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Vettel, Heidfeld & Co. - die Deutschen in Singapur

Deutsches Quintett sorgt für Action

Timo Glock Foto: dpa 57 Bilder

Das Deutsche Quintett konnte entscheidend zum Flutlicht-Spektakel in Singapur beitragen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein Podium, ein Crash, zwei Durchfahrtsstrafen und eine Geldstrafe gehen auf das Konto der fünf deutschen Piloten.

27.09.2009

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel hätte sich am liebsten die Haare gerauft. Er wurde Vierter bei einem Rennen, das er mit etwas Glück hätte gewinnen können. Ein zweiter Platz wäre im Schongang möglich gewesen. Der Start ging wie erwartet in die Hose. "Ich bin noch gut von der Linie weggekommen, aber dann haben die Hinterräder auf der schmutzigen Spur schon im Staub gescharrrt. Nico Rosberg ist ganz locker an mir vorbei gefahren. Ich musste mich erst mal nach hinten orientieren, bis die Reifen sauber gefahren waren. Dann habe ich aber schnell wieder auf Hamilton und Rosberg aufgeschlossen."

Der Verkehr war das größte Problem von Vettel. "Wenn ich mal hätte frei fahren können, hätte ich locker 1.47er Zeiten rausgehauen. Aber ich hatte einfach nie freie Straße vor mir. Unser Auto ist im Verkehr besonders kritisch. Wir brauchen eine optimale Anströmung. Es reicht schon, dass ein Auto eineinhalb Sekunden vor dir fährt, und du spürst immer noch die Turbulenzen." Trotz Durchfahrtsstrafe und einem beschädigten Auto kam Vettel noch vor beiden Brawn GP ins Ziel. In der 36. Runde brach an Vettels Red Bull der rechte Spiegel samt Leitblech ab. In der 40. Runde beschädigte er sich den Diffusor auf dem Randstein von Kurve 5. "Da ging soviel Abtrieb verloren, dass konstante Rundenzeiten nicht mehr möglich waren."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld war auf Adrian Sutil nicht gut zu sprechen. "Was soll ich dazu sagen? Der Kerl fährt einfach in mich rein. Das lernt man schon in der Fahrschule, dass man nach einem Unfall nicht einfach auf die Strecke zurückfährt, wenn Autos kommen." Dabei hatte der Tag schon schlecht für Heidfeld begonnen. Sein Team informierte ihn, dass er aus der Boxengasse starten muss, weil das Auto sonst untergewichtig ins Rennen gegangen wäre. Ein Mechaniker hatte eines der Ballastgewichte vergessen.
 
"Da kann man nichts dran ändern", zuckte Nick mit den Schultern. "Da musst du versuchen, das Beste draus zu machen und auf ein verrücktes Rennen mit Safety Car-Phasen hoffen." Heidfeld hatte nach dem Start aus der Box schnell auf das hintere Ende des Feldes aufgeschlossen. Doch da war erst einmal Endstation. "Die Gruppe vor mir war mega-lahm unterwegs, aber ich kam mit meinem schweren Auto einfach nicht vorbei." BMW hatte das Auto mit der Nummer 6 mit Sprit für 36 Runden ins Rennen geschickt. "Trotzdem hofft man immer noch auf Punkte. In Monza bin ich ja auch von hinten nach vorne gefahren."

Adrian Sutil:

Adrian Sutil sah den Unfall mit Heidfeld etwas anders. Seiner Meinung nach hätte der BMW-Pilot den Crash verhindern können. "Er hat mir gesagt, dass er den Unfall von weitem gesehen hat. Außen war Platz. Da hätte er auch einen weiteren Bogen nehmen können." Die Rennleitung sah das anders und brummte dem Force India-Mann noch eine 20.000 Dollar-Strafe für sein unsicheres Verhalten auf. Nach dem Crash ging Sutil zunächst an die Box, um sich eine neue Nase zu holen. Doch die Versuche, das Rennen wieder aufzunehmen, hielten nicht lange. "Ich habe während der Safety-Car-Phase hinten den Bremsdruck verloren und musste aufgeben. Es war einfach zu gefährlich."
 
Nach dem Erfolg in Monza und der Pleite von Singapur hofft Sutil, dass das Pendel in Suzuka wieder nach oben ausschlägt. "Punkte sind da auf jeden Fall drin. Es gibt wieder mehr lange Geraden. Ich denke, dass unser Paket mit den Updates dort wieder besser funktioniert." Sutil freut sich auch aus einem anderen Grund: "Ich bin einfach ein Fan von Japan. Es macht mir jedes Mal viel Spaß. Und die Strecke in Suzuka ist wirklich genial."

Timo Glock:

Selten hat man Timo Glock in dieser Saison so strahlen sehen, wie nach dem Rennen in Singapur. "Wir haben heute einfach alles richtig gemacht", freute sich der Toyota-Pilot. Mit Rang zwei fuhr Glock das beste Ergebnis des Jahres heraus. Und das zum perfekten Zeitpunkt nur eine Woche vor dem Toyota-Heimrennen in Suzuka. Schlüssel zum Erfolg war Glocks Geduld. "Ich konnte mich zum Glück in der ersten Runde an Fernando Alonso vorbeizwängen. Danach habe ich gesehen, dass ich aus eigener Kraft nicht mit den drei anderen an der Spitze mithalten konnte. Ich bin dann mein eigenes Tempo gefahren und habe es mir eingeteilt."
 
Bis auf Lewis Hamilton eliminierte sich die Konkurrenz selbst. Erst musste Nico Rosberg zur Durchfahrtsstrafe, nur wenig später ereilte Sebastian Vettel das gleiche Schicksal. "Ich wusste gar nicht, was los war und wo ich stand. Ich dachte vielleicht Dritter oder Vierter. Dann hat mir die Box gesagt, dass ich sicher auf Rang zwei bin." Glock versuchte sogar noch kurz Druck auf Spitzenreiter Hamilton auszuüben, musste aber schnell einsehen, dass die Erfolgsaussichten gering sind. Nach dem gelungenen Wochenende fängt der Stress erst an. "In Japan erwarten mich viele PR-Termine. Wir fahren noch Sonntag-Nacht um vier Uhr zum Flughafen."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg redete nicht lange um den heißen Brei herum. "Es war einfach ein dummer Fehler. Ich wollte einfach zu viel. Mit dem Safety Car kam dann noch doppeltes Pech zusammen." Rosberg hatte sich nach seinem Boxenstopp am Ausgang verbremst und rutschte über die weiße Linie. Die fällige Durchfahrtsstrafe konnte er nach der Safety Car-Phase absitzen. Rosberg fiel bis auf Platz 14 zurück. "Nur mit der Strafe alleine wäre ich sicher in die Punkte gekommen. Man hat es ja an Sebastian Vettel gesehen." Vom Team gab es nach Auskunft des Wahl-Monegassen keinen Anschiss.
 
Zuvor lief das Rennen eigentlich perfekt. Wie von ihm vorhergesagt konnte er den Red Bull von Vettel schon am Start überholen. "Dann bin ich hinter Lewis Hamilton hergefahren. Da konnte ich gut beobachten, dass er wirklich ein klasse Rennen gefahren ist. Fehlerfrei immer unter dem Limit." Um an der Konkurrenz vorbeizukommen, zog Rosberg seinen zweiten Stopp vor. "Wenn die weichen Reifen gehalten hätten, wäre vielleicht noch ein Punkt dring gewesen. Leider haben sie nicht." Am Ende sprang nur der elfte Platz heraus. "Man muss das Wochenende trotzdem als Erfolg ansehen. Wir haben einen guten Schritt gemacht. Mein Auto war wirklich super.

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