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Vettel gegen Ricciardo

Unentschieden beim Heimspiel

Ricciardo - GP Deutschland 2014 Foto: xpb 79 Bilder

Seit 2009 war die interne Hackordnung bei Red Bull fest zementiert. Sebastian Vettel gewann seine Duelle gegen Mark Webber. Im Training wie im Rennen. In diesem Jahr muss der vierfache Weltmeister kämpfen. Daniel Ricciardo liegt nach zehn Runden noch vorne. Doch Hockenheim könnte ein Wendepunkt gewesen sein.

23.07.2014 Michael Schmidt

Wer diesen Zwischenstand im Red Bull-Duell gewettet hätte, wäre reich geworden. Nach zehn Grand Prix führt Daniel Ricciardo nach WM-Punkten mit 106:82 gegen Sebastian Vettel an. Im Trainingsduell steht es je nach Lesart 6:4 oder 7:3 für den Australier. Nimmt man die Rundenzeiten der Qualifikation, dann war Ricciardo 7 Mal schneller. Nach Startplätzen nur 6 Mal. Vettel ging aber auch vier Mal mit technischen Problemen in die Schlacht um die schnellsten Rundenzeiten.

Auch in Hockenheim stand Ricciardo vor Vettel in der Startaufstellung. Im Rennen drehte der Weltmeister den Spieß um. Schon im Training hatte man den Eindruck, dass Vettel seinen Teamkollegen im Griff hat. Im Q2 lag er noch zwei Zehntel vor Ricciardo. Um im Q3 dann 0,304 Sekunden auf ihn zu verlieren.

Vettel bezahlte für einen kleinen Fehler in Kurve 2: "Die Hinterräder haben beim Bremsen blockiert. Damit stieg die Temperatur der Hinterreifen, und die hast du bei der Hitze auf dem Rest der Runde nicht mehr runtergebracht. Im Motodrom ist das Auto dann nur noch gerutscht."

Missverständnis "Fuel save" statt "Fuel burn"

Ricciardos Rennen bekam schon beim Start einen Dämpfer. Er wurde Opfer der Kollision zwischen Felipe Massa und Kevin Magnussen: "Ich sah den Unfall kommen und bin vorsichtshalber mal auf die Außenspur. Leider ist mir Massa hinterhergerutscht, und ich musste immer weiter nach außen, um ihn nicht zu treffen." Als sich der Vierte des Trainings wieder in den Verkehr eingefädelt hatte, lag er auf Platz 15. Vettel hielt Platz 3.

Da sich schnell herausstellte, dass Valtteri Bottas nicht zu halten war, konzentrierte sich Vettel nach hinten. Sein Silverstone-Gegner Fernando Alonso klopfte an die Tür. Nach dem dritten Stopp war auch Lewis Hamilton vorbei. Am Ende reichte es zu Rang 4. Zwei Positionen und 8,5 Sekunden vor Ricciardo.

Das war ungefähr auch der Abstand in der vierten Runde. Allerdings auch mit acht Autos zwischen den beiden Red Bull. Ricciardo profitierte bei seinem Vorwärtsmarsch auch ein wenig von Hamilton. Oft überholten die beiden im Doppelpack.

Alonso konnte Vettel trotz eines Missgeschicks hinter sich halten. Teamchef Christian Horner klärt auf, warum Vettel zwischendrin plötzlich Sprit sparen musste: "Seb hat ein Kommando falsch verstanden. Statt 'fuel save' hat er 'fuel burn' gehört. So kam er ins Minus. Er hat dann aber genug gespart, um für ein Finale mit Alonso gerüstet zu sein."

Vettel konnte sich am Ende bei Ricciardo bedanken. Der hatte Alonso vier Runden lang aufgehalten. Angesichts der Spritsorgen ist es allerdings fraglich, ob Alonso bei freier Bahn ein hohes Tempo bis zum Schluss durchgehalten hätte.

Fahrverhalten ohne FRIC kontrollierter

Hockenheim vermittelte den Eindruck, als hätte sich Vettel in seinem RB10 wohler gefühlt, auch wenn bei ihm immer noch das generelle Gefühl vorherrscht, dass sein Auto zu viel rutscht: "Es fehlt Grip an allen vier Ecken." Möglicherweise hat der Ausbau von FRIC dabei geholfen. Viele Fahrer berichteten, dass sich die Autos im ersten Teil der Kurve besser anfühlen, auch wenn Rundenzeit verloren geht. Tenor: "Vom Einlenken bis zum Scheitelpunkt ist das Auto berechenbarer."

Genau das ist der Bereich, in dem Vettel in der Vergangenheit seine Zeit auf Webber gut gemacht hat, im Vergleich zu Ricciardo aber strauchelte. "Weil ich das Auto am Kurveneingang nicht genau positionieren kann." Das hatte zwei, möglicherweise drei Gründe. Die Bremsbalance ist abhängig vom Laden der Batterien. Und da war der Renault-Motor lange eine Wundertüte. Beim Runterschalten wurde das Zwischengas nicht präzise dosiert, was zu harten Schaltmanövern und Unruhe im Heck geführt hat.

Den dritten Grund für Probleme beim Einlenken erklärt Mercedes-Chefdesigner Aldo Costa: "Das FRIC hat beim Anbremsen und Einlenken viel im Hintergrund geregelt und versucht, das Auto auf eine Plattform zu stellen. Es kann sein, dass sich manche Fahrer ohne FRIC wohler fühlen, weil sie selber wieder die volle Kontrolle beim Einlenken des Autos haben."

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