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Vettel legt nach im Pirelli-Streit

"Strategie war nicht riskant"

Sebastian Vettel - GP Belgien 2015 Foto: xpb 21 Bilder

Nach dem Reifenplatzer in Spa hat Sebastian Vettel seinem Ärger über die Qualität der Pirelli-Reifen Luft gemacht. 2 Tage später legte der Ferrari-Pilot noch einmal nach. Die Einstopp-Strategie sei kein Risiko gewesen, betonte der Heppenheimer.

26.08.2015 Tobias Grüner

Sebastian Vettel hat mit seiner scharfen Attacke gegen Pirelli eine Diskussion vom Zaun gebrochen: Sind die Pirelli-Reifen gefährlich? Haben die Italiener ein Problem mit der Qualität ihrer Gummis? Versuchen Pirelli Probleme zu vertuschen?

Normalerweise sind kritische Worte gegenüber Partnern und Ausrüstern in der Formel 1 selten. Nach außen muss alles politisch korrekt zugehen. Doch bei Vettel brachen nicht nur die Emotionen und die Enttäuschung über das verpasste Podium durch. Selbst mit 2 Tagen Abstand steht der Ferrari-Pilot noch zu seinen Worten.

In einem Statement auf seiner Webseite stellt der vierfache Weltmeister klar: "Das Team und ich haben uns gemeinsam für diese Strategie entschieden. Ich stehe hinter dem Team und das Team steht hinter mir. Das macht uns zu einem Team. Die Strategie war zu keinem Zeitpunkt eine riskante. Das Team trifft keine Schuld."

Vettel sieht generelles Qualitätsproblem

Direkt nach dem Rennen hatte der Deutsche seinen Frust bei den TV-Interviews abgeladen. Die Medienrunde mit der schreibenden Presse wurde abgesagt. "Die Qualität der Reifen ist miserabel, das geht jetzt schon Jahre. Ich weiß nicht, worauf wir noch warten", schimpfte der Pilot kurz nach dem Ausfall in der vorletzten Runde.

"Unsere Ansage war, dass die Reifen 40 Runden halten. So etwas darf einfach nicht passieren. Punkt. Wenn der Reifen 200 Meter früher platzt, stehe ich jetzt nicht hier sondern stecke mit 300 km/h in Eau Rouge in der Mauer. Ich weiß nicht, was noch passieren muss."

Vettel gab zu, dass es frustrierend sei, einen Podiumsplatz zu verlieren. Doch das habe mit dem eigentlichen Problem nichts zu tun. "Es ist ja nicht zum ersten Mal aufgetreten. Erst platzt bei Nico (Rosberg) der Reifen, ohne dass er über etwas drüber gefahren ist und nun bei mir. Das muss man klar ansprechen."

Kehrt Pirelli Probleme unter den Teppich?

Vettel deutete an, dass Pirelli die Probleme totschweigt: "Es gibt immer die gleichen Erklärungen: Es gab eine Beschädigung, es war ein Fremdteil, die Fahrer sind zu weit rausgefahren.... das ist doch alles Bullshit. Wenn Nico sagt, er war nicht neben der Strecke, dann muss man das glauben. Warum sollte er lügen. Und wie aus dem Nichts explodieren die Reifen."

Schon in der Fahrerbesprechung am Freitag war Pirelli ein Thema unter den Piloten. Doch am Ende gab man sich mit den Erklärungen des Reifenherstellers zufrieden. "Wir müssen das unter den Fahrern jetzt diskutieren. Es war nicht so schlimm wie in Silverstone vor ein paar Jahren, aber die Situation ist nicht in Ordnung", so Vettel und forderte Konsequenzen.

Auf dem Weg zum Ferrari-Motorhome lief Vettel auch noch Pirelli-Sportchef Paul Hembery über den Weg. "Deine Reifen sind eine Katastrophe", raunte der Heppenheimer dem verdutzten Engländer entgegen. Hembery versuchte den Piloten noch zu besänftigen, doch Vettel winkte nur ab und ließ den Reifenpapst stehen.

Nach einer halben Stunde sprach auto motor und sport kurz mit dem Deutschen. Doch der hatte sich immer noch nicht abgekühlt: "Ich bleibe bei den Aussagen. Was muss noch passieren, dass wir endlich aufwachen. Pirelli gibt die Schuld immer anderen. Ich kann verstehen, dass ein alter Reifen langsamer wird. Aber ich kann nicht verstehen, dass er einfach platzt."

Rosberg fordert Maßnahmen für Monza

Nico Rosberg stimmte seinem Kollegen übrigens zu: "Auch bei meinem Reifenplatzer am Freitag ist nicht klar, was passiert ist. Sicherlich muss viel Arbeit hineingesteckt werden, um das Problem zu lösen", so der Mercedes-Pilot. Auf der Highspeed-Strecke von Monza befürchtet der Monegasse eine Wiederholung der Probleme. "Die können ja nicht innerhalb von 2 Wochen mal eben neue Reifen bauen. Man muss das Problem verstehen und ein paar Sicherheitsvorkehrungen einbauen."

Eine Lösung hat Rosberg nicht parat. Aber wenigstens einen Vorschlag: "Vielleicht kann man bei allen Autos die Heckkameras einschalten, so dass man das Problem schneller erkennt. Oft gibt es vorher Signale, so wie bei mir. Eine halbe Runde vorher hatte man es schon sehen können."

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