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Vettel vs. Kvyat

Warum fuhr Kvyat zwei Mal auf?

Start - Formel 1 - GP Russland - 1. Mai 2016 Foto: Start - Formel 1 - GP Russland - 1. Mai 2016 23 Bilder

Sebastian Vettel gegen Daniil Kvyat, die zweite. Diesmal gab es über die Schuldfrage keine Diskussionen. Doch warum ist der Red Bull-Pilot innerhalb von 200 Metern gleich zwei Mal in den Ferrari gekracht? Und warum kommt es in diesem Jahr überhaupt zu so vielen Unfällen beim Start?

03.05.2016 Michael Schmidt

Andere Rennstrecke, gleiches Duell. Wie in Shanghai geraten Sebastian Vettel und Daniil Kvyat auch in Sochi aneinander. Und diesmal innerhalb von 200 Meter gleich zwei Mal. In beiden Fällen fuhr der Red Bull-Pilot von hinten auf.

Kvyat rutscht in Vettel

Vettel echauffierte sich vor den TV-Mikrofonen: "Ein völlig unnötiges Manöver. Ich bekam einen massiven Schlag von hinten, fuhr weiter und wurde noch einmal von ihm getroffen. Die Fernsehbilder sagen alles. Ich dachte, das Rennen dauert 53 Rennen, aber nicht alle scheinen das gewusst zu haben. Kvyat hat vor zwei Wochen einen Fehler gemacht und jetzt wieder."

Die von Vettel angesprochene Szene beim GP China war diskutabel. Diesmal nicht. Weil es in Sochi keine Lücke gab wie 14 Tage zuvor. Kvyat hat am Ende der Zielgeraden einfach unterschätzt, dass sich das Feld beim Anbremsen so stark staut. "Ich habe nicht erwartet, dass ich dort so stark bremsen musste. Die Hinterräder haben blockiert, und dabei bin ich in Seb gerutscht."

Auch Ricciardo gibt Kvyat die Schuld

Aus Vettels Sicht hörte sich der Vorfall so an: "Ich hatte einen guten Start, obwohl ich ohne Windschatten gefahren bin. Vor der zweiten Kurve bin ich dann auf der Bremse rechts neben Ricciardo. Ich hätte die Kurve auch locker bekommen, kriege aber einen Schlag von hinten." Der Treffer stellt Vettels Ferrari kurz quer und schmettert ihn in den zweiten Red Bull von Ricciardo.

Der Australier ist gewissermaßen die dritte Instanz: "Ich sah Seb auf der Innenseite heranfliegen, Perez lag außen. Bis dahin dachte ich, wir wären nur zu dritt. Dafür wäre Platz gewesen. Plötzlich rutschte mir Seb ins Auto. Mir war aber schon klar, dass auch ihm einer draufgefahren sein musste. Im Replay sieht man ganz klar, dass Daniil das ganze Schlamassel angezettelt hat. Wenn da innen noch Platz für Daniil gewesen wäre, hätte ich es verstanden. Aber er musste in seiner Situation nicht so spät bremsen. Als Seb mir dann ins Auto gerutscht ist, hat er mich auch noch in Perez gedrückt. Das hat Sergio den Reifen aufgeschlitzt."

Lewis Hamilton taugt nicht als Augenzeuge: "Ich sah es nur aus dem Augenwinkel und habe instinktiv gedacht. Das gleiche wie in China passiert mir nicht nochmal. Deshalb bin ich einen ganz weiten Bogen gefahren. Hätte ich normal eingelenkt, wäre ich wieder mittendrin gewesen."

Vettel musste ausweichen und vom Gas

Aus diversen Cockpitperspektiven sieht der erste Schlag von Kvyat gegen Vettel ziemlich heftig aus. Wurde Vettels Auto dabei schon beschädigt? Der Getroffene meint: "Ich weiß nicht, ob das Auto noch intakt war, generell aber schon, denn ich konnte aus der zweiten Kurve dicke rausbeschleunigen und habe dann geschaut, ob alles in Ordnung ist."

Doch wie kamen Vettel in Kvyat in der Omega-Kurve wieder zusammen? Kvyat beschreibt es so: "In Kurve 3 konnte ich erst gar nichts sehen. Plötzlich war wieder der Ferrari vor mir. Seb schien mir langsamer zu fahren als normal." Dafür gibt es eine Erklärung. Vettel war beim Beschleunigen in den langen Linksbogen mit diversen Ausweichmanövern beschäftigt: "Ich musste reagieren, weil Perez vor mir einen Plattfuß hatte. Dann hat Lewis gelupft, und so war ich auch gezwungen, vom Gas zu gehen. Das muss auch Kvyat gesehen haben. Er ist mir voll hinten drauf. Ich wusste nicht einmal, wo er war."

Große Auslaufzonen schuld an Übermut

Nach dem Rennen prasselte viel Kritik über dem 22-jährigen Russen herein. Auch vom eigenen Team. Berater Hemut Marko tadelte: "Wir haben da einen sehr übermotivierten Kvyat gesehen. Er hat nicht nur Vettels Rennen zerstört, sondern auch noch das von Ricciardo. Und der Sainz hat auch noch Teile abgekriegt."

Kvyat sah diesmal seine Schuld ein: "Sorry für Seb und Daniel, der auch noch mit reingezogen wurde. Wir haben heute eine Menge Punkte weggeworfen." Teamchef Christian Horner bestätigt: "Daniil hat sich bei allen im Team entschuldigt. Er wird sich auch bei Vettel melden." Dazu der Ferrari-Star: "Er muss mit mir reden, nicht ich mit ihm."

In der zweiten Kurve ist weiter hinten im Feld noch ein zweiter Unfall passiert. Esteban Gutierrez nahm Nico Hülkenberg auf die Hörner. Rio Haryanto stolperte über das linke Hinterrad des Force India. Es ist nun schon der dritte Grand Prix in Folge mit reichlich Kleinholz in der ersten Runde. Jenson Buttons Erklärung ist plausibel: "Auf den modernen Strecken ist in der ersten Kurve zu viel Auslauf. Das verleitet die Leute zu riskanten Manövern. Weil sich jeder denkt: Ich kann ja nach außen ausweichen."

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