Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Viel Arbeit für Massa

Ferrari mit Problemen

Formel 1 Test, Jerez, Tag 1, Ferrari, Felipe Massa Foto: xpb 24 Bilder

Auch am zweiten Testtag machte der neue Ferrari F2012 keine gute Figur. Felipe Massa landete nur auf Platz sieben. Auf Mark Webber fehlten ihm 1,3 Sekunden. Massas Erklärungsversuche lassen vermuten, dass dieser Ferrari ein größeres Problem in sich trägt.

08.02.2012 Michael Schmidt

Manchmal muss man zwischen den Zeilen lesen. Oder die Gesten richtig deuten. Bei Ferrari wird zur Zeit wenig gelacht. Die Gesichter sind ernst. Und die Statements wirken einstudiert. Nur keine Schwäche zugeben. Auch am zweiten Testtag landete Ferrari unter ferner liefen. Felipe Massa lag mit 1.20,454 Minuten genau 1,270 Sekunden hinter Mark Webber im schnellsten der neuen Autos. Michael Schumachers Bestzeit im alten Mercedes war ja außer Konkurrenz.

Massa in Erklärungsnot

Felipe Massa rutschte bei der Fragestunde am Ende des Testtages unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Die Fragen lagen auf der Hand. Ist dieser Ferrari, den die Schweizer Boulevardzeitung Blick "die rote Hexe" nannte, womöglich ein Flop?

Massas Antwort wirkte wie auswendig gelernt. Er gab auf drei unterschiedliche Fragen nämlich drei Mal dieselbe Antwort. "Dieses Auto ist mit keinem seiner Vorgänger vergleichbar. Alles ist neu, und wir müssen jedes Detail neu lernen. Aerodynamik, Fahrwerk, Steup, ja sogar die Reifen. Vor uns liegt ein riesiger Berg Arbeit. Wir müssen in dieser Woche viele Daten sammeln und uns dann auf den nächsten Test konzentrieren."

Das klingt nicht gut. Und wer Massa auf der Strecke gesehen hat, der wird bestätigen, dass es auch nicht gut aussieht. Der Brasilianer fährt nicht mit dem Auto, er kämpft mit ihm. Massa erklärt das so: "Bei jeder Ausfahrt waren neue Teile am Auto. Da musste ich mich jedes Mal neu drauf einstellen. Das Programm ist komplexer als wir dachten."

Den Rest der Antwort kennen wir. Siehe oben. Als Massa gefragt wurde, ob er schlechte Erfahrungen gemacht habe, zuckte er mit den Schultern: "Macht nicht jeder schlechte Erfahrungen?" Beinahe hilflos schiebt er hinterher: "Ich glaube an das Potenzial dieses Autos."

Problem mit der Radaufhängung?

Am Donnerstag wird Fernando Alonso in Ferraris Sorgenkind sitzen. Der Spanier hat eine kurze Zündschnur und er ist ein Mann klarer Worte. Er wird es nicht einfach so akzeptieren, wenn er wieder eine Saison abschreiben müsste. In Italien brennt bereits der Baum. Am Mittwoch hatte sich die heimische Presse noch zurückgehalten, aber mit dem Testbeginn Alonsos wird Maranello kritischere Schlagzeilen lesen.

Intern wird schon diskutiert, was an dem F2012 falsch sein könnte. Im Mittelpunkt steht die Vorderradaufhängung, die gegen den Trend auf eine Zugstrebentechnik (Pullrod) setzt. Das ist beileibe keine technische Sensation. Pullrod-Aufhängungen waren bis Anfang der 90er Jahre Standard. Vorne wie hinten. Doch damals war die Aufhängungsgeometrie eine andere. Die oberen und unteren Querlenker lagen viel weiter auseinander. Damit waren die Zugstreben in einem Winkel von 45 Grad angewinkelt.

Beim Ferrari verlaufen sie fast waagerecht zwischen den oberen und unteren Querlenkern. Ferrari-Chefdesigner Nicolas Tombazis schiebt aerodynamische Gründe und einen tieferen Schwerpunkt für seine Wahl vor. Doch vielleicht sind die mechanischen Nachteile größer als die aerodynamischen Vorteile. Ein Indiz dafür: Der neue Ferrari soll extrem schwer abzustimmen sein.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden