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Vettel, Rosberg & Co. - Das Rennen der Deutschen

Saisonauftakt nicht ganz nach Plan

GP Australien 2009 Foto: dpa 41 Bilder

Heftige Unfälle, dumme Strafen und vermeidbare Fehler - für die fünf deutschen Piloten lief der Saisonauftakt nicht ganz wie gewünscht. Ganz unzufrieden ging das Quintett aber auch nicht nach Hause.

29.03.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel war untröstlich. Bis drei Runden vor Schluss lag der Red Bull-Pilot auf dem zweiten Platz. Dann rauschte von hinten Robert Kubica im BMW heran. Der Pole auf harten Reifen, Vettel auf weichen, die längst über ihren Zenith hinaus waren. "Ich bin nur noch gerutscht. Links vorne hat der Reifen furchtbar gekörnt", erzählt Vettel. Er fuhr mit dem Rücken zur Wand.

"Beim Bremsen wollte das Auto nicht anhalten. Mir war klar, dass Robert schneller war, aber ganz kampflos wollte ich ihn auch nicht vorbeilassen." dann kam es in Kurve drei zu der rennentscheidenden Szene. "Ich war Seite an Seite mit Robert, ganz innen am Randstein, Robert hat nicht allzuviel Platz gelassen. Wo sollte ich hin? Ich bin in sein Auto gerutscht, links vorne war einfach kein Grip da", beschreibt Vettel die Szene, die nach dem Rennen bei den Sportkommissaren für lange Diskussionen sorgte.

Die Quittung bekam der Monza-Sieger von 2008 zwei Stunden nach der Kollision mit Kubica. Vettel muss in Malaysia zehn Startplätze zurück. Der Bestrafte fand das Urteil ziemlich hart. "Ich habe es ja nicht absichtlich getan und mich bei Robert entschuldigt." Es kam noch schlimmer. Sein Team muss 50.000 Dollar Strafe zahlen, weil sie Vettel nicht an die Boxen holte, als er mit dem Dreirad-Red Bull um die Strecke eierte.

"Wir haben ihm erst gesagt, dass er anhalten soll, als er aus den Punkterängen gefallen war", bedauerte Teamchef Christian Horner.Trotzdem konnte Vettel auch ein positives Fazit ziehen. "Wir waren hinter den Brawn die zweite Kraft. Ich habe alles gegeben, um an Button dranzubleiben, aber die sind noch zu stark für uns." Ganz traute der 21-jährige Heppenheimer dem Frieden nicht: "Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Button mit uns gespielt hat."

Nico Rosberg:

Es hätte das Rennen des Nico Rosberg werden können, doch nach drei Zwischenfällen blieb am Ende nur Rang sechs. Das erste Malheur passierte noch in der Startrunde. "Ich hatte einen super Start, aber in der dritten Kurve ließ ich innen die Tür auf und drei Autos sind an mir vorbeigerauscht." Rosberg kämpfte das ganze Rennen mit einem Problem: "Wir hatten unheimlich Mühe, die Reifen aufzuwärmen. Nach meinem Gefühl, mehr als andere. Deshalb wollte ich in der Startrunde auch kein Risiko eingehen."

Rosberg lag schnell wieder auf Podestkurs, bis ihn der erste Boxenstopp von Rang drei auf 13 zurückwarf. Am linken Vorderrad verklemmte sich der Sicherheitsstift und ruinierte das Gewinde der Radmutter. Die 14 Sekunden extra Standzeit vergingen zäh wie Honig. "Da dauert jede Sekunde eine halbe Ewigkeit." Die dritte Panne schreibt sich Rosberg zur Hälfte selbst zu. Er hatte sich fest vorgenommen, im Schlussturn die weichen Reifen mit Samthandschuhen anzufassen. "Die ersten drei Runden bin ich ganz vorsichtig damit gefahren, um sie zu schonen. Dann haben wir gemerkt, dass wir Barrichello schlagen könnten, wenn wir uns beeilen. Die Ingenieure sagten am Funk: Push, push. Da bin ich eine Qualifikationsrunde gefahren, war sofort 1,2 Sekunden schneller, aber schon in den letzten Kurven spüre ich, wie die Reifen schlechter werden."

Rosberg markierte zwar die zweite schnellste Rennrunde seiner Karriere nach Bahrain 2006, doch das kostete ihn endgültig einen Podestplatz. "Die Reifen waren völlig hinüber." Unter dem Strich hakte der Sechste des Saisonauftaktes das Wochenende als Erfolg ab. "Die Jungs haben mir ein super Auto hingestellt. Dafür habe ich mich gleich über Funk bedankt."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfelds Rennen war nach 300 Metern zu Ende. Der BMW-Pilot wurde in den Startcrash mit Rubens Barrichello, Heikki Kovalainen und Mark Webber mit hineingerissen. Dabei handelte sich Heidfeld einen Plattfuß und Kampfspuren am Frontflügel ein, was zu einem frühen Boxenstopp führte.

Das war aber längst noch nicht alles. Der Unterboden und der rechte Seitenkasten wurden beschädigt. "Danach war das Auto kaum noch fahrbar. Auf den Geraden half mit KERS, um mich gegen schnellere Autos zu verteidigen." Frustriert zog er Bilanz: "Wen interessiert das schon, ob du 11. oder 13. wirst?"

Timo Glock:

Mit seinem vierten Platz hat Timo Glock die Ehre der deutschen Piloten gerade noch retten können. Eine fulminante Aufholjagd führte den Kölner aus der Boxengasse fast noch auf das Podium. Vom Start weg robbte sich der Toyota-Pilot immer weiter nach vorne: "Das Rennen war richtig aufregend", berichtete Glock anschließend. "Leider hing ich eine Weile hinter dem Renault von Fernando Alonso fest und habe viel Zeit verloren." Beim Überholversuch am Spanier drehte sich Glock sogar kurz von der Strecke, nahm die Verfolgung aber schnell wieder auf.

"Mein Auto hat sich richtig gut angefühlt, aber leider habe ich keinen Weg an ihm vorbei gefunden. Erst als ich wieder freie Fahrt hatte, konnte ich eine Sekunde schneller fahren und zeigen, dass die Leistungsfähigkeit heute stimmte." Im Ziel wurde der Deutsche von der Nachricht überrascht, dass er durch die Rückstufung von Jarno Trulli sogar noch einen Platz nach vorne gespült wurde. "Ich bin natürlich glücklich mit Rang vier, aber für Jarno ist es natürlich enttäuschend."

Nach der Disqualifikation im Qualifying wegen der zu flexiblen Heckflügel-Flaps, war es für Toyota wichtig, im Rennen gut auszusehen. "Ich denke, wir haben bewiesen, dass wir heute genauso schnell waren wie gestern", freute sich Glock. "Das zeigt, dass die Pace unseres Autos echt ist." 

Adrian Sutil:

Force India-Pilot Adrian Sutil verpasste nach der Rückstufung von Jarno am Ende auf Rang neun nur knapp die Punkte. Im Ziel haderte der Starnberger noch immer mit dem Start, der ihm das Rennen vermieste: "Ich hatte eigentlich einen guten Start, aber in der ersten Kuve wurde Webber auf einmal langsam und ich hatte keine Möglichkeit auszuweichen."

In der Box gab es einen neuen Frontflügel und die Aufholjagd konnte beginnen. "Ich habe hinter Heidfelds BMW Zeit verloren: Ich war schneller, aber es gab keinen Weg vorbei." Nach der Safety-Car-Phase konnte Sutil direkt ein paar Positionen gutmachen. "Wir hatten eine gute Strategie mit einem kurzen Stint auf den weichen Reifen in der Mitte." Am Ende gab es zwar keine Punkte, aber immerhin hielt die Technik: "Ich denke, damit können wir zufrieden sein."

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