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Vettel muss zu den Stewards

Vettel kommt mit blauem Auge davon

Sebastian Vettel  - Formel 1 - GP Korea - 15. Oktober 2011 Foto: xpb 62 Bilder

Sebastian Vettel musste nachsitzen. 2.20 Stunden nach der Qualifikation luden die vier Sportkommissare den Weltmeister vor. Vettel hatte im Top Ten-Finale unerlaubterweise abgekürzt, um schneller an die Boxen zurückzukehren. Nach 80 Minuten Beratung entschieden die Kommissare: Keine Strafe für Vettel.

15.10.2011 Michael Schmidt

Das Dokument Nummer 32 wurde um 17.06 Uhr an das schwarze Brett der FIA geheftet. Darin teilen die Sportkommissare Garry Conelly, Jose Abed, Jang Sung Kuk und Martin Donelly mit, dass eine Untersuchung gegen Sebastian Vettel eingeleitet wurde. 14 Minuten später musste der Weltmeister mit Red Bull-Teammanager Jonathan Wheatley vor dem Schiedsgericht antreten. Es ging um einen Vorfall, der sich fünf Minuten vor Ende der Qualifikation zugetragen hatte. Ferrari hatte gepetzt.

Abkürzen nicht erlaubt

Vettel hatte gerade seinen ersten Qualifikationsversuch beendet, als er von seinem Renningenieur Guillaume Rocquelin aufgefordert wurde, so schnell wie möglich in die Box zurückzukehren, um das Auto für die zweite und entscheidende Ausfahrt vorzubereiten. Das ist ein Standardspruch und nicht auf die aktuelle Situation bezogen. Der Fahrer steht da in einem Konflikt. Einerseits soll er Gas geben um rechtzeitig die Box zu erreichen, andererseits fügt er dabei den Reifen zu großen Schaden zu, wenn er zu aggressiv zu Werke geht.

Vettel wollte besonders schlau sein. Zwischen den Kurven vier und sechs gibt es eine Verbindungsstraße. Wer die fährt, kürzt um vier Sekunden ab. Doch das Abkürzen ist nicht erlaubt, außer man ist wegen eines Fahrfehlers in den Notausgang gerutscht. Da zum Zeitpunkt des Vergehens noch fünf Minuten auf der Uhr waren, war die Eile eigentlich unbegründet. Die Red Bull-Mechaniker hatten genügend Zeit, das Auto mit der Nummer eins für den letzten Qualifikationsversuch zu präparieren.

Man hielt den Fahrer absichtlich in der Box, um sicherzustellen, dass er als Letzter der Favoriten auf die Strecke geht und genügend Abstand zu Jenson Button vor ihm ist. Als Vettel auf seine Anwärmrunde für den letzten Schuss ging, sagte ihm sein Renningenieur über Funk: "Du hast zehn Sekunden Puffer." Als Vettel die Ziellinie für den entscheidenden Versuch kreuzte, hatte er sogar noch 17 Sekunden Zeit bis zum Abwinken. Also genug Luft, um sich die Nummer mit dem Abkürzen zu ersparen.

Vettel ohne Strafe

Um 18.45 Uhr war es amtlich: Vettel behält seinen zweiten Startplatz. Vettel gab bei den Kommissaren an, dass er sich bei der Nummer nichts gedacht habe. Ihn retteten zwei Dinge. Erstens haben Mark Webber und Kamui Kobayashi in der Qualifikation schon vorher das gleiche gemacht. Aus dem Freitagstraining wurden sieben Fälle gemeldet.

Zweitens hat ihm das Abkürzen keinen Vorteil gebracht. "Es wäre sicher anders ausgegangen, wenn er nur durch das Abkürzen seinen zweiten Versuch noch geschafft hätte", hieß es aus FIA-Kreisen. Der Profiteur wäre Jenson Button gewesen. Doch der Suzuka-Sieger drückte Vettel die Daumen: "Ich bin mit meinem dritten Startplatz happy. Hier in Korea sind die Startplätze mit den geraden Nummern ein echter Nachteil. Auf der linken Seite der Zielgeraden fährt kein Mensch. Da liegt der ganze Schmutz. Vettel soll von dort starten. Für mich ist Platz drei besser als Rang zwei."

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