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Volle Attacke auf Mercedes

Renault verstärkt sich mit Mario Illien

Mario Illien & Adrian Newey Foto: xpb 17 Bilder

Red Bull und Renault meinen es ernst. Um den Rückstand auf Mercedes wettzumachen, verstärken sich die entthrohnten Titelverteidiger mit dem Schweizer PS-Zauberer Mario Illien. Der frühere Mercedes-Motorenchef soll den Renault V6-Turbo mechanisch in Ordnung bringen.

01.11.2014 Michael Schmidt

Renault gibt Gas. Der Rückstand auf Mercedes soll 40 bis 60 PS betragen. Um die Lücke über den Winter zu schließen, werden bei Renault und seinem Werks-Partner Red Bull alle Register gezogen. Motorenchef Rob White holt sich dabei auch Expertise von außen.

Mario Illien wird bei der Fehlersuche und der Weiterentwicklung des Renault V6-Turbo Hilfestellung leisten. Der frühere Mercedes-Motorenchef hat viel Erfahrung mit Turbomotoren. Speziell mit dem heiklen V6-Turbo. Er baut für Chevrolet die 2,2 Liter Sechszylinder-Turbos mit Direkteinspritzung in der IndyCar-Serie.

IndyCar-Motoren von Mario Illien mit zwei Titeln prämiert

Illiens Motoren haben mit Scott Dixon (2013) und Will Power (2014) die letzten beiden Meistertitel in der US-Serie gewonnen. Der Schweizer PS-Papst soll jetzt im Auftrag von Renault und Red Bull dem französischen Triebwerk die Schwachstellen ausbauen.

Renault muss an das Grundkonzept ran. Der Motor vibriert zu stark. Die Auspuffkrümmer schwingen so heftig, dass man im Heck extra Platz dafür schaffen musste. Das hat auch aerodynamische Konsequenzen. Zudem sind die Auspuffrohre des Renault-Motors sind zu lang. Damit wird zu wenig Wärme und Energie für die MGU-H konserviert.

Auch für den elektrischen Teil gibt es Joint Ventures. Red Bull hat in den letzten Jahren Erfahrung auf dem Gebiet des Energiespeichers und der Elektromotoren eigene Erfahrungen gesammelt. Dazu soll Nissan zehn Ingenieure abstellen, um das Knowhow seiner Ingenieure einzubringen.

Absicherung für einen Red Bull-Motor

In Milton Keynes geht aber nicht nur die Sorge um, dass Renault den Rückstand nicht aufholen kann. Die Franzosen haben zwei Kunden verloren. Damit geht das Geschäftsmodell nicht mehr auf, weil 40 Millionen Euro weniger in die Kasse kommen.

Wenn der Erfolg weiter ausbleibt, muss man damit rechnen, dass Konzernchef Carlos Ghosn das Formel 1-Engagement auf den Prüfstand stellt. Ghosn ist als eiskalter Zahlenmensch bekannt. Investitionen in den Motorsport lohnen sich nur, wenn man damit Siege vermarkten kann.

Mit den neuen Partnern Ilmor und Nissan hätte Red Bull auch eine Basis, notfalls die Antriebsquelle in Eigenregie zu bauen. Stiege Renault aus, dürfte das Triebwerk sogar von Grund auf neu gezeichnet werden. Jetzt ist Renault an die FIA-Regeln für die Weiterentwicklung gebunden. Und da dürfen über den Winter maximal 48 Prozent des Antriebsstranges modifiziert werden.

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