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Vettel, Heidfeld & Co. - die Deutschen in Monza

"Herumgerutscht wie eine alte Kuh"

Sebastian Vettel Foto: dpa 51 Bilder

Drei der fünf deutschen Piloten fuhren in Monza in die Punkte. Doch nur Nick Heidfeld war am Ende mit dem Resultat zufrieden. Selbst Adrian Sutil wusste nicht ganz, was er vom besten Ergebnis seiner Formel 1-Karriere halten soll.

13.09.2009 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Adrian Sutil:

Adrian Sutil hat in Monza das beste Ergebnis seiner Karriere eingefahren. Doch nach dem Rennen ließ die Miene des Force India-Piloten nicht gerade auf das Ergebnis schließen. "Es ist schon etwas schade, wenn man 53 Runden lang hinter einem Ferrari fährt und nur wegen diesem KERS nicht vorbeikommt." Schon am Start sorgte der Hybrid-Antrieb im Ferrari für Ärger. "Ich habe mich eigentlich gut verteidigen können. Nur gegen Räikkönen hatte ich keine Chance. Er ist dann doch kompromisslos in die Schikane gezogen. Er wollte den zweiten Platz unbedingt."

Wie Giancarlo Fisichella vor zwei Wochen musste der Gräfelfinger das ganze Rennen über hinter der roten Wand herfahren. "Es gab keine Chance zu überholen. Ich hätte sicher eine halbe Sekunde schneller fahren können. Ich hätte den Speed von Hamilton mitgehen können." Doch daraus wurde nichts. Am Ende musste er froh sein, noch den vierten Platz zu erben. "Wenn man mir den gestern angeboten hätte, hätte ich wohl nein gesagt. Man spekuliert immer mit dem Podium, wenn man in der Nähe ist."

Nico Rosberg:

Für Nico Rosberg war der GP Italien ein Tag zum Vergessen. Platz 16, zwei Runden Rückstand. Die Hoffnungen auf einen Platz weiter vorne waren am Ende der vierten Runde begraben. "Plötzlich gab es einen Riesenschlag. Ich bin über irgendein Teil gefahren, wahrscheinlich was Metallisches. Erst dachte ich, dass ich einen Platten habe. Tatsächlich war die Aerodynamik beschädigt. Das hatte einen Abtriebsverlust zu Folge, der mich glauben ließ, es sei was mit dem Reifen."

Danach gab es für Rosberg nur noch ein Ziel: Ins Ziel zu kommen. Der Williams stand insgesamt drei Mal an der Box, für insgesamt 1.55 Minuten. "Ich hätte jedes Mal eine Pinkelpause einlegen können, so lange kam mir das vor. Wenn man das Gute sehen will, dann muss man sagen: Alles Pech brach bei einem Rennen über uns herein, bei dem wir ohnehin keine Chance hatten."

Timo Glock:

Timo Glock musste für den elften Platz so hart kämpfen wie andere für einen Sieg. Vom 16. Startplatz konnte Glock nur pokern. Keiner wartete so lange mit seinem ersten Boxenstopp. Glock kam in Runde 38 herein. "Auf den weichen Reifen war das voll betankte Auto unheimlich schwer zu fahren. Es war viel Bewegung im Auto, fühlte sich komisch an." In der 42. Runde gab es dann etwas Abwechslung. Teamkollege Jarno Trulli lag nach Glocks Boxenstopp direkt im Visier des Deutschen. Beim Kampf mit Kazuki Nakajima kam es zu einem sehenswerten Duell zwischen den Toyota-Piloten über drei Kurven.

"Jarno wurde abgedrängt, ich habe ihn angegriffen, da hat er in der zweiten Schikane ziemlich aggressiv dagegen gehalten. Am Ausgang hatte ich die bessere Linie. Als er versucht hat, neben mir durch die Lesmokurve zu fahren, ist er abgeflogen." Auf die Frage, ob es daraufhin Zoff in der Familie gab, grinste Glock: "Da muss er sich nicht aufregen. Ich kämpfe immer bis zum letzten Meter, auch wenn es nur um Platz elf geht."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld freute sich über seine zwei WM-Punkte wie über einen Podestplatz. Wer vom 15. Startplatz aus auf Rang sieben fährt, darf zufrieden sein. "Ich habe nicht mit einem Punkt gerechnet. Deshalb freue ich mich riesig. Der Schlüssel war der Start auf den weichen Reifen. Wir hatten zwar etwas Bedenken, dass sie mit dem schweren Auto zu stark abbauen, aber ich wollte nicht noch mal das Gleiche erleben wie in Spa. Da bin ich in den ersten Runden nur rumgerutscht, weil die Reifen sich nicht aufwärmen wollten." Schon die erste Runde bestätigte Heidfeld in seiner Reifenwahl: "Mein Start war nicht toll, aber schon in der ersten Ecke habe ich gemerkt, dass ich richtig lag. Die Jungs auf den harten Reifen sind nur gerutscht. So habe ich mir Trulli geholt."

In der dritten Runde schaffte der BMW-Pilot das Kunststück, an Giancarlo Fisichellas Ferrari vorbeizuziehen, obwohl der Italiener sich mit KERS wehren konnte. "Die KERS-Autos haben nur auf dem ersten Teil der Zielgeraden einen Vorteil. Dann hat sich unser Top-Speed ausgezahlt, der besser war als der vom Ferrari." Im zweiten Turn schonte Nick den Motor. BMW kann nach den Motorenplatzern im Training keinen weiteren Schaden mehr riskieren. "Ich habe die Drehzahl runtergedreht. Nur zwei Runden vor Schluss musste ich nochmal Gas geben, um Vettel nicht zu nah aufschließen zu lassen."

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel wusste im Ziel, dass die Weltmeisterschaft praktisch verloren ist. 26 Punkte Rückstand auf Jenson Button bei noch vier ausstehenden Rennen ist eine fast unlösbare Aufgabe. Der Red Bull-Pilot sieht es pragmatisch: "Jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren und kann voll angreifen. Ich muss kompromisslos auf Sieg fahren und hoffen, dass die Dinge in meine Richtung laufen. Vielleicht schaffe ich ja das Gleiche wie Räikkönen 2007. Der hatte auch einen riesigen Rückstand und wurde noch Weltmeister."

Wie schon so oft verlor Vettel das Rennen in den ersten Runden. Er startete auf harten Reifen, und die wollten nicht auf Temperatur kommen. "Ich bin fünf Runden lang herumgerutscht wie eine alte Kuh. Alonso ist einfach an mir vorbeigefahren. Ich konnte nichts dagegen machen." Die Entscheidung für die harten Reifen für den ersten Turn war im Nachhinein falsch. "Wir hatten Angst, dass uns die weichen Gummis auseinanderfliegen, wenn das Auto beim Start so schwer ist."

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