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Vorschau GP Abu Dhabi 2011

Vettel-Hattrick in der Wüsten-Dämmerung?

GP Abu Dhabi 2010 Foto: xpb 36 Bilder

Als Weltmeister kehrt Sebastian Vettel am Wochenende an den Ort seines größten Triumphs zurück. Ein Jahr nach seinem ersten WM-Titel will der Heppenheimer den dritten Abu Dhabi-Sieg in Folge. Strahlt der Red Bull-Stern am Ende wieder am hellsten in der Wüsten-Dämmerung? Die Vorschau klärt auf.

09.11.2011 Tobias Grüner

Mit dem Grand Prix von Abu Dhabi biegt die Formel 1 auf die Zielgerade ein. Beim vorletzten Saisonlauf auf dem drei Jahre alten Yas Marina Circuit können die meisten Fahrer ohne Druck Gas geben. Die Weltmeister-Fragen sind bereits seit einigen Rennen beantwortet. Nun kann jeder Fahrer für seine persönlichen Statistiken kämpfen.

Für Sebastian Vettel geht es dabei vor allem um den Eintrag in die Rekordbücher. Nigel Mansell muss weiter um seinen Pole Position-Rekord aus dem Jahr 1992 zittern. Der Brite ging damals 14 Mal von Startplatz eins ins Rennen. Vettel liegt aktuell bei 13 Poles. Den Rekord für die meisten Siege in einem Jahr, gehalten von Michael Schumacher (Saison 2004 - 13 Siege) kann Vettel mit zwei Erfolgen zum Abschluss immerhin noch egalisieren.

In der Fahrerwertung wird nur noch um Rang zwei gekämpft. Jenson Button hat mit 240 Zählern vor Abu Dhabi die besten Karten. Fernando Alonso liegt bereits 13 Zähler zurück. Mark Webber fehlen 19 Punkte auf den Vize-Platz. Geschenke vom Team will Vettels Red Bull-Kollege nicht annehmen, erklärte Webber zuletzt, selbst wenn dadurch Platz zwei in der WM-Wertung flöten geht.

Die Strecke: Yas Marina Circuit

Bei der Einweihung 2009 wurde der Yas Marina Circuit mitten in der Wüste als achtes Weltwunder gefeiert. Mittlerweile hat man sich an den Anblick der glitzernden Formel 1-Oase mit dem auffällig leuchtenden Yas Hotel und dem prunkvollen Yachthafen gewöhnt. Auch die Startzeit macht den GP Abu Dhabi zu etwas Besonderem. Es ist das einzige Rennen, das kurz vor der Dämmerung gestartet wird und erst bei Dunkelheit beendet ist.

Vom Layout konnte der Yas Marina Circuit die Fans bisher noch nicht von den Sesseln reißen. Trotz einiger langer Geraden mit engen Kurven im Anschluss waren Überholmanöver bislang die Ausnahme. Unvergessen bleibt Vitaly Petrovs Verteidigungsschlacht, die maßgeblich zu Vettels Titelgewinn 2010 beigetragen hatte. Trotz eines deutlich schnelleren Autos kam Fernando Alonso nicht vorbei am Renault. Mit gleich zwei DRS-Zonen, in denen die Piloten den Heckflügel flacher stellen dürfen, will die FIA in diesem Jahr künstlich für mehr Action sorgen.

Das Setup:

Die relativ neue Strecke am Persischen Golf bietet vor allem langsame und mittelschnelle Kurven. Das Layout ist ähnlich wie Budapest. Trotz der beiden langen Geraden müssen die Teams mit maximalem Anpressdruck fahren. Dank der wenigen Bodenwellen und der flachen Kerbs können die Ingenieure mit der Bodenfreiheit nach unten gehen. Allerdings ist die Traktion aus den engen Kurven hier besonders wichtig, deshalb sollte das Auto auf der Hinterachse nicht ganz so hart abgestimmt sein.

Spannend ist wieder, wie sich die Strecke beim Tag-Nacht-Wechsel entwickelt. Im vergangenen Jahr hatten die Teams Unterschiede von 15°C in der Asphalt-Temperatur gemessen. Durch die Hitze und die vielen engen Kurven werden natürlich auch die Bremsen stark beansprucht. Die Teams reagieren bekanntlich mit größeren Kühlhutzen darauf, worunter jedoch die Aerodynamik leidet.

Technische Updates:

Zwei Rennen vor Saisonende sind von keinem Team mehr große Updates zu erwarten. Die einzigen Änderungen sind Erprobungsteile im Hinblick auf das nächste Jahr. Ferrari hat bereits angekündigt noch einmal eine neue Version des Frontflügels zu testen, der sich nun nicht mehr so wild verbiegen soll wie zuletzt in Indien. Im Kampf um Platz sechs in der Teamwertung hat Force India sein aktuelles Auto noch einmal in den Windkanal gestellt. Man darf gespannt sein, ob noch was kommt. Konkurrent Toro Rosso hat bereits angekündigt, mit einem neuen Frontflügel noch einmal angreifen zu wollen. Etwas Neues kommt auch von Pirelli: Der Reifenlieferant will den Teams im Freitagstraining zwei Sätze einer neuen weichen Gummimischung anbieten, die sich noch in der Versuchsphase befindet.

Favoriten für Abu Dhabi:

Das Gefühl, in Abu Dhabi in der ersten Startreihe zu stehen, kennen bislang nur Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. 2009 war der Engländer klar der schnellste Mann, bis ihn Bremsprobleme zur Aufgabe zwangen. 2010 war er der einzige, der Vettel etwas unter Druck setzen konnte. Da McLaren und Red Bull zuletzt wieder klar die stärksten Autos stellten, können sich die Fans auf eine Neuauflage des Duells der beiden Abu Dhabi-Spezialisten freuen. Ferrari wird wohl wieder nur die dritte Geige spielen.

Dahinter wird es spannender. Mercedes zeigte sich in dieser Saison auf langsameren Strecken verwundbar. Toro Rosso kam zuletzt stark auf und präsentierte sich als sicherer Punktekandidat. Auch Force India will im Kampf um die letzten Zähler mitmischen. Schwer wird es dagegen für Sauber ohne Updates den Anschluss zu halten. Auch Renault ist nicht so stark einzuschätzen. Ohne schnelle Kurven sind die schwarz-goldenen Autos nicht konkurrenzfähig.

Expertenmeinung: John Booth (Virgin-Teamchef):

"Eine der anspruchsvollsten Aspekte des Wochenendes besteht darin, dass Qualifying und Rennen in der Dämmerung stattfinden. Die Strecke kühlt dabei rapide ab. Das bedeutet, dass die Balance des Autos und der Grip der Reifen während den Stints wechseln. Eine der Herausforderungen liegt darin, die Flügel und den Reifendruck anzupassen um alles andere konstant zu halten.

Genau wie Türkei, Singapur, Brasilien und Korea geht es auf dem Yas Marina Circuit gegen den Uhrzeigersinn, was für die Nackenmuskeln der Fahrer eine zusätzliche Beanspruchung darstellt, selbst wenn sie extra vorher trainieren, um darauf vorbereitet zu sein."

Das Rennen im Vorjahr: GP Abu Dhabi 2010

Sebastian Vettels überraschender WM-Titel überstrahlte 2010 alles. Der Red Bull-Youngster startete von der Pole Position und brachte das Rennen kontrolliert über die Distanz. Mit einer unglücklichen Strategie brachten sich Lewis Hamilton und Jenson Button um jede Siegchance. Auch bei Fernando Alonso passte die Taktik nicht. Ferrari reagierte auf einen frühen Boxenstopp von Mark Webber und schenkte damit den WM-Titel leichtfertig her.

Alonso blieb hinter Vitaly Petrov hängen, der wie fünf andere Fahrer schon in Runde eins zum Pflichtreifenwechsel kam. Ein Crash zwischen Michael Schumacher und Tonio Liuzzi hatte direkt nach dem Start zum Ausrücken des Safety-Cars geführt, wodurch einige Strategen den Überblick verloren. Nico Rosberg war der große Gewinner der Taktik. Von Startplatz neun kam der Silberpfeil-Pilot bis auf Rang vier nach vorne.

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