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Vettel vs. Karthikeyan

Vettel konnte nichts wissen

Narain Karthikeyan GP USA 2012 Foto: HRT 66 Bilder

Für Red Bull ist Narain Karthikeyan immer noch ein rotes Tuch. Der Inder hatte sich gegen Vorwürfe gewehrt, er habe Sebastian Vettel in Austin den Sieg gekostet. Angeblich, weil es bei der Fahrerbesprechung entsprechende Instruktionen zum Überrunden gab. Jetzt kam heraus: Karthikeyan hatte sich persönlich bei der Rennleitung erkundigt.

22.11.2012 Michael Schmidt

Narain Karthikeyan war genervt, als er wieder einmal mit Vorwürfen aus der Red Bull-Ecke konfrontiert wurde, er habe Sebastian Vettel das Rennen zerstört. Am meisten ärgerte ihn Vettels Kritik. "Ich kann diesen Blödsinn nicht mehr hören", wetterte Karthikeyan gegenüber auto motor und sport.

"Im Fahrerbriefing hat uns Charlie Whiting ganz klar erklärt, dass wir im ersten Teil der S-Kurven keinen vorbeilassen müssen. Du bist so schnell dort, dass es gar nicht möglich ist. Charlie hat uns angewiesen, dass wir für schnellere Fahrzeuge erst ab Kurve 8 Platz machen müssen. Das ist die erste langsame Kurve in dem Geschlängel. Genau das habe ich gemacht. Vettel muss das gewusst haben."

Karthikeyan fragt persönlich bei der Rennleitung nach

Jetzt kam heraus: Vettel konnte es gar nicht wissen, denn Narain Karthikeyan hatte nicht in der Fahrerbesprechung am Freitag, sondern persönlich am Sonntagmorgen bei Rennleiter Charlie Whiting vorgesprochen und ihm sein Leid geklagt. Der Inder wünschte, er hätte sich für diesen Grand Prix erst gar nicht qualifiziert. Der HRT war ohne Grip und ohne Abtrieb in den schnellen S-Kurven extrem schwer zu fahren.

Karthikeyan warnte Whiting: "Ich kann unmöglich dort neben die Ideallinie fahren. Wenn ich das tue, drehe ich mich sofort. Das ist dann noch gefährlicher." Teamkollege Padro de la Rosa bestätigt: "Mit unseren Autos dort auf die dreckige Spur zu fahren, wäre Wahnsinn gewesen."

Situation vergleichbar mit Suzuka

Whiting erklärte Karthikeyan, dass er zwischen Kurve 3 und 7 nicht freiwillig neben die Ideallinie fahren müsse. "Das macht in den S-Kurven von Suzuka ja auch keiner. Es gibt eben Stellen, da ist das Überrunden praktisch nicht möglich. Wenn man da auf ein langsameres Auto aufläuft, ist das Schicksal. Über ein Rennen betrachtet trifft es aber alle gleich hart." Deshalb hat die Rennleitung auch keine Untersuchung eingeleitet, als sich Vettel am Funk beschwerte.

Somit war Kurve 8 der erste Ort, wo die HRT-Piloten Platz machen mussten. Deshalb fühlt sich Karthikeyan auch im Recht. Vettel verlor das Rennen nach Einschätzung nicht in der 42. Runde, sondern schon vorher. Zwischen den Runden 31 und 34 verkürzte Lewis Hamilton den Rückstand von 2,155 auf 0,628 Sekunden. Er musste in dieser Phase an Timo Glock, Heikki Kovalainen und Vitaly Petrov vorbei. Hamilton natürlich auch. "Aber ich war mit dem Verkehr glücklicher, traf ihn an Stellen, wo ich nicht so viel Zeit verlor", freute sich der Brite anschließend.

McLaren sah Vettels Unheil kommen

Für Vettel war nicht die halbe Sekunde, die er wegen Karthikeyan verlor, ärgerlich, sondern die Tatsache, dass sie Hamilton die Chance gab, den Rückstand von 0,839 Sekunden auf praktisch null zu verkürzen. "Wir wussten bereits bei der Einfahrt ins Geschlängel, dass es für Lewis die einzige Chance zum Überholen sein würde", erzählt McLaren-Sportdirektor Sam Michael. "Deshalb haben wir ihm gleich am Funk gesagt: Spar dir alles KERS für die Gerade auf, stell die Motordrehzahl auf Anschlug und setze DRS ein." Sein Urteil: "Seb hat hinter anderen Fahrern mehr Zeit verloren als hinter Karthikeyan, aber da lief er zum dümmsten Moment auf den HRT auf."

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