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Vettel, Heidfeld & Co. - die Deutschen in Istanbul

Drei Mal Punkte, drei Mal Frust am Bosporus

GP Türkei 2009 Foto: dpa 51 Bilder

Die fünf deutschen Piloten haben sich in der Türkei etwas mehr erhofft. Obwohl das Quintett insgesamt elf Punkte einfuhr, war am Ende nur Nico Rosberg richtig zufrieden. Nach einer erneuten Niederlage gegen Jenson Button schob Sebastian Vettel Frust.

07.06.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Etwas geknickt saß Sebastian Vettel bei der Siegerpressekonferenz. Während Jenson Button wieder einmal in der Mitte Platz nahm, blieb für den jungen Deutschen nur Rang drei. Durch die riskante Dreistopp-Strategie hatte sich auch noch Vettels Teamkollege Mark Webber dazwischen geschoben. "Es wäre sicherlich sinnvoller gewesen, wenn wir auf zwei Stopps gewechselt wären. Jenson Button hätten wir sowieso nicht mehr bekommen. Der war heute einfach  zu schnell."

Der Zweikampf gegen den Briten war schon nach wenigen Metern entschieden. Nach einem Fehler in Kurve neun ging der Brawn an die Spitze: "An der Stelle hatten wir heute Rückenwind und an den anderen Tagen Gegenwind. Das war sehr knifflig. Ich habe das Auto verloren und Jenson konnte einfach an mir vorbeifahren. Das war mein Fehler." Trotz des überwältigenden Vorsprungs von 32 Punkten will der Youngster weiter kämpfen: "Wir hatten heute schon ein gutes Auto und in Silverstone kommen noch einmal viele neue Teile."

Nico Rosberg:

Wie bereits nach dem Qualifying angekündigt, begann Nico Rosberg das Rennen stürmisch. Von Platz neun gestartet machte der Williams-Pilot schon in der ersten Runde viele Plätze gut. "Ich bin einfach sehr gut weggekommen und konnte direkt Alonso überholen." Auch die Ferrari sollten dem Wiesbadener nicht lange im Weg stehen. "An denen bin ich außen in der vierten Kurve vorbeigegangen. Massa hatte sich wohl durch den wechselnden Wind verbremst."

Anschließend entwickelte sich ein Fernduell mit Jarno Trulli. "Es war wirklich ein enges Ding. Wir haben unsere Strategie leicht verändert, aber am Ende hat es nicht gereicht. Trulli war einfach zu schnell." Trotzdem war Rosberg mit dem Auto und dem Rennen zufrieden. "Es ist schön zu sehen, dass wir wieder bewiesen haben, dass wir überall um Punkte kämpfen können." Für das Team hätten es sogar noch zwei Zähler mehr sein können, wenn es bei Kazuki Nakajima nicht ein Problem beim letzten Boxenstopp gegeben hätte.

Adrian Sutil:

Auch Adrian Sutil war nicht unzufrieden mit dem Rennen. In den hinteren Reihen hatte der Deutsche viel Action. "Ich habe erst mit Lewis Hamilton gekämpft und dann mit Rubens Barrichello. Das war schon sehr cool", erzählt der Force India-Pilot über die ungewöhnliche Erfahrung. Barrichello berührte Sutil sogar beim verzweifelten Versuch, ihn zu überholen: "Da ist zum Glück an meinem Auto nichts passiert. Das hätte er aber vermeiden können."

Trotz aller Spannung sprang am Ende mit Rang 17 allerdings ein ernüchterndes Ergebnis raus. "Von dem her habe ich mir sicher mehr erhofft. Aber der Speed war einigermaßen in Ordnung. Vielleicht hätten wir von der Strategie noch mehr machen können." Wie immer blickt Sutil optimistisch in die Zukunft. Schon im nächsten Rennen soll es einen Schritt nach vorne gehen: "In Silverstone haben wir jede Menge neue Teile. Das Auto ist komplett verändert. Das sollte helfen."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld war sauer. Da zeigte sein Auto einen deutlichen Formanstieg, und doch kam nur Platz elf dabei heraus. "Ich habe schon in der Aufwärmrunde gespürt, dass der rechte Vorderreifen keinen Grip aufbaut. In den ersten Runden bin ich in Linkskurven deshalb immer fast geradeaus gefahren." Heidfeld rätselte: "War der Reifen nicht richtig aufgewärmt worden, oder gab es wieder mal ein Bremsproblem? Das Auto zog so komisch nach links." Technikkoordinator Willy Rampf wusste auch keine Antwort: "Der Reifen war in den Heizdecken. Vielleicht hat er in der Aufwärmrunde irgendwo Dreck aufgesammelt."

Als Heidfeld vorne endlich den gewohnten Grip spürte, hatte sich Felipe Massa vor ihn gesetzt. Der Ferrari war schwer betankt gerade vom ersten Boxenstopp auf die Strecke zurückgekommen und bremste den Deutschen elf Runden lang ein. "Nach meinem ersten Stopp lief das Auto gut. Ich hatte den gleichen Speed wie Robert Kubica, aber da war natürlich schon Hopfen und Malz verloren."

Timo Glock:

Timo Glock hat Erfahrung mit Rennen, die er von weit hinten startet, aber weit vorne beendet. "Von Platz 13 auf 8 vorzufahren, da kann ich mich nicht beschweren. Auch wenn am Ende sogar der siebte Rang möglich gewesen wäre", rekapitulierte der Toyota-Pilot. Der Start war gut, doch dann gab es in der ersten Kurve ein Gedränge mit den beiden BMW-Piloten. "Da habe ich gleich wieder die zwei Plätze verloren, die ich vorher gewonnen hatte", ärgerte sich Glock. Dann blieb dem Hessen nur noch übrig zu warten, bis die anderen zum Tanken abbiegen würden. Er selbst war in Runde 30 der viertletzte, der seinen ersten Tankstopp abspulte.

Da lag der Kämpfer aus dem Odenwald bereits auf Punktekurs: "Ehrlich gesagt, habe ich gar nicht viel im Cockpit gerechnet. Ich bin einfach so schnell gefahren, wie es ging. Ich konnte sogar auf Jarno aufschließen, deshalb muss ich zufrieden sein." Den einen Platz gegen Kubica hat ihn vermutlich Nico Rosberg gekostet, der mit einer anderen Strategie unterwegs war. "Ich musste vor meinem zweiten Stopp noch zwei Runden lang hinter ihm herfahren. Sein Auto war schwer, meines leicht. Da ging vielleicht die Zeit verloren, die mir später auf Kubica fehlte." An einen Angriff auf den Polen dachte Glock nur kurz. "Ich war schneller als er in Kurve 8, aber es hat nicht gereicht, ihn vor Kurve 9 anzugreifen. Und aus der Schikane raus auf die Gegengerade hatte der BMW die bessere Traktion."

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