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Vettel, Heidfeld & Co. - die Deutschen in Monte Carlo

Unzufriedenheit im deutschen Lager

Timo Glock Foto: dpa 45 Bilder

Für das deutsche Quintett lief das Qualifying in Monte Carlo alles andere als geplant. Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Adrian Sutil klagten über den Verkehr, Nick Heidfeld und Timo Glock über das zu langsame Auto.

23.05.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Nico Rosberg:

Nico Rosberg gab sich nach dem Qualifying sauer. Dem Wahl-Monegassen war ein Barrichello über die Leber gelaufen: "Da wurde ich klar behindert", schimpfte Rosberg. "Rubens hat in seiner ersten fliegenden Runde die Reifen noch schonend behandelt, um in der zweiten Runde anzugreifen. Während er vier bis fünf Sekunden langsamer fuhr, bin ich von hinten mit Vollgas angekommen." Daraufhin musste Rosberg im schnellen Hafenteil das Tempo rausnehmen. "In der zweiten schnellen Runde, waren meine Reifen dann aber schon zu stark abgenutzt."

Nach der Session beschwerte sich der Williams-Pilot bei der Rennleitung. Allerdings glaubt Rosberg selbst nicht recht an einen Erfolg. "Als ich gemerkt habe, dass ich auflaufe, habe ich schnell Gas rausgenommen. Da hat man das im Fernsehen dann gar nicht gesehen." Die Pole Position sei nicht drin gewesen, aber einen Platz in der zweiten Reihe hätte er sich schon erhofft. "Vor allem weil wir eine aggressive Strategie mit dem Benzin gewählt haben." Aber nicht nur wegen des geringen Gewichts ist das verpatzte Qualifying ärgerlich. "So eine gute Chance wir hier haben wir wohl in der ganzen Saison nicht mehr."

Adrian Sutil:

Im Force India-Lager herrschte nach dem Zeittraining Hochstimmung. Zum ersten Mal in dieser Saison kamen beide Autos in die zweite Runde. "Das hat bei uns einfach von Anfang an gepasst. Das war kein Glück, sondern verdient", freute sich Adrian Sutil. Der Deutsche war zwar zufrieden für das Team, er selbst zeigte sich aber fast ein wenig enttäuscht, dass für ihn persönlich nur Rang 15 herausgesprungen ist: "Ich wurde leider oft aufgehalten. Schon in Q1 hatte ich am Ende noch Glück, dass es gerade so gereicht hat."

Wenn es optimal gelaufen wäre, hätte es nach Einschätzung des Piloten auch zu Platz zwölf oder 13 reichen können. Nur in der Boxengasse war Sutil der Schnellste. Er wurde mit 101,5 km/h geblitzt und muss ein Bußgeld von 1.200 Euro bezahlen. Dem Rennen am Sonntag blickt er optimistisch entgegen: "Endlich können wir auch mal was zeigen. Es wird wohl stark auf die Strategie ankommen." Sutil glaubt, dass von der Ein- bis zur Dreistoppstrategie alles zu sehen sein wird im Rennen. "Es wird auf jeden Fall ein spannendes Rennen."

Nick Heidfeld:

"Es war ein schlechter Tag", fasst Nick Heidfeld das Ergebnis für BMW-Sauber zusammen. Das weiß-blaue Duo findet sich in der Startaufstellung in der vorletzten Reihe wieder. "Nach dem freien Training wussten wir, dass es nicht gut läuft. Aber wir waren trotzdem enttäuscht." Zur Qualifikation ließ der Mönchengladbacher sein Auto extra noch einmal umbauen. "Obwohl ich das sonst eigentlich nur ungern mache." Allerdings brachte das auch keine Lösung.

Das Hauptproblem bei BMW sind die Reifen. Die Fahrer bringen die Gummis einfach nicht auf Arbeitstemperatur. "Ich habe zuerst drei Runden auf den harten Reifen probiert und gemerkt, dass es zu langsam ist. Die Weichen waren ein bisschen besser, aber in die brachten wir auch keine Temperatur. Und das trotz einer Asphalttemperatur von 40°C und Heizdecken." Wo das Problem genau liegt, wusste Heidfeld auch nicht. Trotz des Ärgers will der Deutsche im Rennen kämpfen: "Ich war schon mit anderen schlechteren Autos hinten und haben trotzdem gepunktet. Es kann alles passieren."

Timo Glock:

Timo Glock war am Boden zerstört. Letzter Startplatz, und das in Monte Carlo. Schlimmer geht es nicht mehr. Vier Wochen nach der ersten Startreihe von Bahrain sieht der Toyota-Pilot nun das Feld von hinten. "Da ist keine Logik drin. Wir wissen auch nicht, was los ist", schüttelte Glock den Kopf. Nach dem enttäuschenden Donnerstags-Training hatte Toyota die beiden TF109 auf den Kopf gestellt.

"Wir haben von links nach rechts und von vorne nach hinten geschraubt, aber nichts hat geholfen. Das Auto hat sich zwar einfacher fahren lassen, aber trotzdem haben 1,5 Sekunden gefehlt. Ich glaube, wir hatten das gleiche Problem wie die BMW." Damit meinte Glock das Temperaturproblem in den Reifen. "Wir fahren einfach zu langsam durch die Kurven. Während der Reifen bei den anderen beisst, rutschen wir nur herum." Glock kündigte an, das Setup zum Rennen vielleicht noch ein letztes Mal umzubauen. "Dann müssten wir aus der Box starten, aber bei meinem Startplatz wäre das auch egal."

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettels Geschichte dieser Saison könnte lauten: Was wäre, wenn... Wieder eine verpasste Chance. "Wir hatten den Speed für die Pole Position. Platz vier ist nicht schlecht, aber wir hätten weiter vorne stehen können. Leider bin ich bei meinem letzten Versuch auf Nakajima aufgelaufen. Ich wollte zwei Mal vor Beginn der fliegenden Runde Platz schaffen, war aber eingeschränkt, weil hinter mir Mark Webber fuhr, und dem wollte ich nicht die Runde kaputt machen. Deshalb habe ich immer zu schnell auf Nakajima wieder aufgeschlossen."
 
Was Vettel nicht wusste: Der Japaner hatte seine weichen Reifen bereits in den ersten zwei K.O.-Runden verbraten. Deshalb ließ ihn Williams mit viel Benzin und den harten Reifen im Top Ten-Finale fahren. Auch Nakajima war am Limit. "Leider war das drei Sekunden langsamer als meines", grinste Vettel. Der WM-Dritte zieht trotzdem eine positive Bilanz: "Unser Auto ist in mittelschnellen und schnellen Kurven besonders stark. Davon gibt es hier nicht viele. Unter dem Gesichtspunkt sind unsere Rundenzeiten sehr gut." Am Donnerstag waren die Red Bull-Boys noch nicht so zufrieden. "Wir hatten Mühe mit der Bremsstabilität und der Traktion", erzählte Vettel. Abstimmungsänderungen brachten Red Bull wieder auf den richtigen Weg. "Außerdem kam die Strecke mit mehr Grip unseren Setupänderungen entgegen."

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