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Vettel-Getriebe-Problem

Keine versteckte Stallregie bei Red Bull

Sebastian Vettel & Mark Webber - GP Brasilien 2011 Foto: xpb 60 Bilder

Nach dem Rennen von Sao Paulo vermuteten einige, dass Red Bull das Getriebeproblem bei Sebastian Vettel nur vorgetäuscht hat. Doch der Deutsche hatte Glück, dass er das Rennen überhaupt beenden konnte.

27.11.2011 Tobias Grüner

Beim Saisonfinale in Interlagos wurden Erinnerungen wach. 1991 fuhr Ayrton Senna an gleicher Stelle zum Sieg. Das besondere an der Leistung: an seinem McLaren ging der vierte Gang verloren. Trotzdem konnte der Brasilianer drei Sekunden vor dem Rest des Feldes über die Ziellinie fahren.

Kampf um den Sieg war schon früh verloren

Bei Sebastian Vettel war es am Sonntag der zweite Gang, der zuerst Probleme machte. Schon in Runde fünf wurde der Weltmeister erstmals aufgefordert, früher als gewöhnlich hochzuschalten. Irgendwann konnte er keinen der unteren Gänge mehr ausdrehen. "Ich habe früh gemerkt, dass ich nicht um den Sieg kämpfen kann, wenn ich so fahre, wie es meine Ingenieure wünschten", erklärte der Red Bull-Pilot.

Vom Angriffsmodus schaltete der Heppenheimer auf eine materialschonende Fahrweise. "Ich habe über Funk gesagt, dass ich Mark vorbeilassen werde", erklärte Vettel. Und so kam es in Runde 29 auch. Die Red Bull-Piloten tauschten Plätze. Vettel fuhr in der Runde vor dem "Überholmanöver" fast eine Sekunde langsamer als sein Teamkollege.

Ferrari wittert Stallregie

Doch danach schien der Deutsche sein Tempo wieder zu erhöhen. Im Ziel trennten die beiden Bullen nur knapp 17 Sekunden. Hatte der Kommandostand da etwa seine Finger im Spiel? Wollte man Mark Webber den ersten Sieg der Saison schenken und ihm eine bessere Chance auf den Vizetitel geben? Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali grinste: "Sie sind wirklich gut im Umgang mit Problemen."

Doch nach dem Rennen wurde der Verdacht schnell widerlegt. Ein Blick auf die Daten zeigte, dass kaum noch Öl im Getriebe war. Weit wäre Vettel nicht mehr gekommen. Der Deutsche hatte Glück, überhaupt die Ziellinie zu sehen. Ein Ingenieur im Team soll sogar während des Rennens die Aufgabe vorgeschlagen haben.

Button nimmt Red Bull in Schutz

Auch die Piloten wehrten sich gegen den Vorwurf des falschen Spiels. "Man hat es gerochen. Und man hat gesehen, dass er Flüssigkeit verliert", erklärte Webber anschließend. Doch warum hat Vettel später weniger Zeit verloren als zu Beginn. Jenson Button von Konkurrent McLaren erklärt das Phänomen: "Man lernt, mit Problemen umzugehen und sich anzupassen. Wenn die Reifen abbauen oder man Sprit sparen muss, erkennt man schnell, was man tun muss, um trotzdem schnell zu fahren."

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