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Vettel im Funkloch

Bei Red Bull schlägt der Blitz ein

Sebastian Vettel GP Malaysia 2012 Foto: xpb 77 Bilder

Es war nicht der Tag von Sebastian Vettel. Der Weltmeister schrieb eine Nullrunde. Ab der zehnten Runde war der Funk ausgefallen. Deshalb war er bei jedem Boxenstopp eine Runde zu spät dran. Dann fuhr ihm auch noch Narain Karthikeyan gegen das Hinterrad. Vettels Red Bull wirft immer noch Fragen auf.

25.03.2012 Michael Schmidt

Die WM-Favoriten Jenson Button und Sebastian Vettel haben sich neutralisiert. Beide kamen in Malaysia nicht in die Punkte. So konnte es Vettel verschmerzen, Sepang mit leeren Händen verlassen zu müssen. Es war nicht sein Tag. Das Wetter machte dem vermeintlichen strategischen Vorteil, mit einem harten Satz Reifen starten zu können, schon früh einen Strich durch die Rechnung. Beim Start war die Straße nass. Bis auf die HRT starteten alle auf Intermediates.

Schlechtes Wetter bringt Red Bull aus dem Gleichgewicht

Der Start war noch die beste Szene des ganzen Rennens. Vettel machte sofort einen Platz gut, hatte den Mercedes von Michael Schumacher im Rückspiegel und Teamkollege Mark Webber vor seiner Nase. Die Red Bull-Piloten lagen damit im Fahrplan. Das McLaren-Tandem lag in Sichtweite, als der Regen richtig losbrach.

Mit dem Wechsel von Intermediates auf Regenreifen begann die Misere. Beide Red Bull stoppten in der fünften Runde hintereinander. Vettel büßte zwei Plätze ein. Sofort nach dem Restart brach der Funkkontakt zur Box ab. "Vielleicht eine Folge eines Blitzeinschlages", vermutete Teamchef Christian Horner. "Auch bei Webber gab es immer wieder Aussetzer."

Wer in einem turbulenten Rennen wie diesem in einem Funkloch fährt, ist ein armer Hund. Die gute, alte Boxentafel ist da kein guter Ersatz. "Wir waren mit dem Timing der nächsten Boxenstopps immer eine Runde zu spät dran", konstatierte Vettel. Kollege Webber hatte zunächst andere Sorgen. "Ich kam mit den Intermediate-Reifen nicht zurecht. Das Auto hatte keinen Grip. Mir fehlte das Vertrauen. Es kam erst wieder, als wir auf Slicks gegangen sind."

Red Bull fehlt Verständnis für die Reifen

Wie schon im Training wählte Webber medium und Vettel hart. Die Rundenzeiten im Finale lagen im Bereich von denen von Lewis Hamilton und Fernando Alonso. "Aber an das Tempo von Perez war für uns nicht zu denken", gab Horner zu. "Wir haben wie in Melbourne bewiesen, dass unser Renntempo stimmt. Jetzt müssen wir daran arbeiten, das Auto für eine Runde schneller zu machen."

Der Schlüssel, so Horner, liege im Verständnis der Reifen. "Die sind schwieriger zu durchschauen als letztes Jahr. Wenn du das Fenster nicht triffst, bist du nirgendwo. Und das ist von Reifentyp zu Reifentyp und von Fahrer zu Fahrer verschieden. Sebastian kam mit den Medium-Reifen nicht klar, Mark schon. Nur so erklären sich die starken Schwankungen im Feld."

"Da gab es Phasen, da war ein bestimmtes Auto superschnell, und dann ging ein paar Runden später gar nichts mehr. Auch innerhalb eines Teams konnten wir große Unterschiede beobachten. Hamilton fuhr gute Rundenzeiten, Button war nirgendwo. Nur Sauber hatte in jeder Phase des Rennens ins Schwarze getroffen."

Vettel beendet Rennen gegen den Willen des Teams

Für Vettel nahm der Grand Prix kein gutes Ende. Platz vier vor Augen, traf ihn in der 47. Runde Narain Karthikeyan auf der Gegengeraden am linken Hinterrad. In der Anfangsphase hatte sich der Inder schon mit Jenson Button angelegt. Während Button die Schuld auf sich nahm, war Vettel das Opfer.

"Einige Leute sollten hier besser aufpassen, wo sie hinfahren", schimpfte Vettel. Der Reifen hing sofort in Fetzen auf der Felge und beschädigte dabei auch die Bremsbelüftungen. "Als die Bremstemperaturen zu hoch wurden, haben wir Seb gesagt, er soll abstellen." Der hörte weg. "Ich wollte die Zielflagge sehen. Es gehört sich einfach so, dass man versucht, das Rennen zuende zu fahren." Die Ingenieure waren nicht so begeistert. Ein Ausfall hätte ihnen die Möglichkeit gegeben, vor dem nächsten Rennen ohne Strafe das Getriebe zu tauschen.

Horner wertete das Ergebnis als Schadensbegrenzung. "McLaren hat mehr verloren als wir. Sie verfügen im Moment über das schnellere Paket. trotzdem haben sie nur drei Punkte auf uns gut gemacht. Den Sieg von Ferrari und den zweiten Platz von Sauber können wir verschmerzen."

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