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Vorschau Jerez-Test 2011

Erster Gradmesser für neue Autos

Ferrari F150 Foto: Grüner 83 Bilder

Der Formel 1-Testwinter geht in seine zweite Runde. Nach den vier Tagen von Jerez werden die Experten schlauer sein. Jerez gilt als guter Gradmesser. Alle Arten von Kurven, eine Tortur für die Reifen, vermutlich auch höhere Temperaturen als in Valencia.

09.02.2011 Michael Schmidt

Vor einem Jahr wusste Michael Schumacher genau Bescheid: "Nach den Testfahrten in Jerez war mir klar: das wird ein schweres Jahr." Er behielt Recht. Jetzt trifft sich der Formel 1-Tross erneut in Andalusien. Der 4,428 Kilometer lange Kurs wird den Experten eine erste Richtung vorgeben. Den Beteiligten sowieso. Die Zeit der Funktionstests ist vorbei. Jetzt gilt es für alle, eine Richtung zu finden.

Härteprüfung für Reifen

Der entscheidende Punkt wird dabei nicht nur sein, wer auf eine Runde schnell ist. Mercedes-Rennleiter Norbert Haug sagt, welcher Wert viel mehr aussagt, wenn man die Qualitäten der neuen Autos beurteilen will. "Wichtig ist die durchschnittliche Rundenzeit bei Dauerläufen zwischen 15 und 20 Runden. Die erzählt, wie stark die Reifen auf welchem Auto abbauen."

Der Reifenverschleiß wird in der Saison 2011 das Hauptkriterium. Valencia hat gezeigt: Die Pirelli-Sohlen gehen schnell in die Knie. Die Rundenzeiten steigen um bis zu vier Sekunden, und der Reifen erholt sich nie wieder. Pirelli-Motorsport-Direktor Paul Hembery sagte auto motor und sport: "Es kommt auf das beste Reifenmanagement an. Wer schlauere Setups austüftelt oder seinen Fahrstil besser anpasst, wird belohnt." Jerez ist dabei ein viel härterer Prüfstein für die Reifen als Valencia. Weil die Kurven schneller, der Asphalt aggressiver und die Temperaturen vermutlich höher sind.

Live-Ticker aus Jerez

auto motor und Sport-User sind wie in Valencia natürlich wieder live dabei. Von Donnerstag bis Sonntag können Sie das Geschehen auf der ehemaligen GP-Strecke in unserem Live-Ticker in Rundenzeit, Wort und Bild hautnah verfolgen. Vorab sagen wir Ihnen, worauf Sie bei den zwölf Teams achten müssen.

Formel 1 Live-Ticker von den Testfahrten

Ferrari

Ferrari betätigte sich in Valencia als Kilometerfresser. Trotz eines Öllecks mit anschließender Standzeit von vier Stunden legte keiner mehr Runden zurück als die Italiener. Und die roten Autos gingen freundlich mit den Reifen um. Doch das reicht nicht aus. Jerez wird zeigen, ob die roten Autos in ihrer Schwachstelle, den schnellen Kurven, zugelegt haben. Große technische Neuigkeiten sind erst während des Bahrain-Tests zu erwarten.

Red Bull

In Valencia waren Sebastian Vettel und Mark Webber eine Klasse für sich. Vettel setzte die Bestzeit am ersten Tag, Webber nervte die Konkurrenz mit dem besten Dauerlauf am dritten Tag. In der schnellen Startkurve lagen die Red Bull wie ein Brett. Jerez ist also wie geschaffen für die Weltmeister. Ihr größtes Problem wird sein, die Spione vom Spionieren abzuhalten. Der Einsatzplan ist umgekehrt. Webber fängt an, Vettel sitzt ab Samstag im Auto.

McLaren

Auf der Showbühne hinterließ der neue McLaren MP4-26 einen sensationellen Eindruck. Jetzt muss er die Vorschusslorbeeren auch auf der Strecke behaupten. Jerez wird zeigen, ob das ungewöhnliche Konzept sticht. Neugierige Blicke werden dem Auspuff gelten. Mündet er noch ganz konventionell hinten oder doch schon weiter vorne wie bei Renault?

MercedesGP

Ross Brawn ließ seine Truppe in Valencia Basisarbeit verrichten. Nico Rosberg und Michael Schumacher verwendeten nur vier Reifensätze. Andere setzten die doppelte Menge. Die Tanks waren immer gut gefüllt. Auch wenn Mercedes bei der Bestzeitenjagd nur im hinteren Mittelfeld lag, sind Ross Brawn und Norbert Haug zufrieden. In den Dauerläufen lagen die Silberpfeile im Vorderfeld.

Renault

Das Team muss sich erst einmal vom Kubica-Schock erholen. Vitaly Petrov wird mit den Testfahrten beginnen, doch spätestens am Samstag muss der Ersatz des verletzten Polen seine ersten Runden im Renault R31 drehen. Wenn es das Team ernst mit GP-Siegen meint, braucht die neue Nummer eins Fahrpraxis. Interessant wird sein, ob die schwarzen Autos ihre gute Valencia-Form auch in Jerez konservieren können.

Williams

Zwei der drei Testtage in Valencia waren von technischen Problemen geprägt. Rubens Barrichello wagte noch keine Aussage, ob das neue mutige Konzept funktioniert. Nach Jerez wird der Brasilianer schlauer sein.

Sauber

Auch Sauber verbrachte mehr Zeit in der Boxengarage zu als gewünscht. Ärger mit der Kraftübertragung sorgte für viel Leerlauf. Erst der dritte Testtag versöhnte Technikchef James Key. Die Zeiten von Neuling Sergio Perez deuten an, dass der neue Sauber bei der Musik ist.

Toro Rosso

Wie bei Sauber und Williams schwebt auch über ToroRosso noch ein Fragezeichen. Wie gut ist das neue Auto wirklich? ToroRosso machte in Valencia seine Hausaufgaben. Die Fahrer probierten KERS und den verstellbaren Heckflügel. Rundenzeit war zweitranging. Erst am letzten Tag kam Sebastien Buemi in den Bereich seiner direkten Rivalen. Die Techniker machten dennoch einen zufriedenen Eindruck. Auch hier findet in Jerez eine Standortbestimmung statt.

Force India

Am Dienstag wurde der neue VJM04 vorgestellt. Ab Donnerstag wird es für Adrian Sutil und Paul di Resta ernst. Williams, ToroRosso und Sauber haben die Latte im Mittelfeld hochgelegt. Wenigstens sind der Motor und KERS von Mercedes und das Getriebe von McLaren feste Größen. KERS bleibt aber erst mal draußen. Der Hybridantrieb wird frühestens in Barcelona nachgereicht.

Lotus

Der Testauftakt in Valenacia bestand aus 53 Runden. In Jerez müssen die Schwierigkeiten mit der Servolenkung gelöst sein, sonst rennt Lotus wie schon im Vorjahr der Zeit hinterher. Ziel ist der Anschluss ans Mittelfeld.

Virgin

Das neue Auto war zumindest optisch eine Enttäuschung. Es sieht auf den ersten Blick ein Aufguss des alten. Da hat sich die Konkurrenz mehr einfallen lassen. Jerez wird zeigen, ob beim neuen Virgin das Geheimnis unter der Karbonhaut steckt. Wichtigster Punkt für Timo Glock wird die Standfestigkeit sein. Das Fiasko des Vorjahres darf sich nicht wiederholen. Da kamen die Virgin-Piloten nicht einmal auf 1.000 Testkilometer vor Saisonbeginn. So haben sie die Kinderkrankheiten mit in die Saison getragen.

Hispania

HRT schwänzt den Test in Jerez und legt dafür ein paar Filmsessions für Pirelli in Monza ein. Der spanische Rennstall will erst in Barcelona wieder antreten. Allerdings immer noch mit dem alten Auto. Das neue debütiert erst in Bahrain. Das klingt nicht vielversprechend. HRT wird sich schwer tun, die rote Laterne abzugeben.

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