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Vorschau GP Bahrain 2013

Direkter Konter von Red Bull und Mercedes?

Sebastian Vettel GP Bahrain 2012 Foto: Red Bull 46 Bilder

An der Spitze der Formel 1 wütet ein enger Vierkampf. In China dominierten im Rennen Ferrari und Lotus. Können Mercedes und Red Bull in Bahrain direkt den Konter setzen? Unsere Vorschau erklärt, worauf es in der Wüste ankommt.

17.04.2013 Tobias Grüner

In der Formel 1 bleibt momentan keine Zeit zum Durchschnaufen. Nur eine Woche nach dem GP China legt der Rennzirkus auf dem Weg nach Europa einen Zwischenstopp in der Wüste ein. Runde vier der Saison wird auf dem Bahrain International Circuit ausgetragen. Die ersten drei Stationen haben bereits viel Spannung und Action geboten. Drei unterschiedliche Sieger, drei unterschiedliche Siegerautos - so kann es nach dem Geschmack der neutralen Fans weitergehen.

Auch der GP Bahrain könnte wieder eine Wundertüte werden. Aus Sorge vor der nächsten Reifenlotterie hat Pirelli vorsichtshalber die beiden härtesten Mischungen nominiert. Im Vorjahr brachte der Gummi-Ausrüster noch "soft" und "medium" auf die Insel im persischen Golf. Eine Garantie, dass es am Sonntag nicht wieder zu einem Boxenstopp-Spekakel kommt, gibt es allerdings nicht. Die Gummis sind 2013 durch die Bank eine Stufe weicher als im Vorjahr. Lufttemperaturen von weit über 30°C treiben den Reifeningenieuren die Schweißperlen auf die Stirn. Drei Stopps werden im Schnitt wieder erwartet.

Videoteaser Pirelli GP Bahrain 2013
GP China 2013: Virtuelle Runde mit Pirelli 1:47 Min.

Auch die Organisatoren blicken mit Sorge auf das Rennen in Bahrain. Wie schon im Vorjahr beherrschen immer noch Demonstrationen und Ausschreitungen der arabischen Demokratie-Bewegung die Schlagzeilen der lokalen Zeitungen. Britische Parlamentarier haben Bernie Ecclestone schriftlich dazu aufgefordert, das Rennen abzusagen. Die Online-Aktivistengruppe "Anonymus" kündigte an, Protestaktionen gegen den Grand Prix zu starten. Mit Militär-Präsenz und verschärften Kontrollen soll ein sicherer Ablauf des Wochenendes gewährleistet werden.

Die Strecke: Bahrain International Circuit

Die Strecke in Bahrain hat für alle etwas zu bieten. Gleich vier Mal pro Runde beschleunigen die Autos auf über 300 km/h. Zwischen den langen Geraden sorgen viele langsame Kurven dafür, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 200 km/h für Formel 1-Verhältniss nur mittelmäßig schnell ist. Bahrain geht besonders auf das Material. Der hohe Vollgasanteil (59 Prozent), der feine Sand in der Luft und die hohen Temperaturen setzen den Motoren zu. Fünf extreme Verzögerungsstellen treiben auch die Bremsen erstmals in diesem Jahr an die Belastungsgrenze.

Besonders wichtig ist in Bahrain immer der Grip-Level. Der Wind trägt regelmäßig eine kleine aber feine Schicht Wüstensand auf die Piste. Das hat zur Folge, dass sich die Haftung auf der Ideallinie über das gesamte Wochenende stark verbessert. Neben der Ideallinie bleibt es dagegen sehr rutschig, was das Überholen erschwert. Wie auf den meisten Strecken hat die FIA in diesem Jahr zwei DRS-Zonen in Bahrain eingerichtet. Die besten Überholmöglichkleiten gibt es somit auf der langen Zielgeraden (vor Kurve 1) und der Gegengeraden (vor Kurve 11).

Das Setup:

Die kurvige Strecke in Sakhir verlangt von den Autos viel Abtrieb. Vor allem auf der Hinterachse ist Grip und Traktion beim Beschleunigen und Bremsen wichtig. Die Heckflügel werden deshalb sehr steil gestellt. Bei hohen Temperaturen und trockener Luft arbeiten die Aerodynamik allerdings nicht ganz so effizient.

Auch auf die Belüftungen der Bremsen haben die klimatischen Bedingungen Einfluss. Sie müssen etwas größer als normal dimensioniert werden. Der Asphalt ist sehr eben, Bodenwellen und hohe Kerbs gibt es keine. Die Teams können somit geringe Bodenfreiheiten fahren. Um die Traktion aus den langsamen Kurven zu verbessern und den Reifenverschleiß zu begrenzen, ist aber etwas Federweg auf der Hinterachse nützlich.

Fast Facts:

Streckenlänge: 5,412 km
Spritverbrauch: 2,5 Liter pro Runde (66 Liter/100 km)
Höchste Querbeschleunigung: 3,2 g (für 3 Sekunden in Kurve 12)
Längste Vollgaspassage (Zielgerade): 12,5 Sekunden
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 15 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 50 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 60
Vollgasanteil auf einer Runde: 59 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 63 km/h (Kurve 1)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 250 km/h (Kurve 12)
Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 600 Meter
Top-Speed: 313 km/h
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,38 Sekunden

Updates:

Nur sieben Tage nach dem großen Update-Festival in China ist nicht zu erwarten, dass die Teams viele neue Teile bringen. In den Technik-Büros bereitet man schon die nächsten großen Pakete für Barcelona vor. Bei den meisten Teams steht deshalb Setup- und Reifenarbeit am Freitag auf dem Programm. Bei Caterham soll Rückkehrer Heikki Kovalainen die letzten Modifikationen im Freien Training bewerten.

Die Favoriten:

Das gleiche, was wir Ihnen schon vor dem Grand Prix von China gesagt haben, gilt auch für das Rennen in Bahrain. Wenn der Reifenverschleiß im Rennen ein großes Thema wird, sind Ferrari und Lotus in der Favoritenrolle. Halten die Gummis ordentlich durch, muss man auch Red Bull und Mercedes auf der Rechnung haben. Im Qualifying ist die Kombination aus Silberpfeil und Lewis Hamilton wieder am stärksten einzuschätzen. Die Frage lautet, ob Mercedes die Pace dieses Mal auch über die Distanz zeigen kann.

Hinter den vier Spitzenteams präsentierte sich Jenson Button zuletzt als fünfte Kraft. Dahinter erwarten wir Force India und Toro Rosso als erste Anwärter auf WM-Punkte. Sauber zeigte sich zwar zuletzt in Shanghai etwas verbessert, die Strecke in Bahrain mit den vielen langsamen Kurven sollte dem Renner von Nico Hülkenberg aber nicht so gut schmecken. Hier zeigten sich bisher die größten Defizite, die erst mit dem Update in Barcelona beseitigt werden sollen.

Expertenmeinung: Mike Coughlan (Technikchef Williams)

Der besondere Charakter von Bahrain stellt die Teams vor einige neue Herausforderungen. Durch die starken Verzögerungen ist der Bremsenverschleiß ein Faktor. Die Hinterreifen werden ebenfalls besonders gefordert. Dazu kommen noch die hohen Lufttemperaturen. In Sachen Motor wird maximale Leistung und eine hohe Effizienz für gute Top-Speed-Werte auf den Geraden gefragt. Der Renault-Motor sollte ordentliche Leistung auf dieser Art Rennstrecke sein.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Bahrain 2012

Das Duell um den Bahrain-Sieg 2012 hieß Sebastian Vettel gegen Kimi Räikkönen. Eigentlich war der Lotus im Rennen das schnellere Auto als der Red Bull, doch Pole-Mann Vettel verteidigte sich gegen den auf Rang elf gestarteten Finnen clever bis ins Ziel. Am Ende betrug der Abstand zwischen den ersten beiden Piloten gerade einmal 3,333 Sekunden. Der zweite Lotus von Romain Grosjean rollte nicht weit dahinter auf Rang drei über die Ziellinie.

Paul di Resta lieferte ebenfalls eine gute Leistung ab. Als einziger Pilot kam der Force India-Fahrer mit nur zwei Boxenstopps über die Distanz und landete am Ende auf Rang sechs. Für McLaren ging es dagegen am Sonntag rückwärts. Hamilton war auf Rang zwei gestartet, landete nach einigen Boxenpatzern nur auf Rang acht. Teamkollege Button fuhr von der Vier los, fiel mit einem Reifenschaden zurück und musste mit einem Defekt schließlich ganz aufgeben.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Highlights aus dem Vorjahr.

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