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Vorschau GP Bahrain

Favoriten, Sand und Regenreifen

Foto: dpa

Zum ersten Mal in der 54-jährigen Geschichte der Formel 1 findet ein Grand Prix im Mittleren Osten statt. Innerhalb von nur 16 Monaten Bauzeit entstand in dem nur knapp 700.000 Einwohner zählenden Inselstaat Bahrain eine 5,411 Kilometer lange Strecke.

01.04.2004

Der Kurs, der auf einem ehemaligen Kamelmarkt rund 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Manama liegt, wurde erst in allerletzter Sekunde fertig, und präsentiert sich jetzt aber in fast makellosem Zustand. Zwar schwingen noch ein paar Maler die Pinsel, doch Strecke, Fahrerlager und Boxen setzen in Bezug auf Platzverhältnisse und Ausstattung neue Maßstäbe. Lediglich einige Fotografen jammern ein wenig, weil die Auslaufzonen so weitläufig gerieten, dass es für die Lichtbildner sehr schwer wird, packende Action-Aufnahmen zu schießen.

Vor wenigen Wochen hatten die Bahrain-Organisatoren Formel 1-Boss Bernie Ecclestone um eine Verschiebung des Rennens gebeten – ohne Erfolg. Bis zu 3.000 Arbeiter schufteten an der 150 Millionen Dollar teueren Anlage, die der deutsche Architekt Hermann Tilke entwarf. 70.000 Kubikmeter Beton und 8.500 Tonnen Stahl wurden verbaut. Dazu kamen 82.000 Altreifen, die der Streckensicherung dienen. Auf den Tribünen finden 45.000 Zuschauer Platz. Das Bahrain-Gastspiel ist übrigens nicht der erste Auftritt der Formel 1 in einem Land er arabischen Welt: 1958 fand der Grand Prix von Marokko in Casablanca statt: Sieger war Stirling Moss auf einem Vanwall.

Michael Schumacher: "Reisen bereichert die Seele."

Als Favorit reisen natürlich Ferrari und Michael Schumacher in das kleine Königreich am Persischen Golf. Der zweimalige Saisonsieger war nach dem GP Malaysia zum Testen nach Italien geflogen. Am Wochenende legte er Stippvisite in seiner Heimat Köln ein, bevor er mit seinem Privat-Jet nach Bahrain aufbrach.

Michael Schumacher freut sich auf Bahrain: "Ich bin sehr neugierig. Ich mag es, neue Länder und fremde Kulturen kennenzulernen. Reisen bereichert die Seele.“ Der sechsfache Weltmeister strotzt aus begreiflichen Gründen vor Selbstbewusstsein: "Vor Malaysia hatte ich gehofft, mit acht oder mit sechs Punkten zurückzukehren. Wir wussten, dass es ein schwieriges Rennen wird. Umso erfreulicher war der Sieg.“

Jede Menge Regenreifen

Auch der Fakt, dass die Bridgestone-Reifen entgegen mancher Prognosen mit der Hitze in Südostasien bestens klar kamen, nährt Schumachers Optimismus. Denn eines ist klar: "Auch in Bahrain wird es heiß werden.“ Auch für den Fall, dass es in dem Golf-Staat zum ersten Mal seit Jahren kräftig regnen sollte, ist der japanische Hersteller gerüstet: "Wir haben jede Menge Regenreifen dabei“, sagt der für Ferrari zuständige Bridgestone-Techniker Kees van der Grint.

Das Lernen der neuen Strecke stellt für beide Ferrari-Fahrer eine leichte Übung dar. "Die Computer-Simulationen helfen uns sehr, schnell das richtige Setup zu finden,“ erklärt Michael Schumacher. "Bevor ich ins Auto steige, sagen mir die Ingenieure, in welchen Gang ich welche Kurven fahren soll“, ergänzt Barrichello. "Nach den ersten zehn Runden weiß ich hoffentlich genug über die Strecke, bin am Limit und kann anfangen, mit dem Auto zu arbeiten. Eine neue Strecke ist allerdings immer extrem dreckig. Das Grip-Niveau verändert sich ständig.“

BMW: Hoffentlich kein Sandsturm

Im Team Williams-BMW hat man sich schon mit Worst-Case-Szenarien beschäftigt. "Hoffentlich gibt’s keinen Sandsturm“, meint Technikchef Sam Michael. Aber auch bei Windstille lauern Gefahren: "Der feine Sand kann funktionale und mechanische Probleme verursachen“, so Michael weiter. Der Flugsand ist auch für die Motoren nicht bekömmlich. "Dem Luftfilter kommt hier erhöhte Bedeutung zu“, erklärt BMW-Sportchef Mario Theissen.

Was die Leistungsfähigkeit der Autos angeht, ist man bei Williams-BMW guter Dinge. Die Tests in Le Castellet letzte Woche haben belegt, dass wir in die richtige Richtung arbeiten“, sagt Ralf Schumacher. "Ich hoffe, dass wir hier wieder ein Stückchen aufholen können.“

Teamkollege Juan Pablo Montoya denkt schon wieder ans Überholen - was ihm beim Saisonauftakt in Melbourne schon einmal prächtig gelang, mit dem darauf empörten Ralf Schumacher als Opfer. "Es gibt hier mehrere Möglichkeiten zum Überholen“, meint der Kolumbianer. In dieser Beziehung ist er sich mit dem in dieser Saison nach zwei Ausfällen noch punktlosen McLaren-Mercedes-Fahrer Kimi Räikkönen, einig: "Es gibt hier bestimmt ein unterhaltsames Rennen“, prognostiziert der Finne.

McLaren scheint im Übrigem über das leistungsfähigste Computer-Programm zu verfügen. Denn die Engländer wissen auf die Hunderstelsekunde genau, wie lange ein Grand Prix-Auto für eine Runde auf der 16 Kurven zählenden Strecke braucht: 1.33,63 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 210,39 km/h entspricht.

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