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Vorschau GP Belgien 2013

Vettel-Konkurrenz bläst zur Aufholjagd

Vettel vs. Hamilton 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Mit dem Grand Prix-Klassiker in Spa meldet sich die Formel 1 aus der Sommerpause zurück. Wenn die Konkurrenz Sebastian Vettels vierten Titel in Serie noch verhindern will, sollte es in Belgien mit der Aufholjagd losgehen. Wir sagen Ihnen, wer die besten Chancen besitzt.

21.08.2013 Tobias Grüner

Der erste Schultag nach den Sommerferien löst bei Kindern nicht gerade große Begeisterung aus. In der Formel 1 ist das ganz anders. Vor allem wenn nach der Pause der Grand Prix von Belgien wartet. "Eine Runde in Spa ist wie 20 Runden auf einem anderen Kurs, was den Spaß und die Adrenalinausschüttung angeht", erklärte Ferrari-Pilot Fernando Alonso voller Vorfreude. Bei den meisten Piloten steht die Ardennen-Achterbahn ganz oben auf der Liste der Lieblingsstrecken.

Ein Blick auf die Fahrerwertung dürfte die Stimmung Alonsos allerdings etwas trüben. Mit 39 Zählern Rückstand auf Sebastian Vettel ist der WM-Zug schon fast abgefahren. Aktuell ist der Spanier sogar nur Dritter - einen Zähler hinter Kimi Räikkönen. Hoffnung gibt den Verfolgern allenfalls ein Blick auf das vergangene Jahr.

Pirelli Vorschau GP Belgien 2013 Screenshot
Vorschau GP Belgien 2013: Spa aus Sicht der Reifen 2:08 Min.

Damals war es Vettel, der mit 42 Punkten Rückstand in die zweite Saisonhälfte ging und in Spa zur großen Aufholjagd blies. Der spektakuläre Startcrash der Konkurrenten Hamilton und Alonso (siehe Bildergalerie) spielte dem Heppenheimer dabei natürlich in die Karten. Spa ist aber auch ohne Crash immer für eine Überraschung gut, was vor allem am launischen Ardennen-Wetter liegt. Auch für das Rennwochenende 2013 haben sich wieder Schauer angekündigt.

Die Strecke: Circuit de Spa-Francorchamps

Die Extra-Prise Spannung in Form von Niederschlägen ist auf der 7,004 Kilometer langen Berg- und Talbahn eigentlich gar nicht nötig. Der Traditionskurs, auf dem 1925 zum ersten Mal Rennwagen unterwegs waren, ist mit Höhepunkten nur so gespickt. Eau Rouge, La Source, Rivage oder Blanchimont klingen sowohl Formel 1-Fans wie Fahrern wie Musik in den Ohren.

Die spektakuläre Eau Rouge-Kurve, bei der eine 300 km/h-Links-Rechts-Kombination mit einer Senke und einem anschließenden Bergaufstück kombiniert ist, gilt als die aufregendste Passage im ganzen Kalender. Der technische Fortschritt der Autos und breite Auslaufzonen haben der Kurve allerdings etwas den Schrecken genommen. Trotz Querbeschleunigungen von 4g muss zumindest auf trockener Strecke hier niemand mehr den Gasfuß lupfen.

Um noch mehr Action zu garantieren gibt es neben der bekannten DRS-Zone auf der Kemmel-Geraden nach Eau Rouge in diesem Jahr noch eine zweite Gelegenheit, den Heckflügel flach zu stellen. Direkt hinter der Busstop-Schikane dürfen die Piloten auf der Zielgeraden mit DRS-Hilfe beim Anbremsen in die La Source-Haarnadel Manöver starten. Ärger an der Reifenfront wie noch 2011 erwarten wir nicht. Pirelli bringt die beiden härtesten Mischungen. Die Temperaturen sollen mit 20°C bis 25°C im gemäßigten Bereich bleiben.

Fast Facts zum GP Belgien

Streckenlänge: 7,004 Kilometer
Rudenzahl: 44
Gesamtdistanz: 308,052 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 226 km/h
Top-Speed: 313 km/h
Vollgasanteil: 70 Prozent
Höchste Querbeschleunigung: 4g (für 1,7 Sekunden in Kurve 10)
Längste Vollgaspassage: 1.800 Meter
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 12 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 40 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 48
Geringste Geschwindigkeit: 75 km/h
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 312 km/h
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 250
Spritverbrauch: 3,15 Liter/Runde (64 Liter/100 km)
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,43 Sekunden
Reifenverschleiß: 4/5
Bremsenverschleiß: 2/5

Das Setup:

Top-Speed steht bei den Ingenieuren in Spa ganz oben auf dem Zettel. Nach der Haarnadel La Source geht es 23,5 Sekunden lang mit Vollgas den Berg hinauf bis zur Les Combes-Schikane. So lange ist das Bremspedal nirgendwo anders im Rennkalender außer Betrieb. Hier will niemand unnötig steile Heckflügel fahren, die den Luftwiderstand erhöhen. Der Abtriebslevel liegt ungefähr auf dem Niveau von Montreal. Nur in Monza wird mit noch weniger Abtrieb gefahren.

Das Fahrwerk muss an die hohen Kurvengeschwindigkeiten angepasst werden. In der Regel bedeutet das eine härtere und tiefere Abstimmung, um Stabilität ins Auto zu bekommen. Der Frontflügel wird im Vergleich zu langsameren Strecken etwas steiler gestellt, um Untersteuern in den schnellen Kurven zu verhindern. Anspruchsvoll ist der Highspeed-Kurs vor allem für die Motoren, weshalb die meisten Teams hier auf neue Triebwerke setzen. Die Bremsen und die Kühlung sind dafür nicht so stark gefordert wie gewöhnlich.

Die Updates:

4 Wochen Sommerpause sollten eigentlich Zeit genug gewesen sein, um ein paar neue Teile für Spa parat zu haben. Zwei Fakten sprechen allerdings gegen ein großes Update-Festival: Erstens mussten alle Fabriken laut Reglement 2 Wochen komplett geschlossen bleiben, zweitens arbeiten viele Teams schon mit einem Großteil ihrer Entwicklungsmannschaft am Auto für 2014. Doch wer in den letzten 9 Rennen noch etwas reißen will, sollte zumindest ein paar Neuteile im Gepäck haben.

Vor allem von den großen Teams erwarten wir noch einmal einen letzten großen Angriff. Mercedes-Teamchef Ross Brawn hat bereits angekündigt, in Spa und Monza noch einmal ein umfangreicheres Paket zu bringen. Auch bei Lotus gibt es wohl etwas Neues. Schon in Budapest wollten die Ingenieure ein Auto mit verlängertem Radstand bringen. Da nicht alle Teile rechtzeitig fertig geworden sind, soll dieser Test nun in Belgien nachgeholt werden. Auch das passive DRS wird wohl wieder ausgepackt - zumindest im Freien Training.

Die Favoriten:

Die Konkurrenz hofft in Belgien auf eine Schwäche von Red Bull. Doch bisher waren diese Hoffnungen zumeist vergeblich. Sebastian Vettel ist auf jeder Strecke siegfähig, auch auf dem Highspeed-Kurs in den Ardennen. Nach der Vorstellung in Budapest muss man allerdings Lewis Hamilton auf der Favoritenliste ganz oben positionieren. Auch von den Reifenproblemen war bei den Silberpfeilen zuletzt nichts mehr zu sehen. Spannend wird, ob Nico Rosberg nach nur 2 Zählern in den letzten beiden Rennen auch wieder um die vorderen Plätze kämpfen kann.

Die weiteren Podiumskandidaten kommen wie immer von Lotus und Ferrari. Nimmt man Kanada wegen des vergleichbaren Abtriebslevel als Maßstab, dann sollte der Ferrari auch in Spa gut funktionieren. Bei Lotus lief dagegen in Montreal nicht viel zusammen. Räikkönen wurde sogar überrundet. Sollte eines der vier Top-Teams schwächeln scheint aktuell McLaren der erste Kandidat zu sein, der die übrigen Punkte einsammelt. Mit den neuen Reifen hat der MP4-28 einen Schritt nach vorne gemacht.

Einen Schritt rückwärts ging es für Force India mit den neuen Gummis. Trotz Hitze in Belgien kämpften Adrian Sutil und Paul di Resta mit Aufwärmproblemen. Die schnellen Kurven in Spa sollten das Problem allerdings etwas lindern. Sauber, Toro Rosso und Williams sind die Wundertüten, bei denen man nie so genau weiß, was herauskommt. Sauber muss den neuen Auspuff noch besser verstehen, Toro Rosso haderte zuletzt mit den Reifen und der Aerodynamik. Bei Williams ging es in Budapest etwas nach oben. Als Lohn gab es den ersten WM-Punkt.

Expertenmeinung: Alain Permane (Lotus-Chefingenieur)

"Spa ist das komplette Kontrastprogramm zu Budapest. Wie in Kanada wird in Spa mit deutlich weniger Abtrieb gefahren als auf den anderen Strecken im Kalender. Auch die Temperaturen sind mit 15°C bis 20°C normalerweise spürbar niedriger. Das kühle Wetter und die beiden härteren Mischungen "Medium" und "Hard" ist eine Kombination, die uns nicht gerade besonders gut liegt. Allerdings haben wir hart daran gearbeitet, die harten Reifen besser in das Arbeitsfenster zu bekommen. Wir sind deshalb einigermaßen zuversichtlich, dass wir genauso konkurrenzfähig wie zuletzt sind."

Das Rennen im Vorjahr (GP Belgien 2012)

2012 meldete sich die Formel 1 mit einem Knalleffekt aus der Sommerpause zurück. Eine große Startkollision, ausgelöst durch Romain Grosjean, kegelte mit Fernando Alonso und Lewis Hamilton gleich zwei Sieganwärter aus dem Rennen. Auch die beiden Sauber von Sergio Perez und Kamui Kobayashi, die aus den ersten beiden Startreihen losfuhren, wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Jenson Button kümmerte das Chaos nur wenig. Von der Pole Position gestartet fuhr der Brite ein souveränes Rennen und rollte am Ende mit 13 Sekunden Vorsprung vor Sebastian Vettel über die Ziellinie. Hinter Kimi Räikkönen fuhr Nico Hülkenberg auf Rang 4 das beste Resultat seiner Karriere ein. Michael Schumacher kämpfte sich wie in alten Zeiten von Startplatz auf Rang 7 nach vorne.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die spektakulären Bilder vom GP Belgien 2012.

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