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Vettel und Schumacher im Vergleich

Vettel so gut wie Schumi?

Michael Schumacher & Sebastian Vettel - GP Brasilien 2012 Foto: Wilhelm 153 Bilder

Sebastian Vettel ist Rekordweltmeister Michael Schumacher auf der Spur. Nach absoluten Zahlen führt natürlich noch Schumi. Aber wie sieht es im relativen Vergleich nach 112 GP-Starts aus? Da hat Vettel die Nase bereits vorn. Doch sind diese Zahlenspiele fair?

30.08.2013 Michael Schmidt

Sebastian Vettel hat am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal nach 2011 den GP Belgien gewonnen. In Michael Schumachers Wohnzimmer. Der Rekordweltmeister schleppte insgesamt sechs Siegerpokale aus Spa mit nach Hause. Daran muss Vettel noch arbeiten.
 
Auch im absoluten Vergleich liegt der aktuelle Champion noch weit hinter seinem berühmten Vorgänger. Doch er ist auf einem guten Weg, zumindest einen Teil seiner Rekorde zu brechen. Deshalb bietet sich ein Vergleich an, wo Schumacher zu dem Zeitpunkt in seiner Karriere stand, an dem sich Vettel jetzt befindet.

Schumi und Vettel mit 31 Siegen nach 112 Rennen

Sebastian Vettel fuhr in Spa seinen 112. Grand Prix. Michael Schumacher war beim GP Deutschland 1998 bei diesem Wert angelangt. Der damalige Ferrari-Fahrer wurde in seinem 112. Rennen übrigens Fünfter. Nach WM-Titeln führt Vettel bereits mit 3:2.
 
Am Ende des Jahres könnte bei Vettel da bereits eine 4 stehen. Schumacher musste für seinen dritten Titel noch bis 2000 warten. Eine andere Zahl erstaunt. Beide haben nach 112 Rennen exakt 31 Grad Prix gewonnen. Dann hört es mit den Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

Vettel ist der König der Trainingsbestzeiten

Bei den Pole Positions liegt Vettel mit 39:17 klar vorn (siehe Tabelle). Auch bei den Führungskilometern. Vettel spulte 10.780 Kilometer an der Spitze eines Grand Prix ab. Also bei mehr als einem Drittel aller Kilometer, die er überhaupt gefahren ist. Das waren 30.481. Schumacher brachte es bis zum GP Deutschland 1998 auf 7.959 Führungskilometer. Bis dahin hatte er insgesamt 27.910 Rennkilometer abgestrampelt.
 
Umgekehrt hängt Michael Schumacher seinen jungen Kollegen bei den schnellsten Rennrunden mit 31:19 deutlich ab. Kein Wunder, dass Vettel trotz aller Warnungen seines Renningenieurs Guillaume Rocquelin so scharf auf diese schnellste Runde ist. Er hat da was gutzumachen.

Schumacher nach Punkten in Führung

Dass Vettel bei den Zielankünften die Nase vorn hat, ist die Gnade der späten Geburt. Die modernen Formel 1-Autos sind noch einmal ein Stück zuverlässiger als sie es zu Schumachers Zeiten waren. Ein Jim Clark hätte in der Wertung überhaupt keine Chance. Vettel kam 91 Mal ins Ziel, das entspricht einer Ankunftsquote von 81,25 Prozent. Schumacher steht mit 78 Zielankünften und 69,64 Prozent dementsprechend schlechter da.

Der Vergleich der WM-Punkte ist schwierig, weil sich in Schumachers Karriere drei Mal das Punktesystem änderte. Von 10-6-4-3-2-1 auf 10-8-6-5-4-3-2-1 zu 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Vettel fährt nun schon im vierten Jahr der Punkteinflation. Rechnet man bei allen 112 GP-Starts der beiden das Punktesystem, das zwischen 2003 und 2009 galt, dann führt Michael Schumacher knapp mit 592:585 Zählern.

Das spiegelt sich in der Anzahl der Podiumsplätze wieder. Schumacher hatte im fraglichen Zeitraum 62, Vettel nur 54. Dafür kam Vettel sieben Mal häufiger in die Punkte. Kunststück bei mehr Zielankünften und dem modernen Punktesystem, das bis Rang 10 reicht.

Vettel hat härtere Konkurrenz

So weit die Zahlen. Doch ist dieser Vergleich gerecht? Vettel sitzt seit 2010 im besten Auto des Feldes. Schumacher hatte nur 1994 das schnellste Auto. Und er konnte 1995 auf das beste Team zurückgreifen. Williams stellte das bessere Auto, aber Benetton hatte durchweg die schlauere Strategie. Andererseits muss man sagen, dass Vettel in den ersten eineinhalb Jahren mit dem Toro Rosso schlechter gerüstet war als Schumacher mit dem Benetton.

Der PS-Gott aus Kerpen hatte seine goldene Zeit erst zwischen 2000 und 2004. Also nach dem Vergleichszeitraum. Die ersten Ferrari-Jahre waren teilweise ein Spießrutenlauf. Sebastian Vettel muss noch beweisen, wie er mit harten Zeiten zurechtkommt. Dafür hat er die stärkeren Gegner als sein Vorgänger. Fernando Alonso, Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen, Jenson Button und Nico Rosberg sind eine andere Qualität als die Fahrer, mit denen Schumacher zu tun hatte.

Nelson Piquet zog sich 1991 zurück, Alain Prost hörte 1993 auf, Ayrton Senna starb 1994, Nigel Mansell verabschiedete sich 1995. Mika Häkkinen kam erst 1998 groß in Fahrt. Damon Hill und Jacques Villeneuve waren gute Rennfahrer, aber keine Ausnahmepiloten. Wer hat ihrer Meinung nach die Nase in diesem Duell vorne? Oder hinkt der Vergleich. Schreiben Sie uns in den Kommentaren. Um Ihre Erinnerungen aufzufrischen erinnern wir in der Bildergalerie noch einmal an die Highlights aus Schumis Karriere.

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