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Vettel glaubt an das Wunder

"Extra Leistung gibt es nicht"

Sebastian Vettel - GP China 2014 Foto: xpb 92 Bilder

Sebastian Vettel hat einen Plan. Solange Mercedes unerreichbar ist, maximal punkten und dann zuschlagen. Der Weltmeister weiß, dass dieser Punkt so schnell wie möglich kommen muss. Sonst kann er den Titel abschreiben.

17.04.2014 Michael Schmidt

Sebastian Vettel fehlen 38 Punkte auf WM-Spitzenreiter Nico Rosberg. Eine Menge Holz, wenn man bedenkt, dass der Mercedes in den ersten drei Rennen eine Sekunde pro Runde schneller war als der Red Bull. Da ist es auch kein Trost, dass sich Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo den Rückstand hauptsächlich auf den Geraden einfangen.

Der Leistungsrückstand ist eher ein Grund zur Sorge. Denn für den Speed auf der Geraden ist Motorenpartner Renault zuständig. Und da haben internen Quellen zufolge bei den ersten drei Rennen 70 bis 80 PS auf die Mercedes-Raketen gefehlt. Es sollen bald nur noch 40 PS sein.

Guter Schritt bei Bahrain-Testfahrten

Trotzdem gibt sich Vettel nicht geschlagen. Die zweite Ausbaustufe des Renault V6-Turbo in Bahrain war bereits ein kleiner Fortschritt. Theoretisch bringt sie konstanter mehr Power. Doch in Bahrain fehlte noch die zugehörige Software, diese Vorteile zu nutzen.

"Wir haben bei den Testfahrten in Bahrain einen guten Schritt gemacht. Hauptsächlich in Sachen Fahrbarkeit und Kontrolle. Extra Leistung gibt es nicht. Unser größtes Defizit ist, dass wir mit der neuen Antriebseinheit immer noch dazulernen. Wir kriegen noch nicht das raus, was drin sein müsste. Daniel konnte in Bahrain viele Runden drehen. Er konnte einiges ausprobieren. Das hat uns beim Verständnis geholfen."

Große Überraschung, wenn Lücke in China geschlossen wird

Doch wie groß wird der Schritt ausfallen? Vettel gibt sich vor dem GP China vorsichtig: "Es wäre eine große Überraschung, wenn wir die Lücke in einem Schritt schließen könnten. Sie beträgt ja immerhin eine Sekunde."

Der Seriensieger der letzten Jahre hat sich damit arrangiert, dass er im Augenblick nur um die Plätze 3 bis 6 kämpft. "Das ultimative Ziel bleibt natürlich der Sieg. Aber im Moment muss das realistische Ziel lauten, den Abstand auf Mercedes zu schließen. Wir wissen, dass das nicht über Nacht geht. Deshalb müssen wir maximal punkten bis wir sie endlich eingeholt haben. Was hoffentlich bald passiert."

Vettel und die neuen Stellschrauben

Für Red Bull ist ein neues Zeitalter angebrochen. Auch für Vettel. Das Auto nach dem alten Reglement kannten Ingenieure und Fahrer in- und auswendig. "Da wussten wir, an welchen Stellschrauben wir drehen mussten, um das entsprechende Ergebnis zu bekommen. Jetzt sind ein paar dieser Schräubchen weggefallen und viele neue dazugekommen. Ich fühle mich nocht nicht so wohl im Auto wie es sein sollte."
 
So ist es auch zu erklären, dass Daniel Ricciardo beim GP Bahrain die Nase vorne hatte. "Er hat mehr aus dem Auto und den Reifen rausgeholt als ich. Wir sind noch am Analysieren, warum das so war. Es könnte kleine Unterschiede im Setup des Autos gewesen sein, der Fahrstil und das Programm der Antriebseinheit."

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