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Vettel, Glock & Co. - die Deutschen am Nürburgring

Nur Sutil verpasste die Top Ten

GP Deutschland 2009 Foto: Wolfgang Wilhelm 60 Bilder

Beim Großen Preis von Deutschland gab es nur für Sebastian Vettel und Nico Rosberg Zählbares. Zum tragischen Held entwickelte sich wieder einmal Adrian Sutil, der in aussichtsreicher Position mit Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen kollidierte.

12.07.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel wusste nach dem Rennen nicht so recht, ob er sich über Rang zwei freuen oder ärgern sollte. "Ich versuche natürlich immer zu gewinnen. Aber Mark war heute eindeutig der schnellste Mann im Feld", gratulierte er dem Teamkollegen Webber zu dessen erstem Sieg. Sein eigenes Rennen wurde schon am Start zerstört. "Mit den ganzen KERS-Autos hinter mir, war ich der Erste in der Scheiße." Von Startplatz vier bog er als Achter in die erste Kurve ein.

Danach fuhr er lange als Sechster hinter Massa her: "Ich habe alles versucht vorbeizukommen. Aber dann hat er immer wieder seinen Spezialknopf gedrückt." Dank einer guten Strategie ging es immerhin noch bis auf das Podium. "Mehr als Platz zwei war einfach nicht drin heute." Den Grund für die Niederlage gegen Webber suchte Vettel bei sich selbst: "Ich habe gestern einen Fehler gemacht und im Qualifying zwei Zehntel verloren." In den nächsten Rennen will er aber wieder angreifen. "Wir haben ein gutes Auto. Ich freue mich schon auf Ungarn."

Timo Glock:

Timo Glocks beeindruckende Aufholjagd endete knapp vor den Punkten auf Platz neun ohne Happy End. Aus der Boxengasse gestartet zeigte sich der Toyota-Pilot deutlich besser sortiert als noch im Qualifying. "Aber das bringt ja alles nichts, wenn wir von ganz hinten starten", grummelte der Kölner. Die gute Vorstellung konnte seine Laune einfach nicht heben. "Vor allem auf den harten Reifen hatten wir einfach keinen Grip. Heute war die Pace zwar etwas besser. Aber das reicht einfach nicht."

Das größte Problem des rot-weißen Autos sind die Temperaturen. "Ich hoffe einfach, dass es in den nächsten Rennen wieder heißer wird." Andere Lösungen hatte der 27-Jährige nach dem Rennen noch nicht parat. "Wir wollen in der Konstrukteurs-WM natürlich den dritten Platz verteidigen. Da müssen wir vor Ferrari bleiben." Die ersten beiden in der Teamwertung sind nicht mehr erreichbar. "Wir müssen aufpassen. Auch McLaren holt auf", warnt Glock. Am Nürburgring musste der gelernte Gerüstbauer mit einem neuen Renningenieur arbeiten. "Das war schon ganz gut. Wir werden schon noch zusammenfinden."

Adrian Sutil:

Als einziger Pilot aus dem deutschen Quintett verpasste Adrian Sutil die Top Ten. Was früher normal war, sorgte heute beim Force India-Piloten für eine herbe Enttäuschung. "Ich hätte locker in die Punkte fahren können", ärgerte sich der Deutsche. Schuld daran, dass die Mannschaft von Teamchef Vijay Mallya noch immer ohne Zähler dasteht, war wieder einmal Kimi Räikkönen. Wie schon 2008 in Monaco warf eine Kollision mit dem Finnen Sutil aus den Punkten.

"Als ich beim ersten Stopp aus der Boxengasse fuhr, habe ich versucht meine Position zu verteidigen", erklärt der Deutsche den Unfall. "Ich wusste, dass die Ferrari von hinten kommen. Mit kalten Reifen habe ich mich gewehrt. Vielleicht wäre außen noch ein wenig Platz gewesen. Aber ich will niemanden beschuldigen. Es war ein normaler Rennunfall." Zwischenzeitlich lag Sutil sogar auf Rang zwei. "So gut wie noch nie in meiner Karriere. Das hat echt Spaß gemacht." Deshalb sieht der Gräfelfinger das Wochenende auch als Erfolg. "Wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Damit können wir zufrieden sein."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg war bester Laune. Seine Serie der letzten fünf Rennen kann sich sehen lassen. Platz acht, sechs, fünf, fünf und vier. "Und wir sind bereits drei Mal knapp am Podium vorbeigeschrammt", freute sich der Williams-Pilot über die erneute Steigerung seines Teams. Kein Fahrer hat im Rennen so viele Plätze gewonnen wie der neue WM-Siebte. Start auf Platz 15, Zieleinlauf auf Rang vier. "Der Start war gar nicht mal so gut", erzählt Nico. "Aber dann bin ich in den ersten Kurven an sechs Autos vorbeigefahren. Dabei hat es unheimlich lang gedauert, bis endlich die Reifen auf Temperatur kamen." Ein langer erster Stint, der ihn eigentlich bis Runde 32 bringen sollte, der aber dann schon in Runde 29 mit dem ersten Tankstopp endete, hätte Rosberg eigentlich misstrauisch machen sollen.
 
Man erzählte ihm erst nach dem Rennen, dass mit der Benzinversorgung etwas nicht stimmte. "Ich musste immer mehr Benzin mitnehmen als es nötig gewesen wäre. Durch das zusätzliche Gewicht verlor ich drei Zehntel pro Runde. Ohne das Problem wäre ich locker auf Platz drei gefahren." Nach einem starken Mittelabschnitt kam das gefürchtete Finale mit den heiklen weichen Reifen. Doch Rosberg hat aus der Melbourne-Episode gelernt. "Diesmal bin ich ganz vorsichtig gefahren, um das Körnen zu verhindern. Und es hat funktioniert. Button hinter mir war viel aggressiver, weil er noch an mir vorbei wollte, doch am Ende ist er dann abgefallen. Er hat wohl die Reifen zu hart rangenommen."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld war sauer. Da hat er ein Auto in der Hand, um damit in die Punkte zu fahren, doch dann kommen zwei, drei Kleinigkeiten dazwischen, die das verhindern. "Das ist extrem ärgerlich, so Punkte zu verschenken", presste Heidfeld, noch hochrot im Gesicht, hervor. Am Start wollte er gleich an Sutil vorbei, was dann aber schief ging und ihn auf Platz 12 zurückwarf. "Für die weichen Reifen hatten wir zuviel Sprit an Bord. Und eine aussichtsreiche Rennposition war nach dem Start auch beim Teufel." Im Mittelabschnitt fuhr Heidfeld richtig flotte Rundenzeiten. Bis er auf Teamkollege Kubica auflief. Der machte ihm zwei Runden lang das Leben schwer.

"Zu lang", fluchte Heidfeld, den der Zeitverlust beim nächsten Stopp bestrafte. Da gingen noch einmal zwei Sekunden verloren, von denen seine direkten Gegner Alonso, Kovalainen und Glock profitierten. "Ich wollte nach dem Tankstopp losfahren, da kam Piquet gerade angerauscht. Mir blieb nichts anderes übrig als zu warten, es dauerte eine gefühlte Ewigkeit." Zum Schluss steckte der BMW-Pilot im Getriebe des Toyota von Timo Glock, der wiederum mit Heikki Kovalainen um Platz acht kämpfte. An Überholen war für Heidfeld nicht zu denken. "Ich hatte auch Druck von hinten und konnte nach vorne nicht zuviel riskieren." In seinem Nacken saß erst Nakajima, später Fisichella.

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