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Vettel zum vierten Mal auf Podest

Nur 2 Runden Hoffnung gegen Mercedes

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Spanien - Qualifying - Samstag - 9.5.2015 Foto: Wolfgang Wilhelm 70 Bilder

Ferrari hatte für den GP Spanien aufgerüstet. Doch der Abstand zu Mercedes wurde eher noch größer. Sebastian Vettel war am Ende nur mit dem Ergebnis zufrieden, nicht aber mit dem Rückstand. Kimi Räikkönen haderte mit der Entscheidung.

11.05.2015 Andreas Haupt

Die Gesamtbilanz liest sich gut für Sebastian Vettel. Fünf Rennen, ein Sieg, dreimal Dritter, einmal Fünfter. Macht in der Weltmeisterschaft den dritten Rang hinter den beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Nach seinem verpatzten Rennen in Bahrain fand der viermalige Weltmeister beim GP Spanien zurück in die Spur. Trotzdem verließ er Barcelona mit einem weinenden Auge. "Mit dem Resultat bin ich zufrieden, mit dem Abstand auf Mercedes nicht."

Sieger Rosberg brummte Vettel satte 45,3 Sekunden auf. Das sind bei einer Renndistanz von 66 Runden 0,68 Sekunden pro Umlauf. Der große Abstand im Ziel ließ sich nicht mit unterschiedlichen Strategien erklären. Sowohl Rosberg als auch Vettel absolvierten zwei Stopps. Und Vettel hatte über den Großteil des Rennens freie Fahrt.

Ferrari rätselte nach dem Rennen. War die Strecke Schuld? Waren es die Reifen? Oder waren die Updates einfach nicht gut genug? Für Barcelona stellten die Ingenieure ein halbneues Auto auf die Räder. Neue Seitenkästen, Leitbleche, neuer Unterboden und Diffusor. Laut Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene ein guter Fortschritt, aber "nicht gut genug für Mercedes."

Vettels vergeblicher Fight gegen Hamilton

Vettel selbst versuchte zu beruhigen. "Wir müssen analysieren, ob Mercedes die Strecke besser lag oder es wegen der Reifen war. Ich denke nicht, dass der Abstand der Realität entspricht. Wann man sich den Schnitt der ersten fünf Rennen anschaut, dann bekommt man das echte Bild. Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass man auf manchen Strecken nicht so konkurrenzfähig ist wie auf anderen."

An eine Siegchance glaubte Vettel nur in den ersten zwei Runden. "Ich dachte, da geht was. Aber dann ist mir Nico davon gezogen." Immerhin kämpfte der ehemalige Red Bull-Pilot über zwei Drittel des Rennens gegen Hamilton um Platz zwei. Grundlage: sein guter Start, mit dem er den Briten bis zur ersten Kurve ausbeschleunigte.

Vettel kontrollierte Hamilton hinter sich. Obwohl er mit einem Top-Speed von 334,5 km/h nur im Mittelfeld lag. Vettel half eine schlaue Fahrweise und die Streckencharakteristik des Circuit de Barcelona-Catalunya. Hamilton fluchte über Funk: "Ich komme nicht nah genug heran. Auf der Strecke kann ich ihn nicht überholen."

Daraufhin versuchte es Mercedes mit einem sogenannten "Undercut", also einem früheren Boxenstopp. Doch der ging mit 5,3 Sekunden Länge schief. "Der verpatzte erste Stopp war ein nettes Geschenk", befand Vettel. Nach seinem Boxenbesuch in Runde 14 blieb er locker vor Hamilton.

Dann stellte Mercedes von zwei auf drei Stopps um. Als Hamilton in Runde 32 abbog, hielt Ferrari an seiner Taktik fest. Hätte man den Titelverteidiger covern müssen? Vettel verteidigt seine Strategen: "Drei Stopps wären zu schwierig für uns geworden. Irgendwann hätte er uns sowieso bekommen."

Vettel glaubt an WM-Chance

Nach dem Wechsel (Runde 40) auf die harten Reifen war Vettel zu langsam, um Hamilton im Fernduell Paroli zu bieten. "Nachdem Lewis freie Fahrt hatte, konnte er die Mercedes-Geschwindigkeit ausspielen." Im 52. Umlauf war das Duell endgültig zu Hamiltons Gunsten entschieden. Er kam nach seinem dritten Stopp 3,7 Sekunden vor Vettel zurück auf die Bahn.

"Wir dachten, dass ich vor Lewis bleiben könnte. Allerdings hatte ich ein bisschen Verkehr nach meinem Stopp. Das hat zwei oder drei Sekunden gekostet. So ist das aber. Mal läuft es gut, mal weniger. Das gleicht sich im Verlauf der Saison aus." Trotz des großen Rückstands im Ziel sieht sich Vettel noch im WM-Rennen. "Wir haben über den Winter den größten Schritt gemacht, und am nächsten zu Mercedes aufgeschlossen. Von uns kommen noch gute Updates."

Räikkönen trifft falsche Entscheidung

Teamkollege Kimi Räikkönen sah 15 Sekunden nach Vettel die schwarz-weiß-karierte Flagge. Nach einer starken ersten Runde, in der sich der Finne die beiden Toro Rosso mit sehenswerten Überholmanövern schnappte, blieb der Iceman auf Platz fünf hängen. "Unter diesen Bedingungen war es für uns schwierig, die Reifen ins richtige Arbeitsfenster zu bringen."

Zum Schluss klebte Kimi im Heck des Williams, biss sich aber an Valtteri Bottas die Zähne aus. Erklärung: "Ich habe Bottas locker eingeholt. Leider leidet unser Auto aber stark, wenn wir hinter jemand anderem herfahren. Das stört unsere Aerodynamik unheimlich. Dazu hat Williams einen klasse Top-Speed." Seine Entscheidung, mit dem alten Paket ins Rennen zu gehen, bereute Räikkönen im Nachgang. "Es war im Nachhinein gesehen vielleicht nicht die richtige Entscheidung, aber zumindest haben wir dadurch etwas gelernt."

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