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Video zum Bianchi-Unfall aufgetaucht

Wirbel um grüne Flagge am Unfallort

GP Japan 2014 - Unfall Bianchi Foto: Screenshot YouTube 16 Bilder

Jules Bianchis Unfall in Suzuka wirft weiter Rätsel auf. Nachdem nun ein erstes Unfall-Video auf YouTube aufgetaucht ist, sieht es nun so aus, dass der Marussia den Bergekran in Vorwärtsrichtung mit der linken Seite streift. Eine grüne Flagge am Unfallort stiftet neue Verwirrung. Wir sorgen für Aufklärung.

06.10.2014 Michael Schmidt

Die FIA war nicht gut beraten, das Unfall-Video vom offiziellen TV-Signal zurückzuhalten. Denn der Standort und der Winkel der offiziellen TV-Kameras hätten mehr verraten als das Zuschauer-Video, das jetzt bei >> YouTube aufgetaucht ist.

Dort ist zu sehen, dass der Marussia des Formel 1-Gahrers den Bergekran in Vorwärtsbewegung streift. Und dass ihm von der hinteren Ausbuchtung des Traktors die ganze linke Seite samt Überrollbügel abrasiert wird.

In dem Video eines Fans, das von der gegenüberliegenden Tribüne aufgenommen wurde, ist auch klar zu erkennen, dass die Streckenposten auf dem Turm von Posten 12 zunächst die gelben Flagge doppelt schwenken, etwa 15 Sekunden vor Bianchis Unfall aber auf die grüne Flagge wechseln. Und die heißt freie Fahrt.

In diesem Augenblick aber rangiert der Bergekran immer noch rückwärts, mit dem Sauber von Adrian Sutil am Haken. Jetzt rätseln alle: Hat die grüne Flagge Bianchi vielleicht dazu verleitet, Vollgas zu geben?

Gelbe Flagge bei Posten 12 erst hinter der Bianchi-Unfallstelle

Der Verdacht ist falsch. Dazu muss man sich die Streckenskizze anschauen, die wir in unserer Bildergalerie zeigen. Posten 12 befindet sich am Ausgang der Dunlop-Kurve. Er ist am Eingang des 300 Meter langen Linksbogens gar nicht zu sehen, auch weil die Kurve über eine Kuppe führt. Als Bianchi die Flaggensignale hätte erkennen können, hatte er sich längst von der Strecke gedreht.

Auf dem Video ist auch zu erkennen, dass der französische Formel 1-Fahrer ungefähr 20 Meter vor der Unfallstelle von Sutil einschlägt. Der Kran fährt zu diesem Zeitpunkt bereits einige Zeit rückwärts. Der Marussia-Pilot kam also deutlich früher in der Kurve in Schwierigkeiten als Sutil. Auch als der Marussia längst in den Kran gedonnert war, zeigte Posten 12 weiter das grüne Tuch. Bis das Safety-Car-Signal ausgegeben wurde.

Das beweist, dass die Position des Kameramannes die Perspektive verzerrt. Posten 12 liegt klar hinter der Einschlagstelle. Deutlich zu erkennen an dem asphaltierten Versorgungsweg, auf dem Bianchis Marussia heranschießt. Er liegt knapp oberhalb der beiden Verbindungsstraßen, die den unteren Streckenteil an die 130 R-Kurve und die Schikane anbinden. Auf der offiziellen Streckenkarte ist die räumliche Distanz zu Posten 12 klar erkennbar.

Dass am Ende der Gefahrenzone wieder die grüne Flaggen geschwenkt werden, ist völlig normal. Wegen des rückwärts fahrenden Krans, lag Posten 12 bereits hinter der Unfallstelle. Diese Regelung hätte 2012 beim WM-Finale in Brasilien Sebastian Vettel nachträglich fast den WM-Titel gekostet.

Der Red Bull-Pilot überholte auf der Gegengeraden Jean-Eric Vergne vermeintlich unter gelber Flagge. Ein Auto war in der Curva do Sol verunglückt. Sofort dahinter wurden bereits die grünen Flaggen geschwenkt. Damit war Vettel aus dem Schneider.

Gelbe Flaggen waren deutlich zu sehen

Nach Aussagen der meisten Fahrer war die Situation in der Dunlop-Kurve in den Runde 40 bis 42 eindeutig. Auf der Anfahrt wurden gelbe Flaggen gezeigt. Und zwar doppelt geschwenkt. Das heißt: "Bereitmachen zum Anhalten". Valtteri Bottas bestreitet auch Vermutungen, man hätte die Flaggensignale wegen der einbrechenden Dunkelheit nicht genau erkennen können: "Man konnte die Flaggen sehen. Und es war auch eine blinkende Leuchttafel zu erkennen."

In die Diskussion dürfte nun sicher wieder das Verhalten bei Gefahrenstellen kommen. Bei einfachen gelben Flaggen lupfen die Piloten meist nur so weit, dass es auf den Telemetriedaten zu sehen ist. "Bei Doppel-Gelb musst du schon etwas mehr vom Gas gehen und deutlich langsamer fahren", erklärt Bottas auf Anfrage von auto motor und sport. "Allerdings ist man in dieser Kurve gerne etwas schneller unterwegs, weil man den Schwung für die schnelle Bergaufpassage mitnehmen muss. Sonst verliert man viel Zeit."

In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen, wie die Warnsignale an der Unfallstelle aufgestellt sind.

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