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Vorschau Grand Prix Bahrain

Bahrain beendet die Formel 1-Regenzeit

Felipe Massa Foto: Ferrari 17 Bilder

Nach den zwei spektakulären Regenrennen in Sepang und Shanghai kommt die Formel 1 am Wochenende in die trocken-heiße Wüste von Bahrain. In unserer Vorschau sagen wir Ihnen, wer die besten Chancen hat.

22.04.2009 Tobias Grüner

Bereits zum sechsten Mal wird am Sonntag (26.4.) ein Grand Prix-Rennen auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir ausgetragen. Für das kleine arabische Königreich stellt das Formel 1-Gastspiel den gesellschaftlichen Höhepunkt des Jahres dar. Im Gegensatz zu der meist verhaltenen Stimmung bei den anderen Retortenrennen zeigen die Scheichs in Bahrain echte Begeisterung und Freude über die Ankunft der F1-Stars.

Nach den ersten drei Überseerennen nähert sich der Formel 1-Zirkus langsam wieder dem europäischen Festland an. Für die Fans bedeutet das endlich wieder Rennen zur gewohnten Mittagszeit und nicht mehr im Frühstücksprogramm. Mit jeweils zwei Bahrain-Siegen auf dem Konto streiten Felipe Massa und Fernando Alonso noch um die beste Bilanz auf der Wüstenhalbinsel. Beide gehören 2009 aber nicht unbedingt zu den größten Favoriten auf den Sieg.

Die Strecke:

Bereits seit 2004 drehen die Formel 1-Boliden in Bahrain ihre Runden. Dabei wurde schnell ein grundsätzliches Problem der Strecke deutlich: Durch die nahen Dünen und den teils kräftigen Wind befindet sich zum Beginn des Wochenendes immer viel Sand auf der Strecke. Bis der ganze Dreck heruntergefahren ist und sich der Griplevel den Bedingungen im Rennen annähert, vergeht viel Testzeit. Zu Beginn müssen die Teams aufpassen, dass sie mit dem Setup nicht in die falsche Richtung gehen.

Zum Problem könnte auch das Wetter werden. Der Niederschlag fällt hier nur selten in flüssiger Form. Gefährlicher sind die Sandstürme, die schon bei Testfahrten im März das Programm für anderthalb Tage zum Erliegen brachten. Würde sich das am Rennsonntag wiederholen, müssten sich die Veranstalter eine Ausweichlösung einfallen lassen.

Die Abstimmung:

Vom Layout her hat die 5,412 Kilometer lange und hügelige Runde einige anspruchsvolle Ecken zu bieten. In den schnellen Kurven fünf, sechs und sieben ist Abtrieb gefragt, gleich vier längere Vollgasstücke verlangen eher weniger Flügel. Da die Rundenzeit aber eher in den langsameren Ecken gewonnen wird, ist der Abtriebslevel relativ hoch. Interessant ist auch die Bremsenfrage. Der Verschleiß bei den Carbon-Stoppern ist extrem hoch. Viele Verzögerungen aus hohen Geschwindigkeiten in enge Kurven und die große Hitze bringen die Bremsanlagen an ihre Grenzen.

Spannend wird auch zu sehen, was sich an der Reifenfront tut. Wie in Australien und China hat Ausrüster Bridgestone wieder die Mischungen supersoft und medium im Gepäck. Wegen des Regens und der mäßigen Temperaturen haben die weichen Gummis in Shanghai nicht zu dem befürchteten Chaos geführt. Das könnte bei über 30°C Grad in Bahrain schon ganz anders aussehen. Im Rennen ist bei der Wahl der richtigen Strategie wieder Kreativität und Glück gefragt.

Die Favoriten:

Shanghai hat gezeigt, dass Brawn GP doch schlagbar ist. Trotzdem sind die weißen Renner auch in Bahrain wieder an erster Stelle zu nennen, wenn nach dem wahrscheinlichsten Sieger gefragt wird. Red Bull hat natürlich durch den Doppelsieg Aufwind bekommen, ist aber unter trockenen Bedingungen noch die zweite Kraft. Hinter dem Spitzenduo folgen Toyota und Williams. Für das Team um Nico Rosberg geht es jetzt endlich darum, die gute Form in Zählbares umzuwandeln.

Spannend wird es auch zu sehen, ob Renault mit dem neuen Diffusor die Qualifying-Performance von Shanghai wiederholen kann. Fernando Alonso war beim ersten Einsatz des neuen Unterbodens fast ohne vorherigen Test in die erste Startreihe gefahren. Die schwächelnden Herstellerteams Ferrari und BMW-Sauber müssen dagegen um jeden Punkt hart kämpfen. Als hilfreich könnten sich die beiden Testwochen in Bahrain erweisen, bei denen Ferrari, BMW-Sauber und auch Toyota als einzige Teams schon einmal Erfahrung mit den neuen Autos in der Wüste sammeln konnten.

Neuentwicklungen:

Kämpfen muss weiterhin auch McLaren-Mercedes. Nach dem ersten Aero-Paket in Shanghai scheinen die Silberpfeile aber wieder im Kommen zu sein. In Bahrain wird mit dem neuen Doppeldiffusor direkt die nächste Entwicklungsstufe gezündet. Neben McLaren wird auch das ebenfalls von Mercedes-Motoren befeuerte Force India-Team den lange umstrittenen Unterboden einsetzen. In China war Hauptkonkurrent Toro Rosso dank neuer Teile im Qualifying auf und davon gefahren. Nun hofft Adrian Sutil, in Bahrain den Anschluss ans Feld wieder herstellen zu können.

Expertenmeinung: Willy Rampf (Technikkoordinator BMW-Sauber)

"Nach dem Ausfall von Montreal zählt Bahrain zu den härtesten Rennen für die Bremse. Besonders Bremsstabilität ist hier entscheidend. Wegen der vielen Bremszonen zählt Baharin auch zu den Strecken, die sich für den Einsatz von KERS eignen. Es kommt nicht nur darauf an, ob man optimal boosten kann. Man muss das System auch aufladen können, und dazu braucht man viele Stellen, auf denen man lange auf der Bremse steht.

Von den Reifen erwarte ich weniger Probleme als in Melbourne, obwohl wir wieder die Sorten "supersoft" und "medium" verwenden. Da der Asphalt in Bahrain sehr viel Grip liefert, reduziert sich das Körnen etwas. Der ideale Rennreifen wird aber die härtere Variante sein. Sollte es zu einem Sandsturm wie bei den Testfahrten kommen, sehe ich schwarz. Der Reifen würde den ganzen Sand von der Strecke auflesen. Man hätte weniger Grip als bei einem Regenrennen."

Das passierte im Vorjahr:

Das Rennen 2008 wurde etwas von der Sex-Affäre Max Mosleys in den Schatten gestellt. Für sportliche Schlagzeilen sorgte zunächst Robert Kubica, der mit seinem BMW auf die Pole Position fuhr. Größter Aufreger im Rennen war der Auffahrunfall von Lewis Hamilton auf seinen alten Widersacher Fernando Alonso, durch den der Weltmeister aus den Punkten fiel. Pole-Mann Kubica musste die Ferrari-Konkurrenten Felipe Massa und Kimi Räikkönen schon früh im Rennen passieren lassen. Am Ende gewannen die beiden Ferrari vor Kubica und dessen Teamkollegen Nick Heidfeld.

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