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Vettel schreibt WM-Titel ab

"Mercedes einholen ist unrealistisch"

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP England - Silverstone - 3. Juli 2014 Foto: Red Bull 149 Bilder

Selbst die größten Optimisten bei Red Bull schreiben den WM-Titel ab. Man will die Hoffnung nicht aufgeben, aber der gesunde Menschenverstand sagt, dass der Rückstand zu Mercedes nicht aufholbar ist. "Wenn alles normal läuft, können sie auf jeder Rennstrecke ein Doppelsieg landen" stellt Sebastian Vettel fest.

03.07.2014 Michael Schmidt

Nach acht von 19 Rennen ist das Bild klar. Die Chancen, dass Sebastian Vettel und Red Bull ihre WM-Titel verteidigen, sind verschwindend gering. Mercedes liegt nicht nur 158 Punkte vor Red Bull, auch der Vorsprung an Rundenzeit ist gewaltig. "Wir haben im Moment kein Siegerauto", stellt Vettel sachlich fest. "Gewinnen ist nur möglich, wenn etwas Außergewöhnliches passiert. Läuft alles normal, kann Mercedes auf jeder Rennstrecke einen Doppelsieg landen."

Der Weltmeister will den WM-Titel nicht offiziell abschreiben, doch er ist Realist: "Es ist schwer, in diesem Jahr die Lücke zu Mercedes zu schließen. Dazu ist sie zu groß. Wir werden sie nicht in einem großen Schritt schaffen, sondern in vielen kleinen. Andererseits wäre es dumm jetzt zu sagen, dass alles vorbei ist, und dann ändert sich doch noch etwas."

Fortschritt bei Fahrbarkeit, Defizit bei Power

Red Bull nimmt für die Niederlagen in dieser Saison ihren Motorpartner Renault in die Pflicht. Vettel drückt sich dabei gemäßigter aus als seine Chefs: "Es ist wahr, dass das Renault-Paket nicht so stark ist wie das von Mercedes. Ferrari kann das gleiche Lied singen. Wir sind schlecht gestartet, haben aber inzwischen große Fortschritte in Bezug auf die Leistung und die Fahrbarkeit gemacht. Es ist aber immer noch nicht genug."

Teamkollege Daniel Ricciardo sieht Renaults Fortschritte vor allem im Ansprechverhalten des Motors. "Es gibt keine Leistungslöcher- oder Spitzen mehr. Wir sind da auf einem guten Niveau. Es fehlt aber noch Leistung. Ich bin in Österreich eine Zeitlang Nico Hülkenberg hinterhergefahren. Der Mercedes kriecht uns in der Beschleunigungsphase kontinuierlich davon."

Auch Mercedes macht im Winter nicht Urlaub

Ricciardo will aber auch nicht alles auf den Motor schieben. Das Beispiel Toro Rosso gibt ihm zu denken. Red Bulls B-Team erzielt regelmäßig bessere Top-Speeds, und mit der jüngsten Ausbaustufe in Österreich waren die Autos aus Faenza in den Kurven fast so schnell wie die Red Bull.

"Vielleicht müssen wir uns Gedanken machen, wem wir im Konflikt Top-Speed gegen Abtrieb den Vorzug geben. Das ändert sich von Strecke zu Strecke. In Österreich hat Toro Rosso offenbar die bessere Balance erwischt. In Montreal lagen wir auf der besseren Seite. Obwohl die Strecke viel Top-Speed verlangt."

Vettel gibt zu, dass man bei Red Bull auf hohem Niveau klagt: "Anderen geht es noch schlechter. Wir sind meistens das zweitbeste Team hinter Mercedes." Da der WM-Traum praktisch ausgeträumt ist, hängt alles davon ab, ob Renault über den Winter auf die Probleme reagieren kann. Vettel warnt: "Jeder wird versuchen, sich über den Winter zu verbessern. Mercedes geht sicher nicht in den Urlaub. Auch die werden Fortschritte machen. Wir müssen mit dem Motor so weit aufholen, dass wir 2015 den Verlust auf den Geraden in den Kurven kompensieren können."

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