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Vettel vs. Webber - Szenen einer Red Bull-Ehe

Kleine Nadelstiche im Bullen-Duell

Webber vs. Vettel Foto: Red Bull 32 Bilder

Das interne Red Bull-Duell zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel kann den Formel 1-Titel entscheiden. In Suzuka blieb es oberflächlich ruhig. Doch hinter den Kulissen des GP Japan setzten beide Piloten kleine Nadelstiche gegen die Teamkonkurrenz.

12.10.2010 Tobias Grüner

Im teaminternen Zweikampf zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber schien es zuletzt etwas ruhiger geworden zu sein. Doch der schöne Schein trügt. Die tiefe Rivalität im Bullenstall kam auch in Japan immer wieder ans Tageslicht. In Suzuka setzten beide Piloten kleine Nadelstiche im Duell, das die WM entscheiden könnte.

Dass sich die australisch-deutsche Freundschaft in dieser Saison dramatisch abgekühlt hat, wird vor allem an kleinen Gesten deutlich. Wer genau hinschaut, der sieht, dass das Tischtuch zerschnitten ist. Im Parc Fermé nach dem Rennen wartete Vettel demonstrativ vor dem Auto des Teamkollegen, um sich seine Gratulation abzuholen. Webber ließ sich seinerseits aufreizend viel Zeit, bis er sich endlich aus seinem Auto geschält hatte, um dem Youngster die Hand zu reichen.

Webber fehlt auf dem Siegerfoto

Auch bei der Sektdusche auf dem Podium war von gemeinsamer Freude über den Red Bull-Doppelsieg nicht viel zu erkennen. Lieber wurde Chefdesigner Adrian Newey mit Champagner übergossen. Die Vettel-Party im Fahrerlager ließ Webber ebenfalls sausen. Auf dem obligatorischen Siegerfoto mit dem gesamten Team fehlte der 34-Jährige plötzlich. Die Mechaniker hielten als Ersatz eine Pappfigur in die Luft. Webber wollte seinen Flieger nach Australien nicht verpassen, lautete die Ausrede.

Immer wieder zeigt sich, dass der eine dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt. Weiteres Beispiel gefällig? Sebastian Vettel hätte in Suzuka gerne den Hattrick gefeiert. Nach der Pole Position und dem sicheren Rennsieg fehlte ihm nur noch die schnellste Rennrunde. Webber weiß, wie wichtig Vettel die Rennrunden-Statistik ist. Trotzdem gab der Australier im letzten Umlauf noch einmal bis zum Zielstrich Vollgas.

Webber gönnte Vettel das Triple nicht

Auf den letzten Metern entriss Webber seinem Konkurrenten die Bestmarke. "Ich konnte ihm ja nicht einfach das Triple überlassen, oder?", sagte Webber anschließend mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Auch für Ex-F1-Teamchef und BBC-Experte Eddie Jordan ist diese ein Beispiel dafür, dass die Harmonie bei Red Bull nicht stimmt. "Insgeheim wird Vettel da richtig sauer drüber sein", ist sich Jordan sicher. "Er liebt es, schnellste Rennrunden zu sammeln."

Der junge Heppenheimer wird es verkraften können. Nach seinem Sieg ist die Lücke zum führenden Teamkollegen auf 14 Punkte geschmolzen. Der Deutsche macht keinen Hehl daraus, dass der erste Konkurrent um den WM-Titel im gleichen Auto sitzt. Egoismus ist angesagt. Jeder ist sich selbst der nächste.

Vettel-Freude über schlechten Start des Teamkollegen

Ein weiteres Beispiel für den nicht vorhandenen Teamgeist: Als der Renault von Robert Kubica in der ersten Kurve plötzlich in Vettels Rückspiegel auftauchte, und nicht der auf Rang zwei gestartete Teamkollege, herrschte spontan gute Laune im Cockpit des Heppenheimers. Vettel gab später sogar zu, dass er sich ein kurzes Grinsen unter dem Helm nicht verkneifen konnte.

"Nichts gegen Mark und das Team, aber das hätte mir das Leben schon leichter gemacht", gestand der Deutsche im BBC-Interview. "Es wäre für Mark schwer geworden, da vorbeizukommen, weil die Renault sehr schnell auf der Geraden sind. Dann habe ich aber über Funk gehört, dass Robert ein Problem hat. Das war natürlich gut für das Team, aber für die Meisterschaft hätte ich auch nichts dagegen gehabt, wenn er heute Zweiter geworden wäre."

Webber vs. Vettel: nächste Runde in Korea

Vettel kann mit Siegen in den letzten drei Rennen die WM aus eigener Kraft für sich entscheiden. Man darf gespannt sein, ob der Streit noch einmal mit offenem Visier ausgetragen wird. Es wäre nicht das erste Mal in dieser Saison. In der Türkei gipfelte die Rivalität bekanntlich im großen Crash. Im Flügel-Drama von Silverstone "bedankte" sich Webber auf der Auslaufrunde mit den berühmten Worten "Nicht schlecht für eine Nummer zwei, oder?".

Zuletzt hatte es in Monza kleinere Irritationen gegeben, als der Deutsche von Bremsproblemen geplagt Webber vorbeilassen musste und sich leicht angesäuert per Funk am Kommandostand erkundigte, ob ihn das Team eigentlich "verarschen" wolle. Die nächste Runde im großen WM-Duell im Bullenstall gibt es in Korea.

Freie Fahrt bei Red Bull

Ferrari-Konkurrent Fernando Alonso kann es nur recht sein, wenn sich die Konkurrenten gegenseitig auf die Hörner nehmen. Teamchef Christian Horner will die beiden übrigens weiter frei fahren lassen. Bei dem geringen Abstand bleibt auch gar nichts anderes übrig.

Wir haben in einer Fotoshow die schönsten Szenen der heißen Red Bull-Ehe aus den vergangenen Jahren zusammengefasst. Schon 2007 rasselten die beiden erstmals aneinander.

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