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Vettel klarer WM-Favorit

Ist Red Bull unschlagbar?

Sebastian Vettel GP Japan 2012 Foto: xpb 31 Bilder

Sebastian Vettel spielte in Suzuka mit seinen Gegnern. Er gewann auf einer Strecke, die Red Bull nicht zu ihren stärksten Plätzen im Restprogramm zählte. War das schon die Vorentscheidung im WM-Kampf? Die letzte Entwicklungsstufe hat eine halbe Sekunde gebracht. Ferrari und McLaren müssen jetzt schnell nachrüsten, sonst fährt der WM-Zug ohne sie ab.

07.10.2012 Michael Schmidt

Fernando Alonso brachte das 15. GP-Wochenende dieses Jahres, das für ihn maximal schlecht und für Sebastian Vettel maximal gut lief, auf einen einfachen Nenner: "Es beginnt jetzt eine Mini-WM zwischen Vettel und mir. Und zwar praktisch bei null." Vier Punkte Vorsprung sind für den Spanier kein Ruhekissen. Vor der Sommerpause führte er mit 42 Zählern vor dem Red Bull-Piloten.

Seitdem ist viel passiert. Ferrari hat seine Punkte auf den beiden schnellen Strecken in Spa und in Monza nicht gemacht. Alonso wurde beim Start zwei Mal abgeräumt. Beide Mal war ein Lotus verwickelt. In Spa Romain Grosjean, in Suzuka Kimi Räikkönen. Dazu kommt, dass Ferrari im Entwicklungswettlauf stagniert, Red Bull dafür einen Riesenschritt gemacht hat. "Sechs Rennen lang ist bei uns nichts gekommen", sagte Alonso im ersten Frust. "Stimmt nicht ganz", korrigierte Rennleiter Stefano Domenicali. "Es kam schon etwas, aber eben nicht genug."

McLaren nutzt seine Chancen nicht

McLaren hat seine große Überlegenheit seit der Technikoffensive in Hockenheim schlecht genutzt. Hauptsächlich wegen Problemen mit der Standfestigkeit. Lewis Hamilton fiel in Hockenheim, Spa und Singapur aus, zwei Mal davon mit einem Defekt. Jenson Button blieb in Monza stehen. Der Weltmeister von 2009 hat seit Hockenheim 81 Punkte gesammelt. Mehr schaffte nur Sebastian Vettel mit 90 Zählern in sechs Rennen. Doch Button lag mit Blickrichtung Titel vor der Sommerpause schon viel zu weit zurück.

Obwohl die McLaren in Suzuka die erste große Schlappe seit Hockenheim einfingen, redet Teamchef Martin Whitmarsh weiter die Situation schön. "Es hat vielleicht keiner gemerkt, aber auch wir haben Punkte auf Alonso gutgemacht." Tatsächlich: Hamilton fehlen jetzt nur noch 42 Punkte, Button 63. Da muss man schon ein großer Optimist sein, wenn man vom WM-Titel träumen will.

Red Bull in Suzuka deutlich überlegen

Die schlechte Nachricht für Ferrari und McLaren ist nicht Vettels Sieg, sondern die Überlegenheit des amtierenden Weltmeisters. In der Qualifikation hängte Vettel seine Gegner um vier Zehntel ab. Im Rennen waren es 0,9 Sekunden. "Ich konnte mit jeder Runde schneller fahren und habe das Rennen immer kontrolliert", strahlte der Sieger. "Auch der Reifenverschleiß war zu jeder Zeit im Griff", notierte Teamberater Helmut Marko.

Die Red Bull-Truppe spielte den Einfluss der letzten Entwicklungsstufe herunter. Sie wurde schon in Singapur gezündet. Für die letzten beiden Rennen gab es jeweils einen neuen Frontflügel. Der in Singapur hat sich nach dem Geschmack der FIA etwas zu stark bewegt. In Suzuka wartete Red Bull mit neuen Flügeln auf. Man konnte an der Nahtstelle der Aufhängung deutlich Nachbesserungen erkennen. Der Flügel entsprach wieder den Vorstellungen der Regelhüter. Angeblich hätte ein Kippen des Flügels nach hinten in Japan auch nicht so viel gebracht wie in Singapur.

Zwei Siege dank Doppel-DRS

Das neue Doppel-DRS war nach Singapur zum zweiten Mal an Bord. Das ist auf den ersten Blick nur im Training ein Vorteil, wenn der Fahrer DRS ständig im Einsatz haben kann. Es bringt aber auch im Rennen Vorteile. Man kann die Flügel steiler stellen, ohne Gefahr zu laufen, dass man im Training auf der Geraden verhungert. Im Rennen schont der zusätzliche Abtrieb die Reifen. Außerdem kann man den siebten Gang länger übersetzen und fährt am Ende des Rennens nicht so oft im Begrenzer. Deshalb nahm die Überlegenheit des Red Bull zu, je länger das Rennen dauerte.

Marko spielte den Fortschritt herunter: "Wir waren bei jedem Rennen außer Monza siegfähig. Jetzt haben wir endlich die Parameter gefunden, wie wir unser Auto unter allen Bedingungen richtig abstimmen. Oft hatten wir das Problem, dass der Speed generell stimmte, aber zum wichtigsten Moment, in der Qualifikation, nicht abgerufen werden konnte."

Vettel ist neuer WM-Favorit

Die jüngsten Umbauten haben das Abstimmungsfenster des RB8 deutlich vergrößert. Und das macht Vettel jetzt zum klaren WM-Favoriten. Auch wenn der warnt: "Fernandos Unfall hat gezeigt, wie schnell sich die Dinge ändern können. Was ihm heute passiert ist, kann mir morgen passieren."

Das ist aber nicht das Thema. Wenn beide ins Ziel kommen, wird Vettel nach heutigem Stand vor dem Ferrari landen. Und zwar auf jedem Streckentyp. Ferrari will bald schon ein größeres Entwicklungspaket entgegensetzen. Auch mit einem Doppel-DRS? "Das entwickelst du nicht von heute auf morgen", winkt Rennleiter Stefano Domenicali ab.

Seine größte Sorge ist jetzt, dass Red Bulls Zwischenspurt Panik auslösen könnte: "Wir müssen ruhig weiterarbeiten und dürfen uns nur auf uns konzentrieren. Schauen Sie sich McLaren an. Bis vor kurzem noch unschlagbar, in Suzuka dritte Geige hinter Red Bull und uns." Der Capo in Rot hat auch das größte Problem des F2012 erkannt: "Wir sind zu schwach in der Qualifikation. Im Rennen ist das Auto dann wie verwandelt. Ich würde viel dafür geben, wenn ich wüsste warum. Es hat aber sicher mit den Reifen zu tun. Wir müssen dieses Problem aber lösen, denn es wird uns sonst auch noch nächstes Jahr verfolgen."

McLaren hofft, dass das Red Bull-Zwischenhoch hauptsächlich mit der Streckencharakteristik und dem optimalen Setup zu tun hat. "Wir haben uns in Suzuka verkalkuliert. Das müssen wir das nächste Mal besser hinkriegen." Auf die Entwicklung und das Doppel-DRS von Red Bull angesprochen, meinte Whitmarsh: "Es macht jetzt keinen Sinn, hektisch zu werden. Ob wir unser Doppel-DRS-Projekt bringen, hängt davon ab, wie der Nutzen im Vergleich zum Aufwand steht."

In unserer Bildergalerie erklären wir noch einmal, wie das Doppel-DRS am Red Bull funktioniert.

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