennen auch gewinnen", glaubt Rennleiter Stefano Domenicali.

Vettel mit Alonso-Taktik

Am Ende werden es die beiden Fahrer entscheiden. Und da scheint Vettel in seiner Entwicklung noch einmal einen Schritt gemacht zu haben. Seine Saison erinnert an die von Alonso im Vorjahr. Die Rennen, die er gewinnen muss, gewinnt er. Alle anderen verlässt er mit maximal möglicher Ausbeute. So wie sein großer WM-Rivale vor einem Jahr. Da fährt die Selbstsicherheit mit, die sich aus drei Titeln in Folge speist.

Alonso hat jetzt ein viel besseres Rennauto als vor zwölf Monaten, was ihn in kritischen Momenten offenbar hemmt. 2012 fuhr er wegen der Defizite mit dem Auto mit einer Nichts-zu-verlieren-Einstellung. Jetzt fährt die Angst Fehler zu machen mit. Und prompt passieren sie.

Die Kollision mit Vettel in der ersten Runde des GP Malaysia. Der Versuch, beim GP Bahrain eine offensichtlich defekte Heckflügelverstellung ein zweites Mal zu aktivieren, was einen zusätzlichen Boxenstopp kostete. Eine ungewohnte Zweikampfschwäche in Monte Carlo, die auch der Warnung vom Team geschuldet war, dass Felipe Massa wegen eines Aufhängungsbruchs einen bösen Unfall hatte.

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