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Vorschau GP Bahrain 2016

Taktik-Spielchen in der Wüste

Rosberg vs. Vettel - GP Bahrain 2015 Foto: sutton-images.com 59 Bilder

Bei künstlicher Beleuchtung geht es am Wochenende in Bahrain erneut um Pokale und WM-Punkte. Steht den Fans die nächste Silber-Show bevor oder gelingt Ferrari der Konter? In der Vorschau verraten wir, warum es spannender sein könnte, als viele erwarten.

30.03.2016 Tobias Grüner

Die Formel 1 ist mit einem echten Knaller in die Saison gestartet. In Melbourne bekamen die Zuschauer einen spannenden Auftakt mit vielen Überholmanövern, interessanten Strategie-Duellen und natürlich dem dramatischen Crash von Fernando Alonso geboten. So spektakulär darf es in Bahrain gerne weitergehen. Die Formel 1 kann momentan ein paar positive Schlagzeilen gut gebrauchen.

Vor allem die Qualifying-Posse ist vielen Fans schwer auf den Magen geschlagen. Nachdem sich die Teams in Australien eigentlich schon einig waren, das neue K.O.-Format abzuschaffen, bekommt der umstrittene Quali-Modus doch noch einmal eine zweite Chance. Mercedes-Boss Toto Wolff ist wenig begeistert von der Entscheidung: "Es ist schwer zu glauben, dass es für die Fans in Bahrain unterhaltsamer sein soll."

Das Qualifying selbst wird die Fans wohl nicht von den Sitzen reißen. Dafür verspricht ads Rennen besondere Spannung. Das K.O.-Qualifying ist ein Garant dafür, dass alle Top-Teams auf den Supersofts starten müssen. Die Piloten jenseits der Top-8 dürfen dagegen wieder die härteren Mischungen wählen.

Da der Verschleiß in Bahrain noch ein Stück extremer ist als in Melbourne - vor allem auf der Hinterachse - sollte der Gummi-Poker noch ein Stückchen interessanter werden. Den Teams kommt allerdings die Verlegung der Startzeit in die Abendstunden entgegen. Nach dem Sonnenuntergang kühlt der Asphalt stark aus, was die Situation an der Reifenfront etwas entschärft.

Die Strecke: Bahrain International Circuit

Das Streckenlayout des Bahrain International Circuit hat für alle etwas zu bieten. Gleich vier Mal pro Runde beschleunigen die Autos auf über 300 km/h. Zwischen den langen Geraden sorgen viele langsame Kurven dafür, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 200 km/h für Formel 1-Verhältniss nur mittelmäßig schnell ist.

Bahrain geht besonders auf das Material. Der hohe Vollgasanteil und der feine Sand in der Luft setzen den Motoren zu. 5 extreme Verzögerungsstellen treiben auch die Bremsen an die Belastungsgrenze. Besondere Beachtung verdient in Bahrain der Grip-Level. Der Wind trägt mit der Zeit eine kleine aber feine Schicht Wüstensand auf die Piste. Das hat zur Folge, dass sich die Haftung auf der Ideallinie über das gesamte Wochenende stark verbessert. Neben der Ideallinie bleibt es dagegen sehr rutschig, was das Überholen erschwert.

Fast Facts zum GP Bahrain:

  • Streckenlänge: 5,412 km
  • Rundenzahl: 57
  • Renndistanz: 308,238 km
  • Anzahl Kurven: 15 (6 links / 9 rechts)
  • Top-Speed: 339 km/h
  • Entfernung Start bis Scheitel Kurve 1: 320 m
  • Länge Boxengasse: 420 m
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 25 Prozent

Das Setup:

Die kurvige Strecke in Sakhir verlangt von den Autos viel Abtrieb. Vor allem auf der Hinterachse ist Grip und Traktion beim Beschleunigen und Bremsen wichtig. Die Heckflügel werden deshalb - trotz der langen Geraden - sehr steil gestellt. Normalerweise müssen die Bremshutzen wegen der hohen Temperaturen etwas größer ausgelegt sein. Durch die Verlegung der Startzeit in den Abend ist die Hitzeproblematik jedoch deutlich entspannt worden.

Der Asphalt ist topfeben, Bodenwellen und hohe Kerbs gibt es keine. Die Teams können somit geringe Bodenfreiheiten fahren. Um die Traktion aus den langsamen Kurven zu verbessern und den Reifenverschleiß zu begrenzen, ist aber etwas Federweg auf der Hinterachse zu empfehlen.

Da die Temperaturen vom Start bis zum Ziel um bis zu 15°C fallen können, sind Verschiebungen des Kräfteverhältnisses im Laufe des Rennens möglich, je nachdem in welches Temperaturfenster das Setup besser passt. Die Teams müssen im ersten und dritten Freien Training bei Tageslicht aufpassen, dass sie sich von den heißeren Temperaturen nicht in die Irre führen lassen.

Technik-Updates:

Eigentlich sind so früh in der Saison kaum technische Veränderungen zu erwarten. Doch für Bahrain haben gleich mehrere Teams Neuerungen angekündigt. Das größte Paket erwarten wir bei Williams. Felipe Massa darf erstmals die kürzere Nase testen, die zusammen mit neuen Leitblechen und einem veränderten Frontflügel kommen soll. Valtteri Bottas fährt zum Vergleich das alte Paket.

Auch bei Force India ist ein interessantes Technik-Update bereit zum Einsatz: Die Autos von Nico Hülkenberg und Sergio Perez werden mit einer neuen Vorderachse ausgerüstet, bei der die Luft durch die Radnabe geführt wird. Wir sind gespannt, ob das im hinteren Teil weitere Aerodynamik-Änderungen mit sich bringt.

Sonst ist noch nicht viel über Modifikationen bekannt. Bei HaasF1 erwarten wir einen neuen Frontflügel. Und auch Ferrari soll gerüchteweise noch etwas im Köcher haben. Bei McLaren stand die Carbonteile-Produktion in den letzten Tagen ebenfalls nicht still. Nach seinem heftigen Crash bekommt Fernando Alonso ein komplett neues Chassis. Zudem muss Honda ein neues Antriebsaggregat einbauen, weil das alte komplett zerstört wurde.

Die Favoriten:

Natürlich wäre alles außer einem Mercedes-Sieg eine große Überraschung. Ferrari hat aber in Melbourne gezeigt, dass man dank guter Starts und einem besseren Reifenverschleiß im Rennen näher dran ist und die Silberpfeile ärgern kann. Spannungspotenzial liegt auch in der Gummi-Auswahl: Mercedes hat für seine Piloten jeweils nur einen Satz der Mischung "Medium" bestellt. Ferrari und Williams orderten dagegen gleich 3 Sätze der härtesten Sorte.

Es wird spannend, ob Williams mit dem großen Technik-Update näher an den beiden Top-Teams dran ist. Das gleiche gilt auch für Force India. Die beiden Mercedes-Kundenteams bekommen es beim Kampf um WM-Punkte wohl wieder mit Red Bull und Toro Rosso zu tun. Das Mittelfeld präsentierte sich in Australien so eng, dass sich noch keine klare Nummer 3 im Feld herauskristallisiert hat.

Die 12 Autos von Mercedes, Ferrari, Williams, Force India, Toro Rosso und Red Bull sollten die WM-Punkte unter sich ausmachen. Nur wenn sie sich Fehler erlauben, könnte die Cinderella-Story von HaasF1-Fans weitergehen. Im hinteren Mittelfeld bekommt es der Neuling vor allem mit McLaren und Renault zu tun. Etwas abgeschlagen folgen dahinter Sauber und Manor.

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Bahrain 2015

Nach dem Ferrari-Sieg in Malaysia hatten viele Experten mit der roten Machtübernahme in Bahrain gerechnet. Doch Lewis Hamilton konnte den Angriff abwehren. Von der Pole Position diktierte der spätere Weltmeister von Beginn an die Pace. Kimi Räikkönen versuchte es mit einer alternativen Strategie, dank der er am Ende 3,3 Sekunden hinter Hamilton auf Rang 2 die Linie überquerte.

Die deutschen Top-Stars hatten auf den 57 Runden zu kämpfen. Nico Rosberg fiel schon am Start hinter die Ferrari zurück, konnte sich zunächst aber schnell wieder auf Rang 2 zurückkämpfen. In den Schlussrunden war er gegen Räikkönen aber chancenlos und musste sich mit Platz 3 zufrieden geben.

Noch schlechter lief es für Sebastian Vettel: Bei einem Fahrfehler in der Zielkurve beschädigte sich der Heppenheimer den Frontflügel, was ihn auf Rang 5 hinter Valtteri Bottas zurückwarf. Für das dramatische Finale sorgte Daniel Ricciardo. Der Renault-Motor im Heck des Australiers gab in der Zielkurve spektakulär seinen Geist auf. Der Red Bull rollte kurz hinter der Zielflagge auf Platz 6 aus.

In unserer Bildergalerie blicken wir noch einmal auf den spannenden GP Bahrain 2015.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. April – 13.00 Uhr
Freies Training 21. April – 17.00 Uhr
Freies Training 32. April – 14.00 Uhr
Qualifying2. April – 17.00 Uhr
Rennen3. April – 17.00 Uhr
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