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Vettel-Kritik

"Hat mit Rennfahren wenig zu tun"

Sebastian Vettel GP China 2013 Foto: Red Bull 40 Bilder

Sebastian Vettel und Red Bull haben in Shanghai die gleiche Erfahrung gemacht wie in Melbourne. Ferrari, Lotus und Mercedes fahren zumindest im Rennen auf Augenhöhe, teilweise sogar schneller. Damit kommt der erfolgsverwöhnte Seriensieger nur schwer klar.

16.04.2013 Michael Schmidt

Sebastian Vettel schimpfte nach dem Rennen in China am RTL-Mikrofon. Rennfahren mache so keinen Spaß. Immer nur mit angezogener Handbremse fahren, damit die Reifen überleben. Das Kräfteverhältnis sei ein Scherz.
 
Das kann man so nicht sagen. Fernando Alonso und Ferrari haben die Aufgabe mit den vorhandenen Reifen schnellstmöglich über die Runden zu kommen am besten gelöst. Kimi Räikkönen und Lotus am zweitbesten. Und das mit einem beschädigten Auto.

Dass sich Vettel auch noch hinter Lewis Hamilton im Mercedes anstellen musste, lag an ihm und seiner Strategie. Wer von Platz neun mit harten Reifen gegen den Trend schwimmt, darf sich keine Blöße geben. Die Blöße hieß Nico Hülkenberg. Die acht Runden hinter dem Sauber haben Vettel das Podium gekostet. Das hat mit Wettbewerbsverzerrung nichts zu tun.

Aufgabe ist für alle gleich

Ferrari, Lotus und Mercedes fahren das gleiche Rennen wie Red Bull. Alonso, Räikkönen und Hamilton stehen vor dem gleichen Dilemma. Wie fahre ich schnellstmöglich langsam. Sie haben sie einfach besser gelöst. Punkt. Auch die ersten Drei des GP China würden lieber ein Rennen bestreiten, bei dem sie von der ersten bis zur letzten Runde Gasgeben dürfen. Sie finden sich mit der augenblicklichen Situation ab und machen das Beste daraus.

Jetzt ist das Pendel halt mal zu ihren Gunsten ausgeschlagen. Sie haben sich ja auch beklagt, als Red Bull immer gewonnen hat. Da hilft kein Lamentieren. Wenn Red Bull sich beschwert, dass man dafür bestraft wird das schnellste Auto zu haben, das die zerbrechlichen Pirelli-Reifen zu hart hernimmt, dann ist das kein Argument. Die Anforderungen sind bekannt.

Ferrari und Lotus haben eben Autos, die vom Abtrieb genau im gleichen Fenster liegen und von der Fahrwerksabstimmung weicher sind als der Red Bull. Das war schon immer so, nur zahlt es sich diesmal eben aus, weil das Limit des Reifens nicht der thermisch bedingte Gripverlust ist, sondern der Verschleiß.

Vettel hat zu viel auf Schumacher gehört

Vettel macht es keinen Spaß, weil es ihm die Reifen nicht erlauben, jede Runde am Limit zu fahren. Sorry, aber da hat er zu viel auf Michael Schumacher gehört. Der hat auch geglaubt, dass dies in der Formel 1 normal ist. Da fehlt beiden aber die historische Erfahrung. Zitat Alain Prost: "Zu meiner Zeit sind wir mit 250 Liter Benzin an Bord losgefahren. Die Autos waren am Anfang so schwer, dass wir freiwillig langsamer fahren mussten als es möglich gewesen wäre, um die Bremsen, die Reifen und das Auto über die Runden zu bringen."

Das änderte sich erst, als 1994 die Tankstopps erlaubt wurden. Die haben aus einem langen Rennen ohne Boxenstopps mehrere Portionen von Qualifikationsläufen gemacht. Schön für Schumacher und seine Kollegen. Aber kein verbrieftes Recht, dass es immer so ist. Die Zeit zwischen 1994 und 2009 war nur ein kleines Fenster in der Formel 1-Geschichte und bestimmt nicht das mit den spannendsten Rennen. Meistens galten bei einem Grand Prix andere Kriterien. Red Bull ist ein erstklassiges Team. Und Vettel ein dreifacher Weltmeister. So viel Exzellenz wird es wohl schaffen, eine bekannte Aufgabenstellung optimal zu lösen.

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