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Vettels Weg zum Titel

Die Bilder eines Rekordjahres

Formula 1 Grand Prix, Japan, Sunday Podium Foto: xpb.cc 38 Bilder

Der zweite WM-Titel war für Sebastian Vettel einfacher als der erste. Man könnte fast von einem Durchmarsch sprechen. 2010 musste der Heppenheimer noch bis zum Finale zittern. Jetzt machte er den Titel schon fünf Grands Prix vor dem Saisonende perfekt. Wir zeichnen den Weg zur zweitenWeltmeisterschaft Rennen für Rennen nach.

09.10.2011 Michael Schmidt

Man musste es schon nach dem ersten Grand Prix des Jahres befürchten: Das wird ein Alleingang für Sebastian Vettel. Und so kam es auch. Der 24-jährige Deutsche sah bei jedem Rennen die Zielflagge, hat bei jedem Rennen Punkte geholt und stand bei 14 von 15 Grands Prix auf dem Podest. Er hat alle 4.566 Rennkilometer zurückgelegt und mit ??? Punkten jetzt schon deutlich mehr Punkte gesammelt als im Vorjahr nach der ganzen Saison.

Vettels Formel-Jahr 2011 war durchaus vergleichbar mit Michael Schumachers besten Ferrari-Jahren 2001, 2002 und 2004. Seine Überlegenheit lähmte das Titelrennen. Hier noch einmal Grand Prix für Grand Prix zur Erinnerung. In der Fotogalerie gibt es auch noch die spektakulärsten Bilder aus dem zweiten Meisterjahr.

GP Australien, Melbourne: 1. Sebastian Vettel, 2. Lewis Hamilton, 3. Vitaly Petrov

Vettel deklassiert die Konkurrenz schon im Training. Fast acht Zehntel Vorsprung auf Hamilton. Im Rennen klebt der McLaren zunächst wie eine Klette am Red Bull. Bis der Unterboden bricht und Hamilton abreißen lassen muss. Vettel fährt den Sieg locker nach Hause. Obwohl Kers nicht funktioniert und er zum Schluss wegen des kleinen Tanks in seinem RB7 Sprit sparen muss. Bei Webber ist 50 Meter hinter der Ziellinie der Tank leer.

GP Malaysia, Sepang: 1. Sebastian Vettel, 2. Jenson Button, 3. Nick Heidfeld

Wieder entscheidet Vettel das Rennen schon beim Start. Die McLaren wären diesmal ein gleichwertiger Gegner, verlieren aber in der Anfangsphase zu viel Zeit im Verkehr. Nick Heidfeld hat sich mit einem Blitzstart auf Rang zwei torpediert und hält zwölf Runden lang das Feld auf. Bei Halbzeit schaltet Vettel sein Kers ab, das wieder Zicken macht. Er kann locker darauf verzichten. Der Zweitplatzierte Button liegt zu weit zurück.

GP China, Shanghai: 1. Lewis Hamilton, 2. Sebastian Vettel, 3. Mark Webber

Dritte Pole Position im dritten Rennen. Das riecht nach dem dritten Vettel-Sieg. Doch der Red Bull-Pilot verliert beim Start zwei Plätze an die McLaren-Piloten. Kers liefert nur 35 statt 82 PS. Dann will Button beim ersten Reifenwechsel auch noch versehentlich in Vettels Box parken. Wieder zwei Sekunden Zeitverlust. McLaren ändert die Taktik. Von zwei auf drei Stopps. Red Bull macht es umgekehrt. Und verliert. Hamilton ist im Schlussturn mit harten Reifen nicht zu halten. Er überholt Vettel spektakulär in einer 250 km/h-Kurve. Das Highlight des Rennens: Webber marschiert von Platz 18 auf Rang drei.

GP Türkei, Istanbul: 1. Sebastian Vettel, 2. Mark Webber, 3. Fernando Alonso

Das Wochenende beginnt für Vettel mit einem heftigen Crash im Regen. Der Red Bull ist Schrott. Vettel verliert eine Trainingssitzung, studiert die Daten von Webber und fährt am Samstag mit 0,4 Sekunden Vorsprung auf die Pole Position. Kollege Webber ist ratlos: "Bei mir ging‘s nicht schneller." Danach ist alles wieder wie gehabt. Ein einsames Rennen für Vettel, der den Grand Prix mit den bis dahin meisten Boxenstopps und meisten Überholmanövern von der Spitze weg dominiert. Spannend ist es nur in seinem Rücken. Dort luchst Teamkollege Webber dem Ferrari von Alonso Platz zwei ab.

GP Spanien, Barcelona: 1. Sebastian Vettel, 2. Lewis Hamilton, 3. Jenson Button

Vettel steht zum ersten Mal nicht auf der Pole Position. Das erledigt Barcelona-Spezialist Webber für ihn. Doch in der ersten Kurve ist ein Ferrari vorn. Weil sich Webber nur auf Vettel konzentriert und den Start vergeigt. Alonso stürmt vom vierten Platz an die Spitze. Hinter ihm staut sich das Feld. Red Bull versucht Ferrari mit frühen Boxenstopps auszutricksen, doch Alonso zieht mit. Erst im zweiten Versuch gelingt es. Dafür muss Vettel nach 27 Runden schon auf die harten Reifen. Sein eigentlicher Gegner heißt Hamilton. Der ist schneller, kommt aber nicht vorbei.

GP Monaco, Monte Carlo: 1. Sebastian Vettel, 2. Fernando Alonso, 3. Jenson Button

Ein früher Boxenstopp von Button zwingt Vettel nachzuziehen. Die Red Bull-Box schlampt. Vettel steht 3,5 Sekunden zu lang und verliert die Führung. Er gewinnt sie zurück, weil McLaren einen frühen zweiten Stopp einlegt. Vettel entscheidet während der Safety-Car-Phase gegen den Rat des Teams, mit dem Reifensatz bis zum Ende durchzufahren. Er will Platz eins nicht herschenken. Sein neuer Gegner heißt jetzt Alonso. Auch Button schließt wieder auf. Der Dreierpulk liefert sich das halbe Rennen lang einen tollen Kampf. Eine Rennunterbrechung nach einem Unfall von Petrov erlöst Vettel. Er darf für die letzten acht Runden neue Reifen aufziehen.

GP Kanada, Montreal: 1. Jenson Button, 2. Sebastian Vettel, 3. Mark Webber

Es regnet. Vettel führt souverän. Auch nach einer zweieinhalbstündigen Unterbrechnung wegen eines Wolkenbruchs. In seinem Rücken eliminieren sich seine Gegner. Button schickt Hamilton in die Boxenmauer. Alonso dreht sich nach einer Kollision mit Button von der Rennstrecke. Button muss zur Strafe in die Box und geht 30 Runden vor Schluss als Letzter wieder ins Rennen. Drei Runden vor Schluss sitzt er Vettel im Nacken. Der McLaren schont seine Reifen besser als der Red Bull. Drei Kilometer vor der Zielflagge stellt sich Vettel quer, und Button wischt vorbei. Er gewinnt mit sechs Boxenstopps. Auch ein Rekord.

GP Europa, Valencia: 1. Sebastian Vettel, 2. Fernando Alonso, 3. Mark Webber

Das Hitzerennen ist eine klare Angelegenheit für Vettel. Pole Position, schnellste Runde, 56 Führungsrunden, ein Sieg mit elf Sekunden Vorsprung. Die Dramen in einem Rennen ohne einen einzigen Ausfall spielen sich hinter dem WM-Spitzenreiter ab. Alonso und Webber kämpfen wie in der Türkei um Platz zwei. Diesmal gewinnt Alonso. Die McLaren sind nirgendwo. Ihre Hinterreifen werden zu heiß. Vettel hat einen perfekten Tag. Sogar sein Kers funktioniert einwandfrei.

GP England, Silverstone: 1. Fernando Alonso, 2. Sebastian Vettel, 3. Mark Webber

Der Grand Prix wird von einer Diskussion um den Auspuff überschattet. Was ist erlaubt, was nicht? Für das eine Rennen entscheidet die FIA: Kein aktives Anblasen des Diffusors im Schleppbetrieb des Motors. Red Bull bringt trotzdem zwei Autos in die erste Startreihe. Alonso meldet als Dritter Siegansprüche an. McLaren schadet das Verbot am meisten. Das Duell Vettel gegen Alonso entscheidet ein Wagenheber. Vettel verliert beim zweiten Stopp wichtige Sekunden, weil der Wagenheber bricht. Alonso ist auf und davon. Dafür drängelt Webber. Die Box fordert den Australier auf, Vettel in Ruhe zu lassen. Webber hört einfach weg, kommt aber auch so nicht vorbei. Seine Reifen sind am Ende.

GP Deutschland, Nürburgring: 1. Lewis Hamilton, 2. Fernando Alonso, 3. Mark Webber, 4. Sebastian Vettel

Zum ersten Mal startet Vettel nicht aus Reihe eins. Drei Runden lang kann er dem D-Zug Hamilton-Webber-Alonso folgen. "Dann schalten die den Turbo ein und sind weg." Der Lokalheld kämpft mit einem schlecht ausbalancierten Red Bull gegen Massa um Platz vier. Die Hinterreifen gehen zu schnell in die Knie. Die Entscheidung fällt in der vorletzten Runde in der Box. Die Red Bull-Jungs schlagen ihre Kollegen von Ferrari beim Reifenwechsel-Duell um 1,5 Sekunden.

GP Ungarn, Hungaroring: 1. Jenson Button, 2. Sebastian Vettel, 3. Fernando Alonso

Wieder regnet es beim Start. Vettel verliert die Führung schnell an Hamilton. Als es abtrocknet, wartet Red Bull eine Runde zu lang mit dem Wechsel von Intermediates auf Slicks. Button zieht dank des früheren Stopps vorbei. Der alte Taktiker fährt ein brillantes Rennen und trickst auch noch Hamilton aus. Der schnellste Mann des Rennens dreht sich, wechselt einmal zu oft Reifen und kassiert eine Durchfahrtsstrafe. Vettel muss sich nach hinten orientieren. Alonso holt mit Siebenmeilenstiefeln auf. Doch der Spanier riskiert zuviel. Ein Dreher kostet ihn sieben Sekunden.

GP Belgien, Spa-Francorchamps: 1. Sebastian Vettel, 2. Mark Webber, 3. Jenson Button

Bis eine Stunde vor dem Start wird im Red Bull-Camp diskutiert. Sollen wir normal starten oder mit korrigierter Fahrwerksabstimmung aus den Boxen losfahren? Die Red Bull haben die von Pirelli empfohlenen Sturzwerte an der Vorderachse um 0,25 Grad überschritten und mit Blasen auf den Reifen bezahlt. Bange Frage: Droht ein Reifenplatzer in Eau Rouge? Vettel ist für die sichere Lösung, Webber für Risiko. Red Bull entscheidet: Wir starten normal. Webber wird nach drei, Vettel nach fünf Runden an die Box geholt. Pirelli gibt Entwarnung: Die Reifen halten. Alonso könnte Vettel gefährlich werden, doch Ferrari taktiert falsch. Als Vettel während der Safety-Car-Phase Reifen wechselt, bleibt Alonso draußen. Auf den harten Reifen ist der Ferrari kein Gegner mehr. Red Bull zittert sich zu einem Doppelsieg.

GP Italien, Monza: 1. Sebastian Vettel, 2. Jenson Button, 3. Fernando Alonso

Red Bull baut für die ehemalige Angststrecke Monza ein Spezialauto. McLaren und Ferrari passen ihre Autos der schnellsten Strecke im Kalender nur an. Vettel pokert mit einem kurzen siebten Gang. Er ist der Langsamste auf der Geraden, aber der Schnellste über eine Runde. So lange er vorne fährt, kein Problem. Doch beim Start schießt wie in Barcelona Alonso in Führung. Vettel erobert die Spitze mit einem Wahnsinnsmanöver in Runde 5 zurück. Außen in Curva Grande. Mit zwei Rädern im Gras. Der Rest der Temposchlacht ist Routine. Nie fiel ein Sieg leichter. Die McLaren hatten im Rennen den Speed des Red Bull, verlieren in der ersten Rennhälfte aber zuviel Zeit im Verkehr. Hamilton verzweifelt 26 Runden lang hinter Schumacher.

GP Singapur, Marina Bay Circuit: 1. Sebastian Vettel, 2. Jenson Button, 3. Mark Webber

Vettel deklassiert die Konkurrenz. Im Training nimmt er Webber 0,351 Sekunden ab. Beim Start hat er schon nach drei Kurven einen Respektabstand von 50 Metern. Nach neun Runden sind es zehn Sekunden. Vettel führt vom Start bis ins Ziel. Im Pirelli-Zeitalter mit insgesamt 69 Boxenstopps eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Das SafetyCar klaut Vettel 18,4 Sekunden Vorsprung, doch beim Re-Start dauert es gerade einen Umlauf, da trennen Vettel von Button schon wieder 8,9 Sekunden. Nur im Finale bekommt Button den Red Bull-Star ins Visier. Vettel dreht Motor und KERS auf Schongang zurück. Erst als er auf einen Pulk Überrundeter trifft, gibt er noch einmal Gas. Nach dem neunten Saisonsieg fehlt ihm noch ein kümmerlicher Punkt zum Titel.

GP Japan, Suzuka Circuit: 1. Jenson Button, 2. Fernando Alonso, 3. Sebastian Vettel

Sebastian Vettel macht seinen Titel perfekt. Es war nur eine Frage der Zeit. Ein Sieg bleibt dem Deutschen jedoch nicht vergönnt. Schon im Qualifying holte er nur knapp die Pole-Position. Das Rennen beginnt mit einem turbulenten Start, bei dem sich Vettel und Jenson Button duellieren. Später übernimmt Button im McLaren die Führung. Beim Restart nach der Safety Car-Phase hätte Vettel eine Chance, die verpasst er aber. Auch Fernando Alonso muss der Red Bull-Pilot ziehen lassen. Seine weichen Reifen arbeiten im Rennen nicht wie erhofft. Immerhin bleibt ihm zur Feier des Titels mit dem dritten Platz die Champagnerdusche auf dem Podium.

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