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Vorschau GP Abu Dhabi 2016

Wer macht aus Silber Gold?

Rosberg & Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi 2015 Foto: Wilhelm 59 Bilder

Das Silberpfeil-Drama spitzt sich zu. Rennen Nummer 21 in Abu Dhabi muss endlich eine Entscheidung im WM-Duell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton bringen. In unserer Vorschau haben wir die letzten Infos zum großen Finale in der Wüste.

23.11.2016 Tobias Grüner

Nico Rosberg hätte theoretisch schon in Mexiko oder Brasilien Weltmeister werden können. Doch die Entscheidung wurde immer wieder aufgeschoben. Jetzt ist der Moment der Wahrheit endlich gekommen. Nach dem GP Abu Dhabi wissen wir, ob sich ein neuer Pilot in die Weltmeister-Liste eintragen kann, oder ob sich Lewis Hamilton Titel Nummer 4 sichert.

Die Ausgangslage kann man auf 2 Szenarien verkürzen: Rosberg wird auf jeden Fall Meister, wenn er aufs Podium kommt oder wenn Lewis Hamilton nicht aufs Podium kommt. In allen anderen Fällen muss gerechnet werden. Wenn Sie wissen wollen, wer bei welcher Konstellation den Titel holt, dann schauen Sie doch mal in unsere separate Story, in der wir alle 111 möglichen Szenarien ausgerechnet haben.

Wenn bei Rosberg die Technik hält, benötigt Hamilton fremde Hilfe. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen spekuliert der Brite wohl vor allem auf Red Bull. Doch wegen der langen Geraden im ersten Streckenteil sind die Silberpfeile die haushohen Favoriten. Regen erwarten die Meteorologen nach letzten Prognosen nicht. Allerdings soll ein lebhafter Wind am Wochenende wehen, der Wüstenstaub auf die Strecke tragen könnte.

Die Strecke: Yas Marina Circuit

Bei der Einweihung 2009 wurde der Yas Marina Circuit mitten in der Wüste als achtes Weltwunder gefeiert. Mittlerweile hat man sich an den Anblick der glitzernden Formel 1-Oase fast schon gewöhnt. Mehr als eine Milliarde Euro durfte der deutschen Architekt Hermann Tilke angeblich im feinen Sand rund um den Yachthafen verbuddeln, was den Yas Marina Circuit zur teuersten Rennstrecke der Welt macht.

Vom Layout konnte die Strecke in Abu Dhabi die Fans bisher noch nicht von den Sesseln reißen. Trotz einiger langer Geraden mit engen Kurven im Anschluss waren Überholmanöver die Ausnahme. Unvergessen bleibt Vitaly Petrovs Verteidigungsschlacht, die maßgeblich zu Vettels erstem Titelgewinn 2010 beigetragen hatte. Trotz eines deutlich schnelleren Autos kam Fernando Alonso damals nicht vorbei. Erst die Einführung der DRS-Zonen 2011 linderte das Problem. Sebastian Vettel tankte sich 2012 aus der Boxengasse durch das Feld bis auf das Podium.

Fast Facts zum GP Abu Dhabi:

  • Streckenlänge: 5,554 Kilometer
  • Rundenzahl: 55
  • Startzeit: 17 Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ)
  • Rundenrekord: 1:40.279 Min. (Sebastian Vettel – Red Bull RB5)
  • Top-Speed: 335 km/h
  • Längste Vollgaspassage: 1.200 Meter (zwischen Kurve 7 & 8)
  • Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 278 Meter
  • DRS-Zonen: auf den Geraden vor Kurve 8 und 11
  • Reifenwahl: ultra soft / supersoft / soft
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Bremsenbelastung: hoch
  • Spritverbrauch: hoch
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 29 Prozent

Das Setup:

Die moderne Strecke am Persischen Golf bietet vor allem langsame und mittelschnelle Kurven. Das Layout ist ähnlich wie in Melbourne oder Sotschi. Trotz der beiden langen Geraden müssen die Teams mit maximalem Anpressdruck fahren. Die wenigen Bodenwellen und flachen Kerbs erlauben es den Ingenieuren mit der Bodenfreiheit nach unten zu gehen. Allerdings darf die Traktion aus den engen Kurven nicht vernachlässigt werden. Spannend ist immer wieder, wie sich die Strecke beim Tag-Nacht-Wechsel entwickelt und wie sich der Grip der Reifen bei kühler werdenden Bedingungen verändert.

Pirelli bringt dieses Jahr erstmals den Ultrasoft-Reifen, der in Sachen Strategie für neue Optionen sorgen könnte. Williams-Technikchef Pat Symonds prognostiziert Extra-Spannung durch die weichste Pirelli-Mischung: „Das könnte ein schwieriger Reifen werden, weil es im dritten Sektor einige Kurven gibt, die ihn über das ideale Temperatur-Fenster beanspruchen könnten und vor allem weil die vorgeschriebenen Reifendrücke deutlich höher liegen als bei den anderen Rennen mit Ultra-Soft zuvor in der Saison.“

Technische Updates:

Das Saisonfinale hat für Technik-Fans traditionell nicht viel zu bieten. Entwicklung an den Auslaufmodellen wurde zuletzt nur noch im Detail betrieben – und vor allem in den Bereichen, die auch für 2017 Erkenntnisse versprechen. Wir sind gespannt, ob andere Teams dem Beispiel von Mercedes, McLaren und Williams folgen und jetzt schon spezielle Teile für das kommende Jahr testen. Vor allem im Freien Training erwarten wir wieder jede Menge Messapparaturen an den Autos.

Die Favoriten:

Eigentlich sollte Nico Rosberg mit einer Hand Weltmeister werden. Bei trockenen Bedingungen war der Mercedes in dieser Saison fast immer eine Macht. Es gibt nur einen heiklen Moment für den Spitzenreiter: Wenn die Konkurrenz am Start vorbeizieht, dann tun sich die Silberpfeile im Verkehr mit dem Überholen schwer. Kommt Rosberg auf Rang 2 hinter Hamilton aus der ersten Runde, dürfte es für die Zuschauer ein langweiliges Rennen werden. Der Deutsche riskiert sicher keinen Angriff auf den Teamkollegen.

Nach den Leistungen in den letzten Rennen dürfte Red Bull wieder vor Ferrari als zweite Kraft auftreten. Daniel Ricciardo und Max Verstappen freuen sich vor allem auf die engen Kurven und schnellen Richtungswechsel im dritten Sektor, in dem sie die Stärken ihres Autos besonders ausspielen können. Im Duell um Platz 4 erwarten wir Force India besser als Williams. Das Auto ist ein besserer Allrounder und dürfte über die komplette Runde einen Tick schneller sein.

Der Rest des Feldes bekommt nur eine Chance auf Punkte, wenn die Top 5-Teams einen Fehler machen. Wir glauben, dass McLaren der erste Kandidat für Abstauber ist. Auch Toro Rosso könnte wieder eine Überraschung landen. Spannend wird zu sehen, ob HaasF1 nach der Pleite in Mexiko wieder zur alten Form zurückfinden kann. Dass Sauber oder Manor im Duell um WM-Platz 10 weitere Punkte machen, ist bei der aktuellen Wetter-Prognose dagegen fast ausgeschlossen.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Abu Dhabi 2015

Vor 12 Monaten war in Abu Dhabi schon alles klar. Lewis Hamilton hatte sich den Titel bereits 3 Rennen vor Saisonende gesichert. Für Nico Rosberg ging es nur noch darum, sich mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu verabschieden. Und das gelang dem Deutschen. Mit fast 4 Zehnteln Vorsprung sicherte er sich die Pole Position vor Lewis Hamilton. Nach dem gewonnen Start kontrollierte Rosberg auch im Rennen das Geschehen. Am Ende rollte er 8,2 Sekunden vor dem Teamkollegen über die Linie.

Beide Silberpfeil-Piloten waren wie der Großteil des Feldes auf einer Zweistopp-Strategie unterwegs. Hamilton versuchte seinen Stallrivalen mit einem langen zweiten Stint in die Knie zu zwingen. Doch die Taktik ging nicht auf. Kimi Räikkönen landete als dritte Pilot auf dem Podium, wodurch sich der Finne in der WM-Wertung auf Rang 4 schob. Konkurrent Valtteri Bottas war beim Boxenstopp mit Jenson Button kollidiert und musste die Hoffnungen auf Punkte früh begraben. Sebastian Vettel, der nur auf Rang 15 gestartet war, zeigte eine gute Aufholjagd und rollte auf Rang 4 über die Linie.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights vom GP Abu Dhabi 2015.

SessionTermin
Freies Training 1Freitag, 25. November - 10 Uhr
Freies Training 2Freitag, 25. November - 14 Uhr
Freies Training 3Samstag, 26. November - 11 Uhr
QualifikationSamstag, 26. November - 14 Uhr
RennenSonntag, 27. November - 14 Uhr
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