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Formel 1: Red Bull-Chassiswechsel in Istanbul

Vettel spürt sein Auto wieder

Sebastian Vettel beim GP Türkei 2010 Foto: Daniel Reinhard 29 Bilder

Sebastian Vettel hat die Zweifler in Istanbul belehrt. Er fährt wieder auf Siegeskurs, auch wenn sein Rennen im Kiesbett endete. Daran ist auch das neue Chassis schuld. Selbst wenn es nur eine Erklärung für den Kopf gewesen sein sollte.

03.06.2010 Michael Schmidt

Sebastian Vettel sitzt jetzt in dem RB6-Chassis mit der Nummer 02. Mit dem fuhr Mark Webber den Saisonauftakt in Bahrain, bevor der Australier auf Chassis 04 wechselte. Vettels ursprüngliche Karbonröhre mit der Seriennummer 03 wurde nach dem GP Monaco ausgemustert.

Planmäßiger Chassiswechsel bei Red Bull

"Wir hätten es sowieso getan, auch wenn das Chassis in Ordnung gewesen wäre", gab Vettel zu. Die Ingenieure stellten am Anlenkpunkt der unteren Querlenker einen Riss in der Karbonstruktur fest. Offenbar ein schleichender Schaden, vergleichbar mit dem Chassisbruch im vergangenen Jahr, der erst nach einer Kollision mit Kimi Räikkönens Ferrari in Ungarn entdeckt wurde. Da allerdings an der Verbindung zum oberen Querlenker.

Für Vettel war es eine logische Erklärung dafür, dass ihm Mark Webber in Monte Carlo in den ersten Runden nach jedem Re-Start auf und davon fuhr. "Teilweise um eine Sekunde pro Runde. Dieser Unterschied war einfach zu groß. Das Auto fühlte sich komisch an, ich hatte kein Vertrauen mehr." Auf so hohem Niveau spielt der Kopf eine entscheidende Rolle. Deshalb entschieden sich Fahrer und Team am Abend des GP Monaco zum Fahrzeugwechsel.

Randy Mandy zickt im Qualifying

Placebos funktionieren auch in der Formel 1. Da wussten beide Parteien noch gar nicht, was die Untersuchung des Chassis drei Tage später zutage fördern würde. Immerhin, jetzt gab es endlich eine plausible Erklärung. Wenn sich das Chassis im vorderen Bereich verwindet, ändern sich auch Sturz und Vorspur. Dann wärmen sich die Reifen schleppender auf.

In Istanbul fühlte sich Vettel in seinem Element. Das Auto, das er "Randy Mandy" nennt, vermittelte ihm wieder das gewohnte Fahrgefühl. Trotzdem stand Webber zum dritten Mal in Folge vor ihm in der Startaufstellung. Weil bei Vettel wieder mal der Defektteufel zugeschlagen hatte. "Besser heute als morgen nach fünf Runden", scherzte der Deutsche nach dem Abschlusstraining, das für ihn nur Platz drei brachte.

Vettel war auf Pole Position-Kurs

Rechts hinten löste sich eine Schraube vom Stabilisator. "Das kurveninnere Rad blockierte und hatte keinen Fahrbahnkontakt mehr", klagte Vettel. Die Sektorzeiten verrieten: Ab Kurve 12, dem Zeitpunkt an dem der Defekt zum ersten Mal auftrat, bis zum Zielstrich büßte Vettel gegenüber einer normalen Runde mehr als eine halbe Sekunde ein. "Das hätte die Pole Position sein können", ärgerte er sich.

Defekt hin oder her: Webbers dritte Pole Position in Folge erhöhte den Druck auf den Heppenheimer. Der Punktestand nimmt keine Rücksicht auf gebrochene Chassis oder lose Stabilisatoren. Vettel musste in diesem Rennen vor Webber ins Ziel kommen, schon allein für die Psychologie. Ein dritter Sieg hätte den Gegner im eigenen Team nur noch mehr aufgebaut. Das wussten sie auch bei Red Bull, wo die Sympathien mehr Richtung Vettel verteilt sind.

Red Bull versuchte Webber zurückzupfeifen

Im Rennen hing Vettel im Pulk hinter Mark Webber und vor Lewis Hamilton fest. "Ich hätte etwas schneller fahren können", sagte Vettel hinterher. Das teilte er auch seinem Kommandostand mit. Und der reagierte. Die Teamleitung versuchte Webber zurückzupfeifen. Doch die Information kam erst mit Verspätung und einem anderen Kommando bei Vettels Teamkollegen an.

Vermutlich hat der Heppenheimer geglaubt, sein Gegner wisse Bescheid, als er von Christian Horner die Aufforderung zum Überholen bekam. Vielleicht hat Vettel deshalb arglos nach rechts gezogen, im Glauben der andere werde schon klein beigeben. Die Berührung mit dem Frontflügel schlitzte Vettels rechten Hinterreifen auf. Sein Abflug bei 310 km/h endete in der weiten Auslaufzone des Istanbul Park. Zum Glück blieb wenigstens Chassis 02 heil. Vettel wird es in Montreal brauchen.

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