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Vettels Montreal-Geheimnis

Keiner fasst das Auto an

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Kanada 2012 Foto: xpb 75 Bilder

Red Bull war in Montreal nicht zu stoppen. Auch ohne Löcher im Unterboden und im Bremsbelüftungssystem an der Vorderachse. Sebastian Vettel deklassierte die Konkurrenz um drei Zehntel und markierte damit seine 32. Pole Position. Das Geheimnis hört sich verblüffend einfach an. Die Mechaniker polierten nur das Auto.

09.06.2012 Michael Schmidt

In der zweiten K-O-Runde der Qualifikation lagen 16 Autos in einer Sekunde. Am Ende des Trainings führte Sebastian Vettel das Feld mit dem ungewöhnlich großen Vorsprung von 0,303 Sekunden vor Lewis Hamilton an. "Ich bin selbst überrascht", kommentierte Vettel seine 32. Pole Position.

Vettel verzichtet auf Feintuning

"Schnell waren wir eigentlich immer. Wir haben es zuletzt nur in der Qualifikation nicht richtig hinbekommen. Wenn du dir bei dem eng gestaffelten Feld einen Fehler erlaubst, bist du nicht Dritter sondern 13. Deshalb haben wir versucht, aus unseren Fehlern in Barcelona und Monte Carlo zu lernen."

Das Geheimnis von Vettel war verblüffend einfach. Seine Ingenieure ließen nach dem dritten Training am Samstagmorgen die Finger von der Abstimmung des Autos. "Wir haben nur die Verkleidung poliert", scherzte Teamberater Helmut Marko. In Barcelona und Monte Carlo hatten Vettel und seine Ingenieure beim Feintuning des Setups danebengegriffen.

Das war diesmal nicht nötig. "Ich fühlte mich von Anfang an wohl", berichtete Vettel. Die optimale Bodenfreiheit, die Fahrwerkseinstellung und Aero-Balance stimmten auf Anhieb. Man konnte ohne Störfaktoren sein Trainingsprogramm abspulen.

Webber beklagt fehlende Traktion

Ganz anders Mark Webber, der schon am Freitag von einem zum anderen Heckflügfeltyp sprang und mit einem längeren siebten Gang experimentierte. Der Australier zog nach seinem vierten Startplatz ein langes Gesicht. Der rechte Hinterreifen, der im entscheidenden Versuch nicht auf Temperatur kommen wollte, weil es ein Problem mit der Heizdecke gab, ist keine ausreichende Entschuldigung.

Die sechs Zehntel Abstand zu Vettel tun weh: "Das war nicht meine beste Qualifikation. Ich habe Probleme auf den Randsteinen und Richtungswechseln. Die meiste Zeit verliere ich in der Schikane vor Start und Ziel. Irgendwie kriege ich das Auto nicht in die Kurve rein." Webber erlebte die Vettel-Geschichte von Monaco. "Ich hätte das Auto anders einstellen soll. Sebs Auto ist besser in der Traktion."

"Top-Teams werden sich durchsetzen"

Die Red Bull sind mit 316 km/h die langsamsten Autos auf der Geraden, im dritten Sektor dennoch die schnellsten. Was Vettel auf der Geraden verliert, holt er in der Haarnadel und der Schikane vor Start und Ziel doppelt und dreifach wieder auf. "Man darf sich vom Top-Speed nicht täuschen lassen", warnt Webber. "Viel hängt davon ab, ob Leute vor oder hinter dem Messpunkt in den Begrenzer fahren."

Die Verbote der FIA-Kommissare konnten die Red Bull nicht einbremsen. Eher das Gegenteil ist der Fall. "Wir sind auch ohne Loch im Boden schnell", grinste Vettel. "Es ist ja nur ein Teil eines Konzepts. Deshalb wird die Geschichte überbewertet."

Für das Rennen erwartet der Weltmeister eine heiße Schlacht. "Entscheidend wird sein, wie man bei der Hitze die Reifen am Leben hält." Red Bull-Berater Marko liest aus dem Trainingsergebnis heraus, dass die Formel 1 zur Normalität zurückkehrt. "Jetzt stehen wieder die richtigen Leute vorne. Von den Außenseitern hat es nur di Resta in die Top Ten geschafft. Je mehr die Top-Teams die Reifen verstehen, umso mehr werden sie sich durchsetzen."

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