Formel 1: Vitaly Petrov vor Formel 1-Debüt

"Ich darf nicht an Russland denken"

Vitaly Petrov GP Bahrain

Vitaly Petrov steht kurz vor seinem Formel 1-Debüt. Der erste Russe in der Königsklasse ist vor seiner Premiere in Bahrain völlig entspannt. "Ich darf nur nicht an die vielen Fans und Zuschauer in Russland denken. Sonst werde ich verrückt."

Die Sonne steht tief über dem Renault-Pavillon. Im Fahrerlager von Bahrain sind es knapp 30°C. Mit weit ins Gesicht gezogener Baseball-Kappe versucht Vitaly Petrov der Hitze zu trotzen: "In Russland sind es jetzt minus zehn Grad", erklärt der Rookie und scheint dabei nicht ganz zu wissen, ob ihm das jetzt lieber wäre.

Petrov bereit für F1-Debüt

Während ihm die ersten Schweißtropfen über das Gesicht laufen, blickt der 25-Jährige auf das erste Formel 1-Rennen in seiner Karriere: "Ich denke, dass ich bereit bin. Schwierig könnte nur die Qualifikation werden. Man muss seinen Fahrstil im Rennen ändern, weil man das Setup nicht an das zusätzliche Spritgewicht anpassen darf." Um konkurrenzfähig zu werden, muss Renault noch etwas arbeiten. "Immerhin haben wir hier ein paar neue Teile."

Bei den Testfahrten konnte sich der Mann aus Vyborg schon einmal an seinen neuen Renault-Dienstwagen gewöhnen. Ganz zufrieden war er dabei aber nicht. "Leider hatte ich Pech mit dem Regen. An die Bedingungen auf nasser Strecke habe ich mich nun gewöhnt." Das wird ihm in Bahrain aber wohl kaum weiterhelfen. Außer gelegentlichen Sandstürmen ist kein Niederschlag zu erwarten.

Petrov trifft Putin

Einen Motivationsschub erhofft sich der Russe auch durch die persönliche Unterstützung von Ministerpräsident Wladimir Putin. "Das war schon eine tolle Erfahrung, ihn mal persönlich zu treffen." Ob das Staatsoberhaupt auch Motorsport-Fan ist, konnte Petrov aber nicht beantworten. "Ich weiß nur, dass er auf Kampfsport steht."

Petrov ist allerdings nicht die einzige Verbindung von Renault zu Russland. Die gelb-schwarzen Autos fahren 2010 mit Lada-Werbung. Für den 25-Jährigen nicht das erste Mal. Petrov begann seine Karriere mit Lada-Markenpokal-Rennen in Russland. "Das letzte Mal, dass ich einen Lada im Rennen gefahren bin, war glaube ich 2002. Der brauchte zehn Sekunden auf hundert", grinst der Rookie.

Russland muss sich noch entwickeln

Die Erfahrung bei den Tourenwagen möchte der Youngster aber nicht missen. "Von der Technik her waren alle Autos gleich. Deshalb gab es immer spannende Kämpfe." Über das Motorsportpotenzial in seiner Heimat hat Petrov ansonsten nicht viel Positives zu berichten. "Es fehlen einfach die Rennstrecken und die großen Rennserien."

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