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Vettel nach Superstart nur Zweiter

Ferrari-Star verteidigt Strategie

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Kanada 2016 - Montreal Foto: sutton-images.com 65 Bilder

Sebastian Vettel überrumpelte die Mercedes mit einem Sahnestart. Doch die Führung währte nur elf Runden. Dann setzte Ferrari seinen Star auf eine Zweistopp-Strategie. Lewis Hamilton wechselte die Reifen einmal weniger und gewann. Trotzdem sprach Vettel von einem Super-Wochenende und verteidigte sein Team.

13.06.2016 Andreas Haupt

Sebastian Vettel verpasste seinen ersten Saisonsieg nur um 5,011 Sekunden. Nach 70 Runden rollte er beim GP Kanada 2016 auf dem zweiten Platz ins Ziel. Hinter Lewis Hamilton im siegreichen Mercedes. Der geringe Abstand ist ein Fortschritt für Ferrari. Der neue Turbolader und die Modifikationen am Auto zeigten ihre Wirkung. Doch es hätte mehr sein können. Ferrari hatte in Kanada die Chance auf den Sieg. Allerdings verzockte die Scuderia bei der Strategie.

Bauchgefühl für Sahnestart

Der Reihe nach. Mit einem Sahnestart katapultierte sich Vettel von der dritten Position aus vorbei an beiden Mercedes. „Mein Bauchgefühl verriet mir schon, dass es ein toller Start wird, bevor die Ampel überhaupt auf Grün gesprungen ist“, berichtete Vettel, der in der Folge das Rennen kontrollierte. „Der Speed war da. Ich konnte Lewis hinter mir halten.“

Bis zur elften Runde. Dann entschied sich Ferrari dazu, den Führenden und Teamkollege Kimi Räikkönen an die Box zu holen. In einer Phase als das Virtual Safety Car in Folge des Ausfalls von Jenson Button ausgerufen wurde. Die Strategen der Konkurrenz-Teams konnten die Entscheidung des Ferrari-Kommandostands nicht nachvollziehen. Während die Ferrari-Mechaniker die Ultrasofts abmontieren und frische Supersoft-Reifen aufsteckten, blieb Hamilton auf der Strecke. Wie fast das gesamte restliche Feld. Außer den beiden Ferrari steuerte nur noch Pascal Wehrlein die Boxengasse an.

Vettel verteidigt Ferrari-Strategie

Vettel verteidigte seine Mannschaft. „Die Entscheidung tragen wir als Team. Als Zweiter hat man es einfacher. Du kannst abwarten und schauen, was der Vordermann macht. Je nachdem, wie er sich entscheidet, machst du das Gegenteil.“ Ein Problem war es, dass die Strategen nicht damit rechneten, dass der McLaren von Button so schnell weggeräumt werden würde und die Rennleitung das Virtual Safety Car schnell wieder aufhob. „Das war eine Überraschung. Die Phase ging ja nur über eine oder anderthalb Runden“, sagte Maurizio Arrivabene. Der frühe erste Wechsel und die Reifenwahl zwangen Ferrari in ein Zweistopp-Rennen. „Das war sowieso unser Plan A. Und so schlecht kann er ja nicht gewesen sein, wenn bis auf wenige Fahrer alle so handeln“, urteilte der Teamchef.

Vettel fiel zunächst hinter die beiden Red Bull. Daniel Ricciardo knackte er in der 17. Runde. Einen Umlauf später war Max Verstappen fällig. Der Abstand zum Führenden Hamilton betrug 9,5 Sekunden. Nach dem ersten und einzigen Gummi-Tausch des Weltmeisters übernahm Vettel für 13 Umläufe die Spitze. In der 37. Runde holte er sich die Soft-Mischung ab. Doch Vettel konnte trotz frischerer Pirellis den Abstand von knapp acht Sekunden nicht mehr entscheidend verkürzen. Ferrari hatte nicht mit der Standfestigkeit und des geringen Reifenverschleißes gerechnet. „Die Reifen haben länger gehalten als erwartet. Ich konnte trotz frischerer Gummis nur ein oder zwei Zehntel aufholen pro Runde.“

Vettel mit Fehlern in der Zielschikane

Nicht nur die Strategie passte nicht. Vettel streute in der Zielschikane auch drei Fehler über die Renndistanz von 70 Runden ein. „Der Rückenwind auf der Geraden war sehr stark. Ich habe alles versucht, Lewis einzuholen“, suchte der Heppenheimer eine Erklärung. Der Ferrari-Star jagte Hamilton am Limit. „Die letzten 30 Runden waren absolut Vollgas. Ich bin in den Kurven vier und neun sowie der Zielschikane oft nah an der Mauer gewesen.“

Der Einsatz reichte nicht zum Sieg. Trotzdem zog Vettel ein positives Fazit. Wahrscheinlich auch, um der Kritik an der Ferrari-Taktik vorzubeugen. „Es war ein Super-Wochenende. Alles am Auto hat hervorragend funktioniert. Wir konnten Mercedes unter Druck setzen.“ Ganz verbergen konnte der Pilot den Schmerz über den verpassten 43. Karriere-Sieg aber nicht. „Natürlich ist es nicht das Ergebnis, das wir gewollt haben. Vor allem nach so einem Start.“

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