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Vettel, Heidfeld & Co. - die Deutschen in Shanghai

Nur Vettel richtig zufrieden

Deutsche Piloten Foto: dpa 46 Bilder

Sebastian Vettel war der überragende Mann in Shanghai. Die vier anderen Deutschen agierten dagegen etwas unglücklich. Nach guter Leistung zu Beginn war Adrian Sutil am Ende der größte Pechvogel.

19.04.2009

Adrian Sutil:

Nach seinem heftigen Abflug sechs Runden vor der Zielflagge zeigte sich Adrian Sutil verständlicherweise enttäuscht. "Ich wollte meine Position unbedingt halten und habe auch am Ende alles gegeben", erklärte der Force India-Pilot. Mit Weltmeister Lewis Hamilton im Nacken bohrte der Starnberger seinen Boliden wie ein Pfeil in die Umgrenzung der Reifenstapel. "In der Kurve stand viel Wasser, da ist man jede Runde geschwommen", entschuldigte Sutil. "Ich bin nicht schneller gefahren als zuvor. Plötzlich ist das Auto ausgebrochen."
 
Zuvor fuhr der Force India-Pilot mit Mercedes-Power im McLaren-Sandwich. "Das war schon ganz nett." Die zerstörte Hoffnung auf drei Punkte ließ das Team niedergeschlagen zurück: "Wir hätten es verdient gehabt. Aber es gibt immer ein nächstes Rennen", blickte Sutil nach vorne. Der vergleichbare Unfall in Monaco in der Vorsaison sei außerdem noch schlimmer gewesen: "Damals war ich ja völlig unschuldig. Heute nicht."

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel war der Mann des Tages. Sein zweiter GP-Sieg im verregneten GP China erinnerte an die Triumph-Fahrt vergangenen September in Monza. Damals noch auf Toro Rosso. Vettel fuhr ein souveränes Rennen, das er in 49 der 56 Runden anführte. „Am Ende habe ich nur noch den Sieg verwaltet. Ich hatte ein großartiges Auto und für lange Zeit als einziger freie Sicht.“ Der 21-jährige Deutsche war außer Heikki Kovalainen der Einzige im Feld, der ohne Fehler über die Distanz kam.

Nur einmal musste Vettel zittern. „Das war in der zweiten Safety-Car-Phase. Ich habe auf meine Countdown-Zeit auf dem Display geschaut, als ich links ein langsames Auto sehe. Das muss Barrichello sein, dachte ich, vielleicht hat ihn schon das Safety-Car eingefangen, dann sehe ich einen Toyota ohne Heckflügel, gehe vom Gas, ziehe nach rechts, als ich von hinten einen Schlag spüre.“ Sebastian Buemi fuhr sich am rechten Hinterrad des Red Bull den Frontflügel krumm.
 
Der Schweizer bedauerte: „Ich habe in der Gischt nicht mal das Rücklicht des Red Bull gesehen.“ Vettel nahm dagegen die Schuld auf sich. „Sorry, dass ich Buemis Rennen kaputtgemacht habe.“ Da täuschte sich der Sieger. Sein Nachfolger bei Toro Rosso wurde trotz des Zwischenfalls Achter. Vettel berichtete von furchterregenden Bedingungen: „Beim Überrunden war es schwer, die Autos vor dir zu erkennen. In Kurve eins querte ein Fluss die Strecke, mal mehr, mal weniger. Das Auto stand laufend quer, und du hast immer gebetet, dass es wieder Grip findet. Unter den Bedingungen war der Start hinter dem Safety Car völlig in Ordnung. Für die Fahrer in den hinteren Startreihen wäre ein stehender Start ein echter Blindflug gewesen.“
 
Nach dem Drama mit den Antriebswellen am Samstag war der Grand Prix auch eine Zitterpartie. „Die Mechaniker haben die ganze Nacht nach einer Lösung gesucht. Schließlich haben wir den Metallring um die Gummimanschetten anders montiert und ein anderes Fett genommen. Ich kann mich nur bei meinen Jungs bedanken.“

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld hatte sich Regen gewünscht und wurde dennoch enttäuscht. Am Ende gab es nur Platz zwölf. Der BMW-Pilot war in zwei Kollisionen verwickelt. „Die Sicht war katastrophal, das Aquaplaning wirklich schlimm. Einmal fuhr mir Glock ins Auto, dann wurde ich von Trümmerteilen nach Sutils Unfall getroffen, darunter ein Rad. Danach fühlte sich mein Auto seltsam an. Ich habe noch vier Positionen verloren.“

Timo Glock:

Timo Glock machte am meisten Boden gut. Der Toyota-Pilot startete freiwillig aus den Boxen, um sein Auto vollzutanken. Obwohl der Odenwälder die drittschnellste Runde fuhr, war seine Aufholjagd mühsam. „Solange ich allein fuhr, ging die Post ab. Das Auto lag super. Kaum kam ich in den Verkehr, habe ich nichts mehr gesehen. Nicht mal die Pfützen. So bin ich auch in Heidfelds Auto gerutscht. Ich habe eine Wasserlache zu spät bemerkt, den Bremspunkt falsch eingeschätzt und dann das Auto nicht mehr rechtzeitig um die Kurve gekriegt. Weil der Frontflügel stark beschädigt war, musste ich einige Runden früher zum Boxenstopp rein als geplant. Später hing ich dann hinter Räikkönen lange fest. Leider konnte man an den besten Überholstellen am Wenigsten erkennen. Die letzten Runden waren echt kriminell. Der Regen wurde stärker, unsere Regenreifen aber immer schlechter.“

Nico Rosberg:

Nico Rosberg fuhr im Regen von Shanghai ein blasses Rennen. Im Ziel nannte der Williams-Pilot einige Gründe dafür: "Das größte Problem waren die Regentropfen, die an meinem Visier kleben blieben. Dadurch konnte ich praktisch nichts sehen." Das Problem läge im Schutz gegen das Beschlagen: "Das hatte ich schon in der Vergangenheit, konnte es aber noch nicht lösen."

Bei seinem letzten Boxenstopp ging Rosberg auf Intermediates. Ein riskanter Schritt: "Ich war in keiner guten Position und dachte wir müssen noch etwas versuchen. In den ersten Runden hat das auch noch gut geklappt." Leider nahm der Regen anschließend noch zu und zerstörte die letzten Hoffnungen. Nun blickt der Wiesbadener nach vorne: "Bahrain ist nur eine Woche weg. Ein gutes Resultat ist überfällig."

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