Mallya: Ich habe das Team Ende 2007 gekauft. 2008 bestand aus Warten und Beobachten. Das Technikbüro hat mir damals viele Versprechungen gemacht, aber wenig gehalten. Deshalb musste ich ernsthafte Einschnitte bei den Ingenieuren und im Management machen. Wir haben den Reset-Knopf gedrückt. Ich habe die Ziele neu definiert: 2009 gibt es die ersten Punkte, 2010 mehr davon und 2011 werden wir regelmäßig Punkte sammeln und vielleicht das ein oder andere Podest. Was haben wir erreicht? 2009 kamen 13 Punkte auf unser Konto. Und das erste Podest mit Giancarlo Fisichella in Spa. Das war mehr als erwartet. 2010 kamen wir auf Platz sieben. In diesem Jahr sind wir trotz eines zähen Saisonbeginns Sechster geworden. Einerseits bin ich happy, andererseits etwas frustriert, weil uns nur vier Punkte auf Rang fünf gefehlt haben.
Mallya: Wir haben bei zwei Rennen grobe Fehler gemacht. In Montreal sind die Fahrer von der Strecke geflogen, und in Silverstone haben wir Punkte durch schlechte strategische Entscheidungen verschenkt. Trotzdem können wir stolz sein. Es ist nicht nur so, dass sich das Team enorm gesteigert hat. Gleichzeitig wurde der Wettbewerb seit 2008 härter. Heute ist ein Zehntel zu viel. Wir reden von Hundertstelsekunden. Alles muss mit deutscher Präzision ablaufen. Deshalb zählt unser Fortschritt umso mehr.
Mallya: Einsatz, Leidenschaft, zielgerichtetes Arbeiten, die richtigen Prioritäten setzen, die richtigen Leute am richtigen Platz. Geld allein kann dir keinen Erfolg kaufen. Wenn du bereit bist, aus dem was du hast, das Optimale rauszuholen, dann passiert so ein Wunder.
Mallya: Der Name zeigt unser Bekenntnis zu meinem Land. Die Inder sind stolz, dass es ein Team aus diesem Land schaffen kann, in der Formel 1 eine wichtige Rolle zu spielen. Mit dem Erfolg vergrößerte sich die Anhängerschar. Jetzt wird es langsam schwierig, den Ansprüchen gerecht zu werden. Die Leute in Indien erwarten, dass wir nächstes Jahr Mercedes schlagen.
Mallya: Wir sind so weit gekommen, da muss der fünfte Platz unser Ziel sein.
Mallya: Warum nicht? Mit dem Investment von Sahara Group haben wir unsere Basis gestärkt. Subrata Roys Vision ist, eines Tages so gut zu werden wie Red Bull. Er ist so begeistert, dass ich ihn bremsen muss. In der Formel 1 gibt es keine Abkürzungen.
Mallya: Das ist sehr wichtig. Besonders für kleine Teams wie uns. Aber es ist auch im Interesse der großen Teams. Ich bezweifle, dass die alle eine Lizenz zum unbegrenzten Geldausgeben haben. Es ist einfach dumm, Geld rauszuwerfen. Wir lieben alle die Formel 1. Dieser Sport wäre aber nicht das, was er ist, wenn es nur vier bis fünf Teams gäbe. Wir brauchen mindestens zehn. Nur so können wir eine gute Show bieten. Es ist keinem gedient, wenn der Abstand zwischen den Werksteams und denen, die beliebig Geld ausgeben, zu dem Mittelfeldteams zu groß wird. Dann bricht dieses System auseinander. Alle müssen die Kostenbremse respektieren. Ich erwarte nicht, dass eines der Top_Teams das Budget auf unser Niveau herunterschraubt. Gleichzeitig darf ich aber erwarten, dass die Großen eine Obergrenze akzeptieren. Das kann nicht ein Unterschied wie zwischen 100 und zehn Meter sein.





