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Vettels verrückter Weg zu Ferrari

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Sebastian Vettel - GP Singapur 2014 Foto: xpb 93 Bilder

Es war die Top-Story des Wochenendes. Sebastian Vettel wechselt von Red Bull zu Ferrari. Dass der vierfache Weltmeister schon immer ein Faible für die Traditionsmarke hatte, ist kein Geheimnis. Doch alle Welt erwartete den Transfer erst für 2016. Dass er schon 2015 in Maranello andockt, ist eine verrückte Geschichte.

05.10.2014 Michael Schmidt

Nicht alle Wege führen nach Maranello. Im Fall von Sebastian Vettel war es ein verschlungener. Wir versuchen den Weg des vierfachen Weltmeisters zu Ferrari nachzuzeichnen. Stück für Stück ergibt sich ein stimmiges Bild, wie es zu dem Sensationstransfer kommen konnte.

Alles begann vor einem halben Jahr. Da stattete Sebastian Vettel Ferrari einen Besuch ab. Um sich einen der roten Sportwagen zu kaufen. Es soll ein Ferrari California gewesen sein. Bei der Gelegenheit kam es auch zu einem Gespräch mit Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo.

Vettel beichtete dem ersten Mann von Ferrari, dass es schon immer ein Kindheitstraum gewesen sei, einmal für die Marke mit dem springenden Pferd zu fahren. Selbst Red Bull-Berater Helmut Marko zeigt Verständnis: "Der Faszination des Mythos Ferrari kann sich keiner entziehen."

Vettel-Wechsel zu Ferrari ursprünglich erst 2016 geplant

Vettel teilte Montezemolo aber auch mit, dass er Verträge respektiere. Und dass er bis Ende 2015 ein Red Bull-Fahrer sei. Zu dem Zeitpunkt wollte sich der Titelverteidiger noch nicht ausmalen, dass seine Ausstiegsklausel bei Red Bull einmal greifen würde. Trotz des holprigen WM-Starts ging Vettel davon aus, dass er bis zum Stichtag unter den ersten drei der WM liegen würde.

Der Traum nahm erst wieder zwischen den Grand Prix von Belgien und Italien Fahrt auf. Da war klar, dass Vettel bis zum 30. September selbst mit zwei Siegen nicht mehr den Sprung auf Platz 3 schaffen würde. Und da begann Fernando Alonso seine Mission, um sich aus den Fesseln von Ferrari zu befreien.

Als der frustrierte Spanier Montezemolo vor Monza mitteilte, dass er 2015 frei sein wollte und als parallel dazu Alonsos Management bei Mercedes, Red Bull und McLaren anklopfte, ging der Auftrag an Rennleiter Marco Mattiacci, sich nach Alternativen umzusehen. Und Montezemolo hatte auch schon einen Namen parat: Den von Sebastian Vettel. Der hatte jetzt schon 2015 Zeit.

Ernste Verhandlungen seit Monza

Alonso setzte seinen Befreiungsschlag fort und erklärte der Teamleitung wiederholt, dass er Ferrari zu verlassen gedenke. Das Ziel war klar: Er wollte den Platz von Lewis Hamilton bei Mercedes. Nach dem GP Singapur war das Verhältnis zwischen Fahrer und Team so zerrüttet, dass die Verhandlungen zwischen Ferrari und Vettel in die entscheidende Phase eintraten. Vettel und Mattiacci führten nun regelmäßig Gespräche. Es ging bereits um Details.

Als Alonso Ferrari seinen Wunsch zu gehen sogar schriftlich bestätigte, war die Tür für Vettel endgültig offen. Der Vertrag wurde innerhalb weniger Tage in aller Stille festgezurrt. Wann er bekannt gegeben wird, steht noch nicht fest. Ferrari will Alonso offenbar nicht bloßstellen. Es würde dann wie ein Revanchefoul an ihrem Piloten aussehen, der in den letzten fünf Jahren elf Rennen für die Scuderia gewonnen hat.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die wichtigsten Stationen von Vettels Weg vom Red Bull-Junior zum Ferrari-Piloten.

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