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VJM08-Puzzle in drei Tagen

Das Force India-Wunder

Perez - Force India - Barcelona Test 2 - 2015 Foto: xpb 37 Bilder

Dass Force India beim letzten Wintertest mit dem neuen Auto antrat, war ein Wunder. Vier Tage, bevor in Barcelona die Motoren angeworfen wurden, gab es den VJM08 nur in Einzelteilen. Dann wurde ein Auto in Rekordzeit gebaut.

03.03.2015 Michael Schmidt

Es war ein Last Minute-Unternehmen. Am 11. Februar traf das erste Chassis des neuen Force India VJM08 in der Fabrik in Enstone ein. Es hatte eigentlich am 6. Januar Termin. Doch dem ursprünglichen Chassislieferanten ging beim Umzug in eine neue Fabrik eine Fertigungsmaschine kaputt. Und dann noch einmal nach der Reparatur. Da waren schon die ersten zwei Wochen verschenkt.

Force India musste sich einen Ersatzhersteller suchen. Der hatte volle Auftragsbücher und wollte Vorkasse. Doch das Team war klamm. Wieder zwei Wochen Verzögerung. Am Ende wurden die Karbonröhren mit 36 Tagen Verspätung angeliefert.

Damit mussten die ersten beiden Testtermine in Jerez und Barcelona gestrichen werden. Und in der Fabrik gab es nicht wenige, die daran zweifelten überhaupt einen Testkilometer mit dem neuen Auto zu schaffen. Weil der Zeitplan extrem eng war.

FIA-Crashtests auf Anhieb bestanden

Am 13. Februar stand der FIA-Crashtest-Termin an. Er wurde auf Anhieb bestanden. Genauso wie die neun statischen Belastungstests für das Chassis. Dann kamen der neue Motor und das Getriebe. "Es ist unser Glück, dass wir das Getriebe bei Mercedes beziehen. Wir müssen uns darum nicht kümmern. Und wir wissen, dass es funktioniert", atmete Technikchef Andy Green auf.

Am 22. Februar lag der VJM08 als komplettes Puzzle zum Zusammenbau in der Fabrik bereit. Drei Tage später stand er auf den Rädern. In Barcelona lief bereits der erste Test, als sich der Truck mit seiner teuren Fracht in Silverstone in Bewegung setzte. Um sieben Uhr morgens des zweiten Testtages traf er in Barcelona ein. Fünf Stunden und 13 Minuten später drehte Nico Hülkenberg die erste Runde damit.

1.699 Kilometer in zweieinhalb Tagen

Nach zweieinhalb Tagen waren es 365 Runden. Oder 1.699 Kilometer. Fast so viel wie McLaren-Honda in 12 Tagen. Das komprimierte Testprogramm bestand aus drei Punkten. Erstens: Zuverlässigkeit. Zweitens: Reifen verstehen. Drittens: Setup-Arbeit für das Rennen.

"Die Qualifikation üben wir in Melbourne. Solange unser Auto nicht komplett ist, müssen wir uns auf die Rennen konzentrieren", betont Green. "Es wird für uns hart werden, ins Q2 zu kommen. Aber am Sonntag sind für uns Punkte möglich. Weil wir die Reifen gut verstehen, und weil wir im Rennen vom Motor profitieren."

In den zwei Wochen bis Melbourne wird der Simulator mit den Erkenntnissen von Barcelona gefüttert. "Wir machen jetzt das Setup-Feintuning, das eigentlich für die Zeit zwischen Jerez und dem ersten Barcelona-Test vorgesehen war. Die anderen Teams sind da schon einen Schritt weiter als wir. Das ist nicht ideal, aber wir müssen da durch."

Force India plant B-Version für Silverstone

Der in Barcelona präsentierte Force India VJM08 ist eigentlich nur ein halb neues Auto. Er wird Schritt für Schritt nachgerüstet. Bis zum GP China ist die Aerodynamik für den vorderen Teil des Autos komplett. Soll heißen Frontflügel, Leitbleche, Bremsbelüftungen, die Kufe des Unterbodens.

Beim GP Spanien folgt das Debüt der neuen hydromechanischen Aufhängung an der Hinterachse. Bis dahin will man auch bei der Kühlung nachrüsten. "Wir waren da sehr konservativ und haben noch viel Spielraum."

Die Änderungen bis zum GP Spanien sollen Force India auch auf eine Runde auf das Niveau von Lotus, Toro Rosso und Sauber bringen. Die große Hoffnung des Teams liegt auf der B-Version, die spätestens beim GP England erscheint. Der Termin ist abhängig davon, wann man den Crashtest mit einer dann völlig anderen Nase besteht. Sie wird kürzer sein.

Das Aero-Paket hat bereits eine Windkanal-Sitzung hinter sich. "Ein völlig andere Welt", staunte Nico Hülkenberg. Und Andy Green bestätigte: "Es hat uns die Augen geöffnet und gezeigt, wie weit vom Optimum wir noch entfernt sind."

Der Force India VJM08 wird dann in einem völlig neuen Design erscheinen. Verantwortlich ist ein neuer Aerodynamiker, der vorher die Nummer zwei bei Red Bull war. Um die kürzere Nase herum entsteht eine neue Heckpartie. Sportdirektor Otmar Szafnauer bilanziert: "Früher waren wir immer zu Saisonbeginn stark und haben nach hinten raus etwas nachgelassen. Diesmal machen wir es umgekehrt."

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