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Vorschau GP Bahrain

Tag der Wahrheit

Foto: dpa

Nach langem Reden und noch längerem Testen wird nun endlich gefahren. Am Freitag (10.3.) beginnt in Bahrain das erste freie Training für die Formel 1-Saison 2006. Teams und Fahrer strotzen vor Selbstbewusstsein, oder zumindest tun sie so als ob.

09.03.2006 Markus Stier

Wenn um 12.30 Uhr (MEZ) am Sonntag (12.3.) in der Sakhir-Wüste die Startampel verlischt, ist endlich Schluss mit großen Ankündigungen oder lauwarmen Entschuldigungen. Schluss mit Pokern und Verschleiern. Nach fünf Monaten Pause, in denen einige Teams fast 20.000 Testkilometer abgerissen haben, wird mit dem großen Preis von Bahrain die neue Saison eingeläutet.

Noch bevor der erste Achtzylinder angeworfen wurde, laufen die Verbalaggregate auf voller Drehzahl. "Um ehrlich zu sein, habe ich mich im vergangenen Jahr vor dem Rennen in Bahrain weit weniger zuversichtlich gefühlt als dieses Jahr. Selten war ich so heiß auf eine Saison wie diesmal", sagt Michael Schumacher. Honda-Hoffnung Jenson Button wird ein wenig direkter: "Wir werden ganz vorne mitmischen", sagt der Engländer.

Briatore nimmt den Mund voll

Das Flavio Briatore den Munde gern voll nimmt, ist bekannt. "Wir liegen vorn, uns kann überhaupt nichts passieren", sagt der Italiener. Um Anspruch und Wirklichkeit schert sich McLaren-Teamchef Ron Dennis wenig: "Wir wollen gewinnen", sagt er.

Für Ferrari spricht ein erfolgreich getestetes Aerodynamik-Paket, für Honda die Zuverlässigkeit. Ebenso wie Ferrari war das japanische Team vor wenigen Wochen zum Testen in Bahrain. Für Renault spricht die Form über den gesamten Winter. Schnell und zuverlässig präsentieren sich die Blaugelben. Die 5,4 Kilomter lange Strecke liegt Weltmeister Ferando Alonso. Im Vorjahr gewann er in Bahrain. Für McLaren-Mercedes spricht, dass die gröbsten Motorenprobleme offenbar behoben sind, das Chassis scheint ohne Fehl und Tadel. Die Formkurve zeigte zuletzt stetig nach oben.

Stehen die wahren Sieger ganz hinten?

BMW-Sportchef Mario Theissen prophezeiht reichlich Motorschäden für die Saison. Ein Hitzerennen mit Lufttemperaturen von über 30 Grad kommt da zum Auftakt gerade recht. Möglicherweise gewinnt ein Auto, dass in der Qualifikation und im Rennen zunächst nur eine Mitläuferrolle spielte, weil das Team in Punkto Drehzahl auf der sicheren Seite blieb. Für weitere Überraschungsmomente kann das Reifenduell zwischen Michelin und Bridgestone sorgen und nicht zuletzt ein neues Quali-Format mit K.O.-System, auf das sich die Fahrer erst einstellen müssen.

Auf das große Favoritensterben müssen außer Michael Schumacher wohl die anderen drei Deutschen hoffen, um nach vorn zu kommen. BMW-Mann Nick Heidfeld sieht Renault, Honda und McLaren in Front, Nico Rosberg gesteht, dass er erst einmal zu Williams-Teamkollege Mark Webber aufschließen muss, und Ralf Schumacher hält seinen Toyota schlicht für zu langsam. Markus Winkelhock dagegen ist zunächst einmal happy, dass er es als Freitagstester für MF1 überhaupt einmal in die Formel 1 geschafft hat.

Aus gleichem Grund gibt es zufriedene Gesichter bei Super Aguri. Die Neulinge werden mit ihrem Uraltauto kaum etwas reißen können, aber sie sehen sich schon jetzt als die wahren Sieger: "Dass wir hier sind und es geschafft haben, in nur fünf Monaten ein komplettes Formel 1-Programm aus dem Boden zu stampfen, ist unglaublich", sagt Teamchef Aguri Suzuki.

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