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Vettel, Heidfeld & Co. - die Deutschen in Monte Carlo

Rosberg und Vettel wollen Pokale

Nico Rosberg Foto: dpa 42 Bilder

Die fünf deutschen Piloten sind vor dem Rennen in Monaco positiv gestimmt. Sebastian Vettel und Nico Rosberg peilen am Sonntag Podiumsplätze an. Respekt bereiten allerdings die Gefahren des Leitplankendschungels.

20.05.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Nico Rosberg:

Mit viel Selbstbewusstsein geht Nico Rosberg in sein Heimspiel in Monte Carlo. "In den letzten Jahren haben wir hier immer besser ausgesehen als auf den anderen Strecken. In Barcelona waren wir in den Top Ten, also hoffe ich hier auf einen Platz auf dem Podium." Platz drei sei durchaus realistisch präzisierte der Williams-Pilot. Vor allem beim mechanischen Grip sieht Rosberg Vorteile gegenüber der Konkurrenz. "Die aerodynamische Effizienz ist dagegen nicht so wichtig. Es geht einfach darum, möglichst viel Flügel draufzupacken, um Abtrieb zu generieren."

Monaco ist für den 23-Jährigen immer ein besonderes Rennen. Zwei Monate nach seiner Geburt in Wiesbaden zog es die Familie Rosberg ins Fürstentum am Mittelmeer: "Das ist irgendwie ein komisches Gefühl. Meine alte Schule liegt nur 20 Meter hinter unserem Motorhome", erklärt der Wahlmonegasse. Eine kürzere Anreise als Rosberg hatte keiner. "Ich bin mit dem Roller gefahren, hätte aber auch laufen können." Ungewohnt sei es auch, morgens nach dem Aufstehen zuhause die Teamkleidung anzuziehen und dann mit 300 km/h durch die Stadt zu fahren.

Im vergangenen Jahr beendete Rosberg das Rennen in aussichtsreicher Position mit einem Crash in den Leitplanken. "Da war ich vielleicht etwas zu selbstbewusst. Daraus habe ich gelernt." In diesem Jahr will er das Wochenende deshalb etwas weniger aggressiv angehen. "Man muss Geduld haben und zum richtigen Zeitpunkt attackieren. Dieser Kompromiss ist allerdings schwierig, weil das Fahren hier viel Spaß macht." Rosberg ist sich den besonderen Gefahren stets bewusst: "Man denkt schon immer daran, dass bei einem Verbremser gleich die Vorderachse weg sein kann."

Sebastian Vettel:

Vor einem Jahr konnte Sebastian Vettel mit dem fünften Platz sein bis dato bestes Ergebnis feiern. Mit seinem neuen Team und neuem Auto dürfte es zwölf Monate später aber ruhig noch ein wenig weiter nach vorne gehen: "Unser Ziel ist wie immer der Sieg. Wir müssen so langsam damit beginnen, die WM gegen Brawn GP zu drehen und die Siegesserie von Jenson Button zu stoppen." Helfen könnte in den Gassen von Monte Carlo der neue Doppeldiffusor, den Red Bull erstmals ans Auto montiert.

Vettel versuchte die Erwartungen an das neue Aerodynamik-Teil allerdings herunterzuschrauben: "Wir müssen auf die ersten Trainings warten um zu sehen, ob wir damit einen Schritt nach vorne gemacht haben. Was es wirklich bringt, werden wir sowieso erst in den nächsten Rennen erkennen." Respekt hat der junge Deutsche vor der anspruchsvollen Strecke im Fürstentum. "Hier gibt es keinen Platz für Fehler, man muss sehr mutig sein. Es ist zwar schwierig über die Distanz konzentriert zu bleiben, aber es macht auch riesig Spaß."

Adrian Sutil:

Vor einem Jahr erlebte Adrian Sutil in Monaco eine der größten Enttäuschungen seiner Karriere. Nach einem bravourösen Rennen wurde der Force India-Pilot auf Rang vier von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen abgeschossen. "Ich habe aber eigentlich eher positive Erinnerungen an das letzte Jahr", erklärte Sutil bei seiner Rückkehr nach Monaco. "Wir hatten immerhin ein klasse Rennen auch wenn es ein unglückliches Ende nahm." Auch für dieses Jahr rechnet sich der Deutsche Chancen aus: "Das ganze Feld ist eng zusammen. Da zählt jedes Zehntel." Auf der Fahrerstrecke könnte das kleine Team vielleicht für eine Überraschung sorgen: "Man muss viel riskieren. Das Auto ist unruhig, da hängt viel vom Piloten ab."

Der Force India habe nach Aussage Sutils vor allem auf den Geraden seine Stärken. Zum Pech für den 26-Jährigen gibt es davon nicht sehr viele in Monte Carlo. "Uns fehlt es leider noch an Abtrieb", so Sutil. "Es wird schwer während der Saison aufzuholen. Unser Team arbeitet zwar hart in der Fabrik, aber auch die anderen präsentieren ständig neue Teile. Wir müssen einfach alles ans Auto bauen, was wir haben." Wie die anderen Piloten äußert auch Sutil seinen Respekt vor der Strecke: "Man denkt, dass es jede Runde ein wenig schneller gehen könnte. Und plötzlich ist man über dem Limit."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld tut sich schwer mit einer Prognose. Der runderneuerte BMW F1.09 hatte sich zuletzt in Barcelona klar verbessert gezeigt, aber Monte Carlo ist eben eine ganz spezielle Strecke und deshalb schwer einzuschätzen: "Es ist zu einfach, den dritten Sektor von Barcelona als Gradmesser herzunehmen. Es gibt dort zwar viele langsame Kurven, aber das ist eben nur ein Teil der Strecke. Du musst dein Auto auch für die vielen schnellen Kurven abstimmen, und deshalb fährst du im langsamen Sektor drei mit einem Kompromiss. Für Monte Carlo wird das Auto ganz speziell abgestimmt. Das ist deshalb nicht vergleichbar."

Heidfeld glaubt, dass sich der positive Effekt der Slicks mehr auswirken wird, als der Nachteil des reduzierten Abtriebs: "Mit den Slicks kannst du präziser fahren. Auf den Rillenreifen hat sich das Auto stark bewegt, es war deshalb weniger gut berechenbar, und das ist in Monte Carlo ein Nachteil."

Timo Glock:

Timo Glock hofft, dass der Durchhänger von Barcelona ein Einzelfall bleibt. "Ich erwarte eine Richtungsänderung. Wo wir wirklich stehen, werden wir aber erst in Istanbul wissen. Monaco ist zu speziell, um uns eine Auskunft zu geben, ob wir auf die Probleme richtig reagiert haben." Der neue Frontflügel ist wieder am Auto, allerdings in modifizierter Form. Da auf dem engen Stadtkurs die Mechanik des Autos eine große Rolle spielt, sieht Glock gute Chancen für sich und sein Team. "Melbourne war eine Art kleiner Stadtkurs. Da waren wir ganz gut aufgestellt. Warum nicht auch in Monaco?"

Für den Fahrer ist Monte Carlo immer noch die ultimative Herausforderung. "Jede Kurve ist speziell, jede der 78 Runden anders. Du musst eine gute Balance zwischen Aggressivität und Vorsicht finden. Es gilt so nah wie möglich an die Leitplanke ranzufahren, und zwar so, dass noch eine Briefmarke Platz dazwischen hat." Speziell ist auch der Tag Pause am Freitag, den es nur in Monte Carlo gibt. "Einerseits ist es gut, weil du eine Nacht mehr über das Ganze schlafen kannst. Andererseits ändert sich die Strecke mehr, wenn ein Tag dazwischen liegt. Du musst dich am Samstag erst mal wieder neu zurechtfinden. Wenn dein Auto stark auf Streckenänderungen reagiert, kann das zum Problem werden."

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