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Vettel, Rosberg & Co. - die Deutschen in Valencia

Ende einer aufregenden Sommerpause

Sebastian Vettel Foto: dpa 54 Bilder

Die vierwöchige Sommerpause verlief für die fünf deutschen Piloten sehr unterschiedlich. Während die einen in fernen Ländern faulenzten, wollte bei BMW-Pilot Nick Heidfeld keine richtige Urlaubsstimmung aufkommen.

20.08.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel kam gut erholt nach Valencia. Die meiste Zeit der Sommerpause verbrachte er in seiner Wahlheimat Schweiz. "Ich habe gut trainiert, das Wetter war ja schön." Zwischendurch war er auch auf einen Abstecher in Finnland, um sich dort den Rallye-WM Lauf anzuschauen. "Die fahren wie die Bekloppten", staunt der Formel 1-Pilot noch heute angesichts der 40 Meter Sprünge, die auf den finnischen Rallyepisten geboten werden. Für Valencia sieht Vettel gute Chancen, obwohl die Streckencharakteristik eigentlich gegen seinen Red Bull sprechen müsste. "Das täuscht", warnt der WM-Dritte, "die Strecke ist flüssiger, als es vom Layout her den Anschein hat. Man muss nur die richtige Linie finden." Vettel hatte 2008 eine spezielle Technik entwickelt, wie er sein Auto um die vielen rechtwinkeligen Ecken wuchten muss.

Die größten Sorgen machen Vettel die KERS bewaffneten Autos von McLaren-Mercedes und Ferrari. "Am Anfang spielten sie keine große Rolle, weil sie in der Startaufstellung irgendwo auf den Plätzen zehn bis zwölf standen. Aber wenn die im Training unter die ersten Fünf kommen, sind sie Siegkandidaten. Die pfeifen am Start einfach an dir vorbei. Da kannst du dich nicht wehren, außer du gehst unvertretbare Risiken ein." Wenn McLaren und Ferrari die ersten Plätze im Rennen belegen, dann tut das besonders den Fahrern weh, die in der WM einen Rückstand aufholen müssen. "Um Button einzuholen, müssen wir mehr als nur ein, zwei Punkte pro Rennen wettmachen."

Timo Glock:

Timo Glocks Urlaub dauerte nur zwei Tage. "Ich bin zwei Tage früher nach Valencia geflogen, habe die Zeit am Pool und am Strand verbracht." Den Rest der rennlosen Zeit war der Toyota-Pilot zuhause. Familie besucht, trainiert, nichts Spektakuläres. Der 27-jährige Deutsche kann der Hitze in Valencia etwas Positives abgewinnen: "Wenigstens sollten wir hier keine Probleme mit den Reifentemperaturen haben." Glock will den Aufwärtstrend, der sich mit Platz sechs in Budapest andeutete, fortsetzen. "Dazu müssen wir aber in der Qualifikation besser werden. Darin liegt für uns der Schlüssel. Im Rennen bin ich immer gut dabei. In Budapest war ich in der Endphase schneller als die meisten Autos vor mir. Aber du kommst halt nicht mehr an denen vorbei, wenn du mal hinten bist."

Für Glock stellt sich deshalb die Frage: "Warum kriegen wir diese Leistung nicht in der Qualifikation hin?" Ein Erklärungsversuch: "Vielleicht ist es wirklich so, dass wir den Grip von der Strecke brauchen. Und der wird im Rennen mit mehr Gummiauflage immer besser. Die Haftwerte, die ich da teilweise spüre, wenn ich nach einem Boxenstopp mit frischen Reifen rausgehe, die spüre ich im Training nie."

Adrian Sutil:

Adrian Sutil verbrachte ein Großteil der Sommerpause auf Bali. "Ein bisschen Erlebnisurlaub, ein bisschen am Strand liegen und zwischendurch natürlich immer wieder trainieren." Mit der Hitze dürfte der braungebrannte Force India-Pilot wohl keine Probleme haben. "Es ist schon etwas härter als sonst bei so hohen Temperaturen, aber die Strecke ist nicht sehr fordernd. Es gibt viele Geraden, auf denen man sich ausruhen kann." Generell ist der Gräfelfinger nicht gerade ein Fan von Valencia: "Das ist kein richtiger Stadtkurs, wie z.B. Monaco. Die Straße ist breit, es ist sicher - da fehlt etwas der Kick."

Vom Ergebnis erwartet Sutil wieder eine deutliche Steigerung. "Wir haben viele neue Teile. Beim Frontflügel erkennt man die Veränderungen auf den ersten Blick. Auch die Seitenkästen sind noch weiter eingeschnitten. Außerdem haben wir einen modifizierten Diffusor." Das ganze Paket sollte laut Sutil eine halbe Sekunde Fortschritt bringen. "Damit wollen wir schon mindestens in das Q2 kommen." Die Tatsache, dass mit Luca Badoer, Jaime Alguersuari und Romain Grosjean drei Gegner mit wenig Erfahrung antreten, erhöht die Chancen auf ein gutes Resultat. "Aber ich schreibe nie einen Gegner ab."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg meldete sich gut gelaunt aus dem Sommerurlaub zurück. Für Valencia erwartet der Williams-Pilot ein gutes Ergebnis: "Wir waren in den letzten Rennen sehr konstant zwischen Platz vier und sechs. Das Podium ist auch hier wieder möglich." Beim Kräfteverhältnis sollte sich durch die Sommerpause nicht so viel getan haben, hofft der in Monaco lebende Deutsche. Allerdings befürchtet der 24-Jährige, dass es wieder so ähnlich wie in Budapest laufen könnte: "Die KERS-Autos haben am Start so einen Vorteil. Da müssen wir aufpassen."

Rosberg hofft, dass der kürzere Weg in die erste Kurve die Gefahr lindert: "Vielleicht können wir hier ein bisschen Blockade machen. Aber zuletzt waren die am Start immer so schnell vorbei." Dabei gilt Rosberg selbst auch als guter Starter. Aber gegen die 82-Hybrid-PS hat auch der Blondschopf keine Chance: "Es ist schon schade. Du schaust nur in den Spiegel." In der Favoritenrolle sieht Rosberg weiterhin Brawn und Red Bull. Allerdings drängen Ferrari und McLaren mit Macht nach vorne.

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld hätte sich für den Sommerurlaub sicherlich etwas Angenehmeres vorstellen können, als den Rücktritt seines Arbeitgebers BMW. Dabei hat es der Deutsche fast zeitgleich mit der Presse erfahren: "Mario Theissen hat mich am Dienstag nicht mehr erreicht." Erst am Mittwoch wurde ihm die schockierende Nachricht überliefert. Nach zwei Wochen blickt der Deutsche aber schon wieder positiv in die Zukunft. Nach Gesprächen mit anderen Teams ist sich der Routinier sicher, dass er auch 2010 im Cockpit sitzt.

In den letzten sieben Rennen der Saison will Heidfeld noch eine gute Visitenkarte abgeben. Auch das Team versucht sich mit vielen Updates wieder nach vorne zu robben: "Ich bin mir sicher, dass wir aufholen werden. Allerdings werden wir es wohl nicht schaffen, die schnellsten Autos zu schlagen." Die schnellsten Autos sind nach Ansicht Heidfelds immer noch Brawn und Red Bull, "aber das kann sich schnell ändern." Beim GP Europa sitzt Heidfeld in einem Leichtgewicht-Chassis, bekommt einen neuen Unterboden und eine modifizierte Motorabdeckung.

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