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Vettel, Rosberg & Co - die Deutschen in Budapest

Deutscher F1-Fünfer sucht Erfolg in Ungarn

Sebastian Vettel Foto: dpa 48 Bilder

In Ungarn will das deutsche Quartett erneut angreifen. Allerdings herrschen noch einige Fragezeichen vor dem Rennen in Budapest. Der Kurs ist deutlich langsamer und das Wetter deutlich wärmer als zuletzt.

23.07.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld wartet. Auf bessere Zeiten. BMW hat zwar einen modifizierten Frontflügel mit an den Hungaroring gebracht, doch das reicht laut Heidfeld vermutlich nicht aus, um das Blatt zu wenden. "Bis jetzt war es immer so: Wenn ein größeres Facelift kam, waren wir in der Lage in die Punkte zu fahren. Beim Rennen darauf ging dann nichts mehr, weil die anderen wieder etwas am Auto verändert hatten."

Deshalb blickt der dienstälteste Deutsche im GP-Zirkus weiter in die Zukunft. "In Valencia und Singapur kommen wir mit richtig großen Aero-Paketen. Da muss es dann endlich etwas vorwärtsgehen." Das ist auch dringend notwendig, denn von hinten drängen die kleinen Teams. Force India hat BMW bereits überholt. Toro Rosso könnte mit der Red Bull-Silverstonekopie am Hungaroring das Gleiche gelingen. "Die einzige Hoffnung ist, dass Toro Rosso dieses Jahr schon ein paar Mal Änderungen am Auto gebracht hat, sie aber nicht nutzen konnten."

Großes Mysterium bleiben weiter die Reifen. Heidfeld hofft, dass die hohen Temperaturen in Ungarn das leidige Aufwärmproblem aus der Welt schaffen. "Es ist wirklich nicht zu verstehen, warum wir da solche Schwierigkeiten haben. Wir kommen schwer in das optimale Temperaturfenster, und wir fliegen schnell wieder raus. Da reicht es schon aus, dass ich einmal kurz im Verkehr hängen bleibe." Kaum einer hat laut Heidfeld den Durchblick bei den schwarzen Sohlen. "Fast alle wünschen sich die Reifen von 2007 zurück. Die hatten ein wesentlich größeres Arbeitsfenster."

Dass Teamkollege Robert Kubica noch mehr Schwierigkeiten mit der Reifenbehandlung hat, ist für Nick nur ein schwacher Trost. "Natürlich vergleichst du dich mit deinem Teamkollegen, doch es bringt mich nicht weiter, wenn es ihm noch schlechter geht als mir. Es überwiegt die Enttäuschung, vor allem nach den großen Erwartungen zu Saisonbeginn."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg hat sich schon festgelegt: "Ich werde Dritter. Hinter einem Red Bull und einem Brawn GP." Weitere Einzelheiten kann der Williams-Pilot in der Glaskugel noch nicht erkennen. Williams habe wieder einen riesigen Entwicklungsschritt im Gepäck, und weil die letzten schon so gut funktioniert haben, ist er extrem optimistisch. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals das Auto so kontinuierlich weiterentwickelt haben. Da kommt man mit einem viel besseren Gefühl an die Strecke, wenn man weiß, dass etwas vorwärtsgeht. Alle im Team sind ganz heiß auf das nächste Rennen."

Die Hitze, glaubt Rosberg, komme Williams sogar entgegen. "Weil wir da von der Kühlung besser dastehen als viele unserer Gegner. Wir verlieren aerodynamisch nicht soviel, wenn wir die Verkleidung mehr öffnen müssen." Natürlich ist auch die Zukunftsplanung ein Thema für Nico. Vier Teams sind an ihm interessiert. Neben Williams sind das noch McLaren-Mercedes, BMW und Brawn GP. "Geld ist nicht das Kriterium", bekräftigt Rosberg. "Ich bin jetzt in einem Stadium meiner Karriere, wo ich ein Auto kriegen will, mit dem ich den nächsten Schritt schaffe." Sprich: Rennen und den Titel gewinnen.

Die unübersichtliche Lage in der Formel 1 macht Rosberg die Entscheidung nicht leicht. Viele Dinge gibt es zu beachten. "Wie gut ist das Team jetzt, wie entwickelt es das Auto, wie groß ist das Budget, wie gut das Management, wie werde ich mich einfügen, sollte ich zu einem neuen Team stoßen, wie ist der Teamkollege?" Frank Williams würde ihn gerne behalten. Und der aktuelle Aufwärtstrend bei dem Rennstall aus Grove spielt natürlich auch eine Rolle. "Williams kenne ich. Da fühle ich mich wohl, ich bin seit meinem 17. Lebensjahr mit dem Team verbunden und ein Teil dieser Mannschaft." Würde Rosberg verlängern, wäre 2010 sein fünftes Jahr bei Williams. Solange hat es nicht einmal sein Vater Keke Rosberg ausgehalten. Der wechselte 1986 nach vier Jahren bei Williams zu McLaren.

Sebastian Vettel:

Nach zwei Doppelsiegen in Folge will Red Bull die Aufholjagd auf Brawn GP in Budapest fortführen. Da machen Sebastian Vettel auch die geänderten Bedingungen keine große Sorge. "Unser Auto sieht auf jedem Kurs gut aus. Wir sind immer gut genug, um Punkte zu holen." Allerdings sieht Vettel schon etwas mehr Arbeit auf ihn zukommen als noch in England oder am Nürburgring. "Der Kurs ist etwas anders. Das wird eine Herausforderung. Das ganze Feld wird wieder näher zusammenrücken", erwartet der Deutsche. Dabei sei es möglich, dass auch McLaren und Ferrari wieder nach vorne kommen.

Die beiden Teams werden wie üblich mit Hybrid-Antrieb antreten. Vor allem am Start bringen die 82 Extra-PS des KERS einen Vorteil. "Da muss man versuchen, in der Startaufstellung möglichst weit weg zu stehen", so Vettels Taktik. Am Nürburgring klappte das noch nicht so gut. Reihenweise wurde der Youngster in der ersten Runde überholt. "Der Start ist eine komplizierte Angelegenheit. Da haben wir es leider nicht so gut hinbekommen. Allerdings hatte ich auch keinen Windschatten und die anderen sind von hinten an mir vorbeigefahren."

Im Kampf gegen Brawn kann nun jeder kleine Fehler entscheidend sein. "Wir haben 21 Punkte Rückstand. Da ist klar, dass nun jedes einzelne Rennen zählt. Wir sind in der Position des Jägers. Deshalb müssen wir noch härter kämpfen. Dass Ungarn wie Monaco zu den langsamen Kursen zählt, beunruhigt Vettel nicht. "So schlecht waren wir da auch nicht. Und außerdem haben wir seitdem einige Schritte nach vorne gemacht."

Adrian Sutil:

Adrian Sutil will seine gute Form in Ungarn fortführen. Das Pech vom Nürburgring ist abgehakt. "Klar war das enttäuschend, aber insgesamt gesehen war es eine gute Woche." Die Ziele bleiben für Force India-Verhältnisse relativ hoch gesteckt. "Natürlich wollen wir im Rennen wieder in die Top Ten. Punkte sollten auch hier möglich sein." Nachdem Sutil am Nürburgring von Position sieben aus ins Rennen ging, will er auch in Budapest zumindest wieder unter die ersten 15. "Das Q2 ist Minimalziel." Neben dem guten Qualifying sei vor allem ein guter Start wichtig. "Überholen ist hier sehr schwierig. Leider ist auch zwischen den beiden Reifensorten kein großer Unterschied."

Etwas Sorge bereitet dem Gräfelfinger der Fortschritt der Konkurrenz. McLaren und Renault zeigten sich schon in der Eifel stark verbessert. Nun hat auch noch Toro Rosso einen großen Entwicklungsschritt angekündigt. "Ich glaube nicht, dass Toro Rosso gleich so schnell ist wie Red Bull. Aber sie sind auf jeden Fall schon gut dabei." Zu der Benennung des jungen Jaime Alguersuari hat Sutil eine zwiespältige Meinung. "Es ist auf jeden Fall riskant. Aber es kann funktionieren." Allerdings fragt sich Sutil, wie der Spanier mit nur zwei Aero-Tests die Superlizenz erlangen konnte.

Timo Glock:

Timo Glock kommt mit guten Erinnerungen nach Budapest. Im letzten Jahr wurde der Toyota-Pilot Zweiter am Hungaroring. "Das war der Wendepunkt der Saison, und ich hoffe dass es diesmal wieder so ist." Glock schiebt die zuletzt eher enttäuschenden Ergebnisse auf das kalte Wetter. "Das sollte uns in Ungarn nicht einschränken."

Der GP Ungarn ist das zweite Rennen mit seinem neuen Renningenieur. Der Anpassungsprozess wird aber laut Glock noch eine Weile dauern. "Du brauchst ein paar Rennen, um eine Basis zu schaffen. Es bringt nichts, dagegen anzuarbeiten." Auch für Glock sind die Reifen ein Buch mit sieben Siegeln. "Sie sind schwerer zu verstehen als der ganze Rest des Autos. Nur Red Bull kommt mit jedem Reifensatz und jeder Mischung klar."

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