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Vettel schlägt Ricciardo

"Bin nicht das fünfte Rad am Wagen"

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Brasilien - 8. November 2014 Foto: Red Bull 93 Bilder

Sebastian Vettel hat im Trainingsduell gegen Daniel Ricciardo auf 7:11 verkürzt. Der Weltmeister erwartet einen Kampf mit Ferrari und McLaren um die Ehrenplätze hinter Mercedes und Williams. Er hat nicht das Gefühl, dass er bei Red Bull wie ein Fahnenflüchtiger behandelt wird.

08.11.2014 Michael Schmidt

Sebastian Vettel hat in den freien Trainingssitzungen viel probiert. Er startete mit einer Motorabstimmung in das Wochenende, bei der die Leistungsentfaltung nicht zur Strecke passte. Das Motoren-Setup wurde dem von Daniel Ricciardo angepasst. Vettel probierte im dritten Training einen Heckflügel mit mehr Abtrieb aus, kehrte aber zum gleichen Modell zurück wie Ricciardo. Und er hatte Probleme mit den Durchflussmengen-Sensor, die aber zur Qualifikation hin gelöst werden konnten.

Am Ende stand Vettel zum siebten Mal vor Daniel Ricciardo in der Startaufstellung. Mit einem Vorsprung von 0,137 Sekunden. Acht Tausendstel fehlten Vettel auf Jenson Button und Startplatz 5. "Die Williams und Mercedes sind schneller als wir. Wir werden im Rennen mit Ferrari und McLaren um die Plätze dahinter fahren." Einzige Ausnahme: Wenn es regnet. Dann könnte auch ein Ergebnis wie in Suzuka möglich sein. Teamchef Christian Horner klagt: "Diese Strecke hat zu viele Geraden für uns."

Weniger Abtrieb für mehr Topspeed

Vettel macht nicht die Streckencharakteristik für die klare Niederlage gegen die Mercedes-Teams verantwortlich: "Wir waren in diesem Jahr auf allen Streckentypen ungefähr gleich konkurrenzfähig. Es ist nicht mehr so, dass wir in den Kurven aufholen, was wir auf den Geraden verlieren. Wir müssen mit wenig Abtrieb fahren, um unser Power-Defizit wettzumachen. Das straft uns auch in den Kurven."

Die Sektorzeiten belegen es. Vettel war in Sektor 1 Siebter, im kurvenreichen Sektor 2 und im letzten Streckenteil jeweils Neunter. "Dabei besteht der letzte Sektor nur aus einer Geraden, die auch noch bergauf führt." Der Verzicht auf Abtrieb bringt Vettel auf der Zielgeraden mit 332,6 km/h ins Mittelfeld. Schnellste waren wie üblich die beiden Williams. Felipe Massa flog mit 342,9 km/h durch die Messstelle.

Vettel nicht fünftes Rad am Wagen

Vettel räumte mit den Gerüchten auf, Red Bull setze alle Karten auf Ricciardo. "Das wäre aus Sicht des Teams nicht sehr gescheit. Sie wollen ja Punkte für die Konstrukteurs-Wertung. Ich werde nirgendwo rausgedrückt und fühle mich auch nicht als fünftes Rad am Wagen. Wenn ich jetzt nicht mehr in Neuentwicklungen eingeweiht werde, ist das völlig normal. Ich bin der Fahrer, der geht."

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