Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Vettel zieht Bahrain-Bilanz

"Auf der Geraden fehlt noch Qualm"

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Bahrain 2014 Foto: Red Bull 76 Bilder

Sebastian Vettels Grand Prix von Bahrain lief nicht ganz rund. Erst Technikärger im Training, dann der verlorene Zweikampf mit Teamkollege Daniel Ricciardo im Rennen. Dazu zwei haushoch überlegene Mercedes. Der vierfache Weltmeister gibt einen Einblick hinter die Kulissen.

07.04.2014 Michael Schmidt

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Nach seinem sechsten Platz beim GP Bahrain kletterte Sebastian Vettel in der WM-Tabelle vom siebten auf den sechsten Platz. Der Rückstand auf WM-Spitzenreiter Nico Rosberg beträgt 38 Punkte. Schlimmer noch: Im Rennen fehlten Vettel 29,8 Sekunden auf die Spitze. Trotz eines Safety-Cars, das allen Mercedes-Verfolgern bereits 56 Sekunden geschenkt hatte.

Und Vettel warnt: "Man weiß ja nicht, wie viel die noch in der Hinterhand haben." Trotzdem wirft der Champion nicht das Handtuch: "Wir können das aufholen. Die Frage ist nur, wie schnell. Unser Auto ist ja schon sehr gut. In Bezug auf die Fahrbarkeit hat Renault gute Fortschritte gemacht. Aber im Moment fehlt uns noch ein bisschen der Qualm auf den Geraden."

Red Bull hat Ferrari in der Tasche

Die Red Bull verloren in Bahrain auf allen Geraden zusammengerechnet eine Sekunde auf die Mercedes. Die positive Erkenntnis: In den Kurven fährt man mit den Silberpfeilen auf Augenhöhe, manchmal sogar schneller. "Es ist ja kein Geheimnis, wie viel wir auf den Geraden verlieren. Nicht nur Top-Speed, sondern auch Zeit", sagt Vettel. "Irgendwo müssen wir das ja wieder aufholen. Da bleiben ja nur die Kurven."

Ferrari hat man bereits in der Tasche. Vettels direkter Vergleich: "Wir geben uns nicht viel auf der Geraden. Deshalb hat es so lange gedauert, bis wir an ihnen vorbeigekommen sind. Auf die Runde waren wir schneller. Der Vergleich ist aber schwer zu ziehen, weil wir sie meistens getroffen haben, als ihre Reifen schon am Ende waren. Sie sind ja auf einer Dreistopp-Strategie unterwegs gewesen."

Safety-Car rettet Vettel

Vom Speed her ist Red Bull die Nummer zwei im Feld. Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo haben sich das Leben mit ihren schlechten Startplätzen und einer nicht optimalen ersten Runde selbst schwer gemacht.
 
Vettel: "Der Start war ziemlich bescheiden. Ich kam nicht gut weg. Dann haben wir uns im Verkehr schwer getan nach vorne zu kommen, weil wir auf der Geraden zu langsam sind. Gegen die Mercedes sowieso, aber auch bei den Ferrari sind wir angestanden. Hinten raus hatten wir Glück mit dem Safety-Car. Das hat uns mit den Reifen gerettet. Ich konnte die Reifen nicht so schonen, wie ich wollte. Vor allem die Hinterreifen. Deshalb kam mir das Safety-Car entgegen. Sonst wäre es noch einmal eng geworden."

Ricciardo schont Reifen besser als Vettel

Und da lag auch der Unterschied zu Teamkollege Ricciardo. Vettel gibt ohne Umschweife zu: "Daniel kam einfach mit den Reifen besser zurecht, im Sinne von Haltbarkeit. Im ersten Stint war ich auf den härteren Reifen, er auf den weichen. Und trotz der gleichen Benzinmenge konnte er länger draußenbleiben als ich. Das hat ihm am Ende genutzt. Normalerweise habe ich mich eigentlich immer ganz gut mit den Reifen verstanden. Ich muss noch rausfinden, warum das in Bahrain nicht so war."

Vettel will weder den zeitweisen Verlust von DRS ("nur für zwei Runden"), noch die unterschiedliche Reifenfolge für die Niederlage gegen den Australier verantwortlich machen. "Ich glaube nicht, dass das einen großen Unterschied gemacht hat. Die Zeit, die ich am Anfang gutgemacht habe, ging mir später verloren, weil ich nicht so lange mit den weichen Reifen klar kam wie Daniel. Und weil ich lange hinter Kimi festhing."

Auch das Setup war bis auf wenige Details identisch: "Es erklärt nicht unseren Unterschied." Beide Autos setzten vorne stark auf, weil die Ingenieure das Auto stark angestellt haben, um über den Unterboden Abtrieb zu generieren. Dem Top-Speed zuliebe. Dafür konnte man mit Flügeln fahren, die eigentlich für Strecken wie Spa vorgesehen sind.

Vergleich mit Webber wäre unfair

Nach drei Rennen wird klar, dass Daniel Ricciardo kein Kanonenfutter ist. In zwei von drei Trainings war der Mann aus Perth schneller als Vettel. Das hatte technische Gründe. Sowohl in Melbourne als auch in Bahrain fehlte Vettel Motorleistung. Deshalb lässt sich noch kein Trend ablesen, ob Ricciardo auf Stop-and-Go-Kursen die Oberhand hält. Martin Brundle glaubt: "Daniel ist es gewohnt, nicht perfekte Autos zu fahren. Sebastian wurde in den letzten vier Jahren mit guten Autos verwöhnt."

Vettel sieht den Vergleich ganz nüchtern. Er will noch kein Urteil darüber abgeben, ob Ricciardo der bessere Mark Webber ist: "Das wäre unfair, das nach drei Rennen zu sagen. Daniel macht seine Sache sehr gut, er kommt gut mit dem Auto zurecht, aber ein fairer Vergleich ist da sehr schwer."

Im Zweikampf funkte es jedenfalls nicht so wie mit Vorgänger Webber. Vettel sieht das entspannt: "Deinem Teamkollegen gibst du immer mehr Luft und hältst nicht ganz so dagegen wie bei anderen Fahrern. Ein Mal habe ich Daniel aus strategischen Gründen vorbeigelassen. Beim zweiten Mal habe ich gemerkt, dass er einfach schneller war. Es wäre sinnlos gewesen, da dagegen zu halten."

"Wenn es die letzte Runde gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht breiter gemacht. Aber ich durfte mir nicht einbilden, ihn neun Runden lang hinter mir zu halten. Danach hat man ja gesehen, dass er den Speed noch hatte, um auch Hülkenberg zu überholen.“

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden