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Formel 1: Vettel, Rosberg und Co.: Die Deutschen in Bahrain

Team Deutschland ist bereit für Bahrain

Sebastian Vettel GP Bahrain Foto: xpb 15 Bilder

Das deutsche Quintett ist einen Tag vor dem ersten Training in Bahrain bereit für die neue Saison. So genau scheint aber niemand zu wissen, was vom ersten Rennen zu erwarten ist. Die Ziele sind dabei sehr unterschiedlich gesteckt.

11.03.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel ist einen Tag vor dem ersten Training zum GP Bahrain guter Dinge: "Ich bin zuversichtlich. Wir waren nie besser für eine Saison vorbereitet als diesmal." Trotzdem kann der Vize-Weltmeister von 2009 die Situation noch nicht richtig einordnen: "Die Testzeiten sind schwer zu lesen. Auch, weil es zwischendurch immer mal wieder geregnet hat und der Wind so wechselhaft war. Es sieht so aus, dass es eine enge Kiste zwischen Ferrari, McLaren, Mercedes und uns wird. Ich würde mich nicht trauen, auf einen zu wetten."

Die Prognose ist noch unscharf, das Ziel dagegen klar: "Ich will Weltmeister werden. Nach den Erfolgen vom Vorjahr muss der Anspruch sein, vorne zu fahren. Wenn du dich einmal dort festgesetzt hast, willst du auch vorne bleiben." Ungewissheit auch, wie sich das Rennen selbst entwickeln wird: "Es kann alles von super spannend bis langweilig werden. Das hängt davon ab, wie gut die Reifen funktionieren und ob man überholen kann. Ich fürchte, dass wir erst am Sonntag schlauer sein werden."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg fiebert seinem Formel 1-Debüt entgegen: "Rennen sind schon was anderes als Testfahrten. Ich spüre, wie langsam die Aufregung steigt." Dass er noch einmal in seiner Karriere gegen die Rennlegende Michael Schumacher fährt, hat der 22-jährige Blondschopf eigentlich nicht erwartet, doch natürlich ist er froh darum.

"Es ist schön, dass Michael dabei ist. Natürlich ist es etwas Besonderes gegen einen Fahrer wie ihn zu fahren. Aber wenn erstmal das Visier heruntergeklappt ist, spielt das alles keine Rolle mehr. Dann ist jeder Gegner gleich." Das Ziel des neuen Williams-Piloten ist ehrgeizig: "Ich will so viele Punkte holen wie möglich."

Nico Rosberg:

Losgelöst von den anderen Teams feierte Mercedes GP seinen Saisonauftakt mit einer Pressekonferenz in der örtlichen Mercedes-Niederlassung. Die versammelte Journalistenschar war dabei allerdings mehr an seinem Teamkollegen Michael Schumacher interessiert. Nur jede vierte Frage richtete sich an den jungen Wiesbadener. Und wenn, dann hatte sie meist doch irgendwie mit Schumi zu tun.

Erste Frage: Wird das Leben für leichter, wenn sich die ganze Aufmerksamkeit auf Schumacher konzentriert? "Das macht für mich keinen Unterschied. Das Leben wird nicht leichter und nicht schwerer. Er ist ein guter Teamkollege und eine große Herausforderung." Zweite Frage: Gibt es im teaminternen Duell mehr zu gewinnen oder mehr zu verlieren? "Ich kann sicher viel gewinnen. Wir haben ein gutes Auto und ich freue mich schon auf einige gute Ergebnisse." Dabei ist der Sieg im Duell mit Schumi nicht das oberste Ziel. "Zuerst müssen wir beide zusammen daran arbeiten, das Auto zu verbessern. Erst in zweiter Linie geht es darum, im Teamduell gut auszusehen."

Adrian Sutil:

In den ersten Rennen vor einem Jahr ging es für Adrian Sutil vor allem darum, die Zielflagge zu sehen. Zwölf Monate später sehen die Ziele ganz anders aus: "Ich will in die dritte Qualifying-Runde und im Rennen in die Punkte", sagt der Deutsche optimistisch. Die guten Testresultate haben die Laune noch einmal gehoben. "Natürlich gibt das Selbstbewusstsein, wenn man weiß, dass man mithalten kann", gibt Sutil zu.

Die ganze Herangehensweise habe sich geändert. Force India hat nun plötzlich mehr zu verlieren. "Wir können nicht mehr volles Risiko gehen. Es geht darum, die Punkte zu sichern. Früher war außerdem der Druck höher, weil es nur wenige Rennen gab, bei denen wir Chancen hatten. Nun kann ich viel lockerer fahren." Der Abgang von Cheftechniker James Key zu Sauber hat die Vorbereitungen nicht gestört. "Das Auto war ja schon fertig. Und Mark Smith hat sich auch schon gut eingearbeitet. Ich denke nicht, dass es ein Problem ist."

Dass Ersatzpilot Paul di Resta dem Deutschen in dieser Saison freitags Testzeit stiehlt, sieht Sutil gelassen. Eine Konkurrenz im eigenen Hause sieht er nicht. "Es ist gut, mal andere Ansichten zu bekommen und junge Talente an die Formel 1 heranzubringen." Dass der Schotte den Druck auf das Stammpersonal erhöht, wie es Teammanager Otmar Szafnauer kürzlich erklärte, glaubt Sutil nicht. "Er ist und bleibt nur Testfahrer."

Timo Glock:

Timo Glock geht mit ganz anderen Erwartungen in das erste Rennen als seine deutschen Kollegen. Der frühere Toyota-Pilot fährt als einziger für ein neues Team. Und das hat bei den Testfahrten nicht gerade eine gute Figur abgegeben. Flügel fielen ab, die Hydraulik spielte verrückt. Glock und sein Teamkollege Lucas di Grassi schafften nicht einmal 2.000 Kilometer in zwölf Tagen. Trotzdem glaubt Glock, dass die Kinderkrankheiten behoben sind.

"Ich bin zuversichtlich, dass alles hält. Das Flügelproblem hatten wir innerhalb weniger Stunden gelöst. Bei der Hydraulik gab es immer wieder plötzlichen Druckabfall. Das hat uns viele Runden gekostet. Und für ein neues Team ist das besonders schmerzhaft. Es ist nicht so einfach, alles in den Griff zu bekommen." Tatsächlich ist Glock nie ernsthaft zum Fahren gekommen. Sein Rennauto ist immer noch eine Unbekannte für ihn. "Wir wissen, wo wir ansetzen müssen. Aerodynamik und Mechanik müssen gleichermaßen verbessert werden."

Deshalb ist der erste Grand Prix für VirginF1 mehr als nur ein Debüt: "Wir haben ein neues Aerodynamikpaket am Auto. Jetzt muss sich zeigen, ob sich die Ergebnisse vom CFD-Computer auf die Strecke übertragen lassen." Die Testfahrten gehen für den Kämpfer aus dem Odenwald jedenfalls weiter: "Die ersten vier Rennen sind für uns Testfahrten. Wenn wir um Platz 18 bis 20 kämpfen, kann man das ja nicht als Rennen bezeichnen. Aber ich wusste, worauf ich mich einlasse."

Was Michael Schumacher am ersten Tag in Bahrain getrieben hat, erfahren sie hier:

>>Michael Schumachers erster Auftritt in Bahrain: "Denke oft an mein Debüt zurück"

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